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Sticht kaum aus der Masse
der schwächeren
Brüder hervor: S60R |
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Wer R sagt, muss auch X sagen
Als Sportlimousinen
in Mode kamen, wollte sich Volvo das Geschäft nicht entgehen
lassen und erfand die R-Modelle. Die Zeiten ändern sich
- nun ist das SUV an der Reihe. Mit dem XC 90 lässt man
sich auch auf diesem Gebiet nicht lumpen.
Die R-Typen haben bei
Volvo fast schon Tradition; sehr lange gibt es sie zwar nicht,
aber immerhin ein gutes Jahrzehnt.
Und schlecht ist das Konzept beileibe nicht - schließlich
verzeichnen so manche Hersteller potente Reiselimousinen in
ihren Modellübersichten. Da will Volvo nicht zurückstehen
- warum auch, schließlich fällt der gewünschte
Aha-Effekt hier noch größer aus, denn welcher unbedarfte
Autofahrer traut einer Marke, die es normalerweise eher gelassen
angeht, schon Supersportler-Qualitäten zu?
In diese Richtung bewegen sich die neuen Express-Schweden
mit dem alten Kürzel "R" geradezu, leistete
ein früher 850 R noch - für heutige Verhältnisse
- moderate 250 PS, so sind es heute ganze 300 Pferdestärken,
welche für einen kräftigen Autobahn-Sturm zweifellos
genügen.
Jener Turbo-beatmete Fünfzylinder, von dem die Rede ist,
tut seinen Dienst auf Wunsch im S60 oder treibt den ansonsten
braven V70 an. Natürlich ist Volvo der Linie des unauffälligen
Daseins treu geblieben - wer denkt, dass die R-Modelle im
aggressiven Strassenkampf-Look daherrollen, irrt gewaltig.
Nur Kenner identifizieren die Sportler am dezenten Doppelrohr,
und die Frontschürze macht dem Vordermann mittels größerer
Lufteinlässe klar, dass er möglicherweise keine
Chance hat und das Feld daher besser räumen sollte.
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R
trägt nicht dick auf:
Doppelrohr als
Erkennungsmerkmal |
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Und fürwahr, wer die Muskeln des
2.5-Liters spielen lässt, erlebt einen kräftigen
Schub in die Vertikale. Traktionsprobleme kennt der Sprinter
dabei nicht, verfügen doch sämtliche R-Ausführungen
über permanenten Allradantrieb.
Angst vor hohen Drehzahlen sind dabei fehl am Platze, denn
so richtig giftig wird der Turbo erst oberhalb von 3.000 Umdrehungen
pro Minute. Dann meldet sich das Triebwerk auch akustisch
stärker zu Wort und demonstriert eine kernige, aber liebenswerte
und selbstverständlich zum sportlichen Gesamtcharakter
passende Einlage. Darunter wird die Luft zwar nicht lau, aber
es herrscht eben auch kein Sturm mehr. Als Begleiterscheinung
weicht dem kehligen Fauchen des hochdrehenden Aggregats ein
nicht mehr so scharfes, wenn auch weiterhin deutlich vernehmbares
Fünfzylinder-Grummeln.
Gemütliches Treiben im großen Gang bei niedriger
Drehzahl verträgt der R aber ebenso gut - ein anderes,
angenehmes Gesicht des Leistungs-Volvo.
Freilich ist er erst auf kurvenreichen Landstrassen in seinem
Element - dafür sorgt das straffe, nicht jedoch unkomfortable
Four-C-Fahrwerk, über das die beiden stärksten Schweden
ab Werk verfügen. So wird der stramme Galopp zum Quell
ausgeprägter Fahrfreude - nicht zuletzt auch deshalb,
weil die schnellen Nordlichter per direkt abgestimmter Lenkung
zielgenau Richtungswechseln folgen.
Die Möglichkeit, das Dämpfungsniveau per Schalter
elektronisch beeinflussen zu können, ist gut gemeint,
doch würde die Abwesenheit dieser Funktion das Gesamtbild
nicht trüben - denn obwohl im Komfort-Modus deutlich
weicher agiert wird, bleibt den Boliden das drahtige Naturell
doch erhalten.
Und damit es beim Verzögern nicht
zu unangenehmen Überraschungen kommt, übernehmen
diese Aufgabe hinten wie vorn innenbelüftete Bremsscheiben
von sattem Kaliber (330 mm Durchmesser), die sich selbst dem
bloßen Auge gewaltig darstellen.
Als etwas schwergängig, aber hinreichend präzise
und recht knackig erweist sich die Bedienung der serienmäßigen
Sechsgang-Schaltbox; dafür freut man sich umso mehr über
ihre gelungene Abstufung.
Im Inneren stehen die Zeichen ganz auf sportliche extravaganz.
Die in tiefem blau erstrahlenden und mit dickem Chrom-Saum
umrandeten Tachoskalen fallen besonders ins Auge. Zusammen
mit den weich gepolsterten Sport-Fauteuils sowie der imposanten
Schalthebel-Gasse aus Metall (zumindest sieht es so aus) entsteht
ein exklusiv-edles Ambiente, an das die schwächeren Modellgenossen
nicht heranreichen.
Allerdings auch nicht an die Preise: Mit 50.250 Euro (S60
R) und 54.150 Euro (V70 R) gehören die Topmodelle der
Mittelklasse und gehobenen Mittelklasse zu den teuersten der
Marke. Schlecht ausgestattet verlassen sie das Fließband
indessen keineswegs.
Ohne Aufpreis gibt es ein Antiblockiersystem, elektrisch anklapp-,
einstell- und beheizbare Außenspiegel, Front-, Seiten-
sowie Kopfairbags, Bordcomputer, Bremsassistent, elektronisches
Stabilitätsprogramm, elektrische Fensterheber vorn und
hinten, Klimaautomatik, beheizte Ledersitze (auf der Fahrerseite
elektrisch einstellbar mit Memory), Leichtmetallräder,
Radioanlage inklusive RDS, Kassette und CD, Regensensor, Tempomat,
Bi-Xenonlicht sowie eine fernbedienbare Zentralverriegelung.
Aufpreispflichtig bleibt das DVD-Navigationsgerät mit
Europakarte für 2.350 Euro.
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Schöner Rücken:
Der XC
90 geht problemlos als
Markengenosse durch |
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Lange nicht so sportlich geht es bei
Volvos gänzlich neuer Fahrzeugsparte zu. Mode-Erscheinungen
ließen den Premium-Hersteller niemals kalt - und so
war es nur eine Frage der Zeit, bis das erste schwedische
SUV auf die Strasse rollen würde.
Mit dem XC 90 ist dieser Schritt nun vollbracht; dass es allerdings
nicht ganz einfach wird, Kunden für den Allradler zu
gewinnen, dürfte angesichts einer in diesem Segment starken
Präsenz inländischer Hersteller klar sein.
Als Platzhirsche gelten die Mercedes M-Klasse sowie BMW mit
seinem X5.
Aber dennoch konnte der schwedische Importeur noch im Laufe
dieses Jahres gut 2.000 Fahrzeuge des Kletterkünstlers
absetzen.
Rund 70 Prozent der Käufer entschieden sich für
den 163 PS starken Common-Rail-Diesel, der ja aus der restlichen
Volvo-Palette bestens bekannt ist.
Naturgemäß hat der D5 seine liebe Mühe mit
dem schweren SUV; entsprechend fällen seine dynamischen
Qualitäten aus.
Doch im subjektiven Eindruck ist der Koloss nicht ganz so
träge wie angenommen. Zwar nimmt er sich nach dem ergrünen
der Ampel eine knappe Gedenksekunde für den Start, doch
danach reicht es, um dem alltäglichen Verkehr Herr zu
werden. Geschaltet wird automatisch mit fünf Übersetzungsmöglichkeiten
- das ist obligatorisch.
Ein Ass in Sachen Fahrdynamik ist der große XC sicherlich
nicht. Starke Seitenneigung in schnell gefahrenen Kurven zeigt,
dass man es nicht übertreiben sollte.
Dafür sitzt man erhaben über
der Strasse und genießt dabei den solide verarbeiteten
Arbeitsplatz, dessen Cockpit von gleicher optischer Natur
ist wie die der übrigen Markengenossen - das SUV ist
eben auch ein waschechter Volvo.
