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Fahrberichte & Tests
 
Toyota Yaris Front-/Seiten-ansicht, Innnenraum
Toyota Yaris Heckansicht

1. Nicht in allen Varianten ist der Yaris-Tacho analog...

2. Der Yaris macht auch vor schnieker Kulisse eine gute Figur

3. Das Interieur wartet mit pfiffigen Ablagen auf...

4. Schlichter Kleinwagen-Vertreter: Der Toyota Yaris

 

Der Toyota Yaris im Test
Sparbarer Untersatz
Wer günstige Mobilität mit funktionaler Ausrichtung sucht, ist mit dem kleinen Toyota Yaris gut unterwegs. Sparsame Triebwerke, ordentliche Verarbeitung und Nutzen statt Emotion stehen hier auf der Tagesordnung. Mit dieser Mischung ist er perfekt gerüstet, um sich in die Herzen einer gewissen Klientel zu fahren.
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ein, Autos müssen nicht immer Emotionen versprühen. Es geht auch über die funktionale Schiene. Außerdem kann es ein gutes Gefühl erzeugen, mit einem Minimalaufwand von A nach B zu gelangen und Geldbeutel wie Umwelt dabei zu schonen. Das tun Kleinwagen in der Regel ohnehin, dennoch betont Toyota den Umweltgedanken ebenso im Zusammenhang mit dem Yaris, der längst das hauseigene Gütesiegel "Optimal Drive" für grün angehauchte Vehikel trägt. Kein Yaris überschreitet den Ausstoß von 120g CO pro Kilometer, auch nicht das derzeitige Topmodell mit dem bekannten 1,33-Liter-Otto, der auch in Auris wie IQ seinen Dienst tut. Dank Start-Stopp-Funktion und Sechsgang-Schaltung ist es gewappnet, um dem Straßenkampf gerecht zu werden, ohne den Tankwart besonders häufig bemühen zu müssen. Mit 101 PS durchbricht der Vierzylinder die magische Hunderter-Schwelle, was ihn zahlenmäßig gut im Futter stehen lässt. Und in der Praxis? Unter der Voraussetzung, dass ein Fahrzeug dieses Segments zum größten Teil in urbanen Gefilden bewegt wird, kommt man mit dem Japaner problemlos aus. Wer ihm eine nennenswerte Beschleunigung entlocken will, muss sich intensiv mit dem Schalthebel beschäftigen.

 

Bei fleißigen Übersetzungswechseln jedoch marschiert der Fronttriebler durchaus zügig in die Vertikale, so dass selbst Autobahnsteigungen vernünftig bestritten werden können. Das funktioniