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Nun
ist der Tag gekommen: Das große Flaggschiff
S 80 verabschiedet sich in Pension und macht Platz
für seinen auf denselben Namen hörenden
Nachfolger. Doch gleichwohl präsentiert er
sich noch immer frisch, was ihn durchaus attraktiv
macht. Schließlich fehlt es ihm mitnichten
an technischer Ausrüstung, hat der Hersteller
sein Spitzenmodell mit Hilfe zahlreicher Frischzellentherapien
doch stets auf dem aktuellen Stand gehalten.
Klassische Linien prägen die hübsch
gestaltete Limousine der oberen Mittelklasse;
dieser S 80 verströmt einen Hauch von zeitloser
Eleganz mit Elementen der Moderne. Blitzende Scheinwerfer
sowie Rückleuchten, deren LED dem Hintermann
bei jeder Bremsung entgegen strahlen, verbessern
nicht nur die Sicherheit, sondern tragen ebenso
der Ästhetik zu.
Der große Volvo ist zumindest in Deutschland
ein exklusives Stückchen Automobil, keineswegs
nur chic anzusehen, auch rar im Strassenbild.
Werte also, die ihm das Zeug zum Klassiker verleihen,
an dem jetzige und künftige Eigner noch lange
Freude haben werden.
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| Der
S 80 ist eine elegante Erscheinung |
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Freude haben auch jene,
die im Innern der Businessklasse zum Probesitzen
platznehmen. Besonders weiche Polster empfangen
den Fahrgast, falls Lederpolster geordert wurden.
Das Gestühl des Schweden bedarf keiner langen
Besprechung mit dem Adjektiv "gemütlich"
ist es treffend beschrieben. Die warme Witterung
will gar nicht so recht zum solide und ausgereiften
Interieur passen; der kühle Spätherbst
tut es eher, nämlich dann, wenn Sitzheizung
und Klimaautomatik wohlige Wärme verbreiten,
wird der schwere Nordländer seinem Nimbus
gerecht.
Doch es geht auch anders: Der Kältekompressor
ist leistungsfähig und verwandelt den Passagierraum
sommers in einen angenehm temperierten Zufluchtsort.
Dabei lässt sich alles wunderbar einfach
bedienen, vom Bordcomputer über die Radioanlage
bis hin zum Tempomat.
Auf moderne Kommunikations- und Telematiksysteme
müssen auch Besitzer des alten S 80 nicht
verzichten. Der mit leisem Summen aus dem Armaturenbrett
fahrende Monitor der DVD-Navigation sorgt selbst
in diesen Tagen für Erstaunen. Angesteuert
wird das System über eine mitgelieferte Fernbedienung
oder den Tastenblock hinter dem Lenkrad.
Und wenn das ferne Ziel erstmal einprogrammiert
ist, kann es entspannt losgehen. Sanft schwebt
der S 80 über lange Autobahnwellen, etwas
nervöser freilich reagiert der Viertürer,
wenn die Route am Stau vorbei und stattdessen
über dörfliche Strassen mit Kopfsteinpflaster
führt.
Einparken funktioniert vorzüglich, viel Servounterstützung
mit dem Resultat eines leicht zu bedienenden Volants
lässt es angenehm vonstatten gehen. Als Sonderausstattung
gibt es auch die Variante der geschwindigkeitsabhängigen
Lenkhilfe mit der Konsequenz eines besseren
Fahrbahnkontakts bei höheren Tempi.
Einen überbordeten Dynamiker indessen sollte
man nicht erwarten. Trotz Sport-Modus (Bestandteil
des wunschgemäß lieferbaren Four C-Fahrwerks),
welcher das Fahrwerk allerdings kaum spürbar
verhärtet, bleibt es beim Fronttriebler-typischen
Verhalten: Untersteuern steht also auf dem Plan,
wenn Kehren zu forsch angegangen werden. Typisch
für den Fronttriebler ist auch, dass er hin
und wieder Antriebseinflüsse auf das Lenkrad
überträgt, erstrecht, wenn unter der
Haube ein drehmomentstarker Selbstzünder
werkelt.
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| Auch
nach acht Jahren noch schön |
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Ganze 340 Nm entwickelt
der 2,4-Liter-Common-Rail mit fünf Töpfen
schon bei 1.750 Umdrehungen. Außer der kleinen
Anfahrschwäche gibt es kaum etwas zu bemäkeln;
das Triebwerk harmoniert gut mit der weich schaltenden
Fünfgangautomatik (auf Wunsch), deren Wandler
die minimale Verzögerung nach dem Start wirkungsvoll
kaschiert.
Sobald der Turbo einsetzt, erntet man kräftigen
Vortrieb. Jener Diesel ist der Beweis dafür,
dass man auch mit Leistungen diesseits von 200
PS gut leben kann. Untermotorisiert fühlt
sich der D5 wahrlich nicht an, wenngleich seine
Fahrleistungen keinen Rekordverdacht erwecken.
Und jetzt kommt es doch noch: Auf der Spur nach
einem Funken Vergangenheit wird vor allem der
aufmerksame Zuhörer fündig. Denn der
Fünfzylinder zeigt sich hemdsärmelig
im Tonfall das geht heute durchaus kultivierter
und leiser. Da gilt es nun abzuwarten, ob der
in Kürze startende Nachfolger in diesem Punkt
gewonnen hat. Dennoch gehört die Antriebseinheit
dieses S 80 der ersten Generation zu den sympathischen.
Sympathisch übrigens wird seinen Besitzern
außerdem erscheinen, dass man den S 80 D5
tatsächlich mit sechs bis sieben Litern Kraftstoff
pro einhundert Kilometer bewegen kann. Die Voraussetzung
dafür: Benutzung des Tempomaten und Autobahntempi,
die den europäischen Limits entsprechen
von Deutschland einmal abgesehen.
Demnach sind Reichweiten von über tausend
Kilometer drin, zumal der Tank offensichtlich
mehr als 70 Liter (Werksangabe) fasst. Es gelang
dem Autor, bis zu 75 Liter in den Behälter
zu quetschen wenn das keine reife Leistung
ist. Nun, bestellbar ist dieser S 80 nicht mehr
wer noch ein neues Exemplar erwischen möchte,
muss zu einem vorkonfigurierten Wagen greifen,
der ab Lager verfügbar ist. Die Sorge, an
ein schlecht ausgestattetes Fahrzeug zu geraten,
ist dabei unbegründet. Schließlich
verfügt der S 80 von Hause aus über
eine vorzügliche Ausstattung: Antiblockiersystem,
Front-, Kopf- und Seitenairbags, elektrisch einstell-
und beheizbare Außenspiegel, Bordcomputer,
elektrische Fensterheber rundherum, Klimaautomatik,
Leichtmetallräder, Radioanlage, Tempomat
sowie Zentralverriegelung inklusive Funkfernbedienung
garantieren eine komfortable und sichere Wohnstube.
Fazit: Der
Volvo S 80 der ersten Generation ist auch jetzt
noch ein modernes, komfortables und vor allem
ausgereiftes Langstreckenauto mit vielen technischen
Raffinessen, das der Kunde obendrein zum fairen
Kurs, nämlich diesseits der 40.000-Euro-Grenze,
erwerben kann. Abstriche gibt es lediglich in
Form der Euro 3-Abgasnorm doch das ist
verschmerzbar. Dafür geht der D5 sparsam
mit Kraftstoff um, was ihn für Vielfahrer
interessant macht.
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