Leise Fahrgeräusche und eine bequeme Sitzanlage versprechen
ausgezeichneten Langstreckenkomfort - jener ist in dieser
Liga offensichtlich wichtiger denn rustikal anmutende Geländetauglichkeit,
daher gibt es beispielsweise erst gar kein Reduktionsgetriebe.
Für die Verteilung der Antriebsmomente an die Achse ist
eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung verantwortlich,
die je nach Wegzustand aktiv wird. Im normalen Fahrbetrieb
entfallen jedoch 95 Prozent der Leistung an die Vorderräder.
Allerdings kann der Hinterachse im Bedarfsfall bis zu 65 Prozent
der Motorkraft zugeteilt werden - die Regelung erfolgt automatisch
und stufenlos.
Wer mehr Benzin als Diesel im Blut hat,
kann zwischen dem 2,5-Liter-Fünfzylinder Turbo mit 210
PS und einem aufgeladenen Sechszylinder mit 272 PS wählen
- allesamt Triebwerke, die auch in den Reihen 60-80 zum Einsatz
kommen.
Durchaus nicht untermotorisiert präsentiert sich der
Fünfzylinder und verwöhnt die Insassen mit einem
vornehm säuselnden Klangbild - vor allem unter Last.
Die Kraftübertragung erfolgt wie beim D5 ausschließlich
über eine sauber schaltende Fünfgangautomatik, welche
charakterlich gut zur Fahrzeugart passt.
Nur vier Stufen hingegen hält der Automat des stärksten
XC bereit - kein Problem, stemmt der T6 doch vergleichsweise
mächtige 380 Nm Drehmoment bei gerade mal 1.800 Umdrehungen
pro Minute auf die Kurbelwelle. Tatsächlich merkt man
dem Topmodell die fehlende Fahrstufe in der Praxis nicht an.
Es distanziert sich in seiner Agilität von den schwächeren
Brüdern und zeigt ihnen, wer die Nase vorn hat.
Als Erkennungsmerkmal fungiert ein nicht zu übersehendes
Oval-Rohr, das aus dem kräftigen Stoßfänger
ragt - hier hätte man etwas zurückhaltender arbeiten
können, denn jenes Beatmungs-Endstück ruft rein
optisch Reminiszenzen an die GTI-Klasse der Achtzigerjahre
hervor - ein höchst fragwürdiges Erscheinungsbild
also.
Gut bei Kasse sollte sein, wer sich den
Spaß des SUV leisten möchte. Basis- ist hier nämlich
nicht mit Billigtarif zu verwechseln. Unter 40.600 Euro geht
nichts, so viel kostet ein grundausgestatteter D5. Die vergleichbare
Otto-Variante (2,5T) kostet 42.500 Euro - beide Einstiegsmodelle
kommen aber nicht splitternackt daher, sondern bringen einen
Hauch von Luxus mit.
An Bord sind Antiblockiersystem, Front-, Seiten- und Kopfairbags,
Außenspiegel elektrisch einstell- und beheizbar, Bordcomputer,
Bremsassistent, elektronisches Stabilitätsprogramm, Klimatisierungsautomatik,
Multifunktions-Lederlenkrad, Leichtmetallräder, Niveauregulierung,
Radioanlage inklusive CD-Player sowie Zentralverriegelung
mit Funkfernbedienung.
Die Spitzenversion, der T6, kostet mit 48.200 Euro deutlich
mehr als der schwächere Fünfzylinder, wird aber
erst ab der Ausstattungslinie "Comfort" angeboten.
Demnach verfügt er zusätzlich über eine bessere
Soundanlage, über beheizte Ledersitze sowie über
einen Regensensor.
Extra bezahlt werden müssen beispielsweise Alarmanlage
(370 Euro), DVD-Navigationssystem (2.350 Euro), Parksensor
(500 Euro) sowie Bi-Xenon-Scheinwerfer (990 Euro).
Fazit:
Die beiden R-Typen sowie die XC90-Reihe bereichern das Volvo-Programm
zweifellos in einer nachhaltigen Weise: Mit den zwei flotten
Athleten beweist die Marke, dass sich eine zurückhaltende
Optik und sportliche Werte in keiner Weise ausschließen.
Und der XC scheint als Freizeit-orientierter Offroader mit
Langstreckenqualitäten unverzichtbar in der Produktauswahl
einer Premiummarke mit Lifestyle-Charakter.
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