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Hohe Acht
SUV sind
heute nicht mehr von der Strasse zu denken: Viele Autofahrer
schätzen die Synthese aus komfortabler Fortbewegung,
nobler Anmutung und den praktischen Eigenschaften. Preislich
rangieren die Vertreter dieses Segments im Bereich der oberen
Mittelklasse. Richtig luxuriös werden sie indessen erst
mit den Top-Motorisierungen wie zum Beispiel der VW Touareg
4,2 V8. Autotipp.
Jenes Segment, das Mercedes 1997 mit der M-Klasse begründet
und zunächst nichtmal für den deutschen Markt vorgesehen
hatte, ist eingeschlagen wie eine Bombe: Das sogenannte "Sport
Utility Vehicle", ein leichterer Geländewagen in
Luxusausführung. Seine Merkmale sind die selbsttragende
Karosserie, ein besonders komfortables Interieur sowie Allradantrieb.
In Sachen Karosse weichen die Regeln allerdings auf, denn
inzwischen finden sich sowohl SUV mit Rahmen als auch hartgesottene
Geländewagen mit selbsttragender Lösung siehe
Kia Sorento oder Jeep Grand Cherokee.
Sicher, es gibt auch höchst noble Vollblut-Geländewagen,
doch das SUV ist in der Regel optisch gefälliger und
damit näher am Kombi. Dieser Umstand führt der zehn
Jahre jungen Kategorie offenbar zusätzlich Kunden zu,
nämlich jene, die sich bisher nicht vorstellen konnten,
mit einem echten Offroader vorzufahren. Wichtigste Einstiegvoraussetzung
ist ein gut gefülltes Portemonnaie, denn motorseitig
wird fast ausschließlich gehobene Kost geliefert
zumindest gilt das für die Benzin-Versionen.
So auch beim Touareg, dessen kleinster Otto schon mit 3,2
Litern Hubraum und sechs Zylindern aufwartet. Die Basis wird
hingegen von einem 2,5-Liter großen Reihenfünfzylinder-Diesel
mit Pumpe-Düse-Technik angetrieben, für den 39.950
Euro fällig werden.
Mit dem hier thematisierten V8 erhält der 4x4 wahren
Oberklasse-Charakter, was der Grundpreis von 60.500 Euro bekräftigt.
In dieser Liga jedoch kommt der Geländewagen recht füllig
ausgestattet daher. Die Highlights wären mit lederbezogenen
Komfortsitzen inklusive elektrischer Einstellung und Beheizung
abgehandelt. Ferner stattet das Werk seine starke Benziner-Variante
mit Leichtmetallrädern in speziellem Design aus.
Zu den Selbstverständlichkeiten in der Klasse gehören
freilich ABS, Front-, Kopf- und Seitenairbags sowie das elektronische
Stabilitätsprogramm. Die Komfortmerkmale umfassen Bordcomputer,
elektrische Fensterheber rundherum, Klimaautomatik, automatisch
abblendender Innenspiegel, Radioanlage mit CD-Player, Regensensor,
Tempomat und Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.
Eine schier unendlich lange Aufpreisliste erlaubt es dem Kunden,
auf ausgiebige Extra-Einkaufstour zu gehen. Die wichtigsten
Positionen hören auf den Namen Luftfederung (2.900 Euro),
Navigationssystem (2.300 Euro) und Bi-Xenon-Kurvenlicht (1.620
Euro).
Und jenes gelistete High-Tech-Fahrwerk
zeigte (im Testwagen verbaut), dass es den Offroader recht
sanft über holprige Asphalt-Bahnen zu führen vermag.
Nur äußerst gedämpft dringen Unebenheiten
bis zu den Insassen durch. Ein weiterer Vorteil besteht in
der Tatsache, dass der automatische Niveau-Ausgleich unabhängig
vom Ladezustand die Federwege konstant hält; daher glänzt
der Touareg selbst bei voller Bepackung durch gutmütiges
Fahrverhalten vor allem in Kurven. Wobei klar sein muss, dass
biegungsreiche Landstrassen nicht zum Lieblingsterrain eines
SUV gehören. Dennoch meistert der große Volkswagen
auch solche Passagen hinreichend souverän, obwohl es
die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung bei höheren
Tempi etwas zu gut meint, was das Gefühl des gesunden
Fahrbahnkontakts zerstört.
Verspielte Naturen freuen sich über die Möglichkeit,
verschiedene Fahrzeughöhen per Drehschalter einstellen
zu können. Das kann im Gelände sogar sinnvoll sein,
falls der Ernstfall jemals eintreten sollte in der
Praxis aber werden die wenigsten Allradler tatsächlich
abseits befestigter Strassen eingesetzt. Erwähnt sei
zudem, dass die Federung in Abhängigkeit von den
Strassenverhältnissen selbstverständlich
ihre Dämpfungscharakteristik automatisch ändert.
Das aber werden die Passagiere mit ohnehin kaum bemerken,
denn zumindest Segment-Neulinge dürften sich nach dem
Einstieg zunächst mit dem großzügig geschnittenen
Fahrgastraum auseinandersetzen. Hier geht es herrschaftlich
zu, sowohl vorn als auch in der zweiten Reihe. Wohin der Blick
auch reicht, er labt sich an sauber verarbeiteten Holz-Einlagen,
welche dem Interieur einen edlen Touch verleihen. Dem Fahrer
kommt die hohe Sitzposition zugute, die das Schlachtschiff
trotz stattlicher Länge und ausladender Breite übersichtlich
erscheinen lässt.
Der Handlichkeit wiederum kommt die adaptive Servolenkung
entgegen, dank ihr nämlich lässt sich der Touareg
so spielend wie ein Kleinstwagen bewegen. Die enorme Lenkunterstützung
im Stand kaschiert das hohe Eigengewicht von fast 2,3 Tonnen.
Allerdings erleichtert dieser Tourer nicht nur dem Piloten
das Leben, sondern bringt sämtliche Insassen mit einem
Maximum an Komfort zum Ziel. Große Sessel mit straffer
und mithin sitzfreundlicher Polsterung laden ein zum gemütlichen
Aufenthalt da kann die Reise auch mal länger dauern.
Und für diesen Fall gibt es eine Fülle von Ablagen
sowie Cupholder, die jede Menge Kleinkram wohlsortiert beherbergen.
Das Gepäck sollte im 555 Liter großen Kofferraum
problemlos untergebracht werden können. Wer temporär
mehr Laderaum benötigt, kann ihn auf 1.570 Liter erweitern.
Bleibt die Frage, inwieweit sich der großvolumige Benziner
mit der exklusiven Zylinderzahl in das ansonsten noble Umfeld
des Touareg eingliedert. Er tut es mit absoluter Laufruhe
und seidigem Wummern; allerdings vermisst man das spezifische
Achtzylinder-Brabbeln ein wenig, so gut gedämmt präsentiert
sich die gute Wohnstube.
Das Aggregat arbeitet zudem gut mit der serienmäßigen
Sechsgangautomatik zusammen, welche ihre Übersetzungswechsel
weitgehend unauffällig durchführt. Allein der Verbrauch
stößt zum Denken an, insbesondere, wenn bei forcierter
Fahrt über 20 Liter Super Plus pro einhundert Kilometer
durch die Brennräume wandern.
Doch in dieser Klasse beschäftigt man sich eben nicht
mit Themen wie Kraftstoffkonsum. Rein sachlich gesehen nämlich
leistet auch der Basis-Diesel mit 174 PS gute Dienste. Er
beschleunigt den Geländewagen behände und lässt
keinen Wunsch nach mehr Leistung aufkommen bei einem
Maximalverbrauch von 13 Litern Diesel wohlgemerkt.
Zwar ist man mit dem Achtzylinder souverän unterwegs,
doch das hohe Fahrzeuggewicht zwingt die Automatik häufig
zum Herunterschalten. Wer allerdings nach der Attraktivität
des Klangtypus fragt, wird an der V8-Maschine kaum vorbeikommen
da kann ihr selbst das Drehmoment-Monster der Modellpalette,
der V10 TDI, nicht das Wasser reichen.
Fazit: Der VW Touareg
4,2 V8 wird wohl eine seltene Erscheinung bleiben, weil auch
im gehobenen Segment Wirtschaftlichkeit eine große Rolle
spielt. Wer darauf keinen Wert legt, kann die Vorzüge
des seidig laufenden und wohlklingenden V8 in vollen Zügen
genießen. Die Fahrleistungen muten sportlich an, gute
acht Sekunden von null auf 100 km/h sind da ein Wort, doch
in der alltäglichen Praxis läuft der große
Benziner seinem Bruder mit dem kleinen Diesel keinen Rang
ab, welcher das SUV gemessen an seiner Leistung erstaunlich
flink bewegt.
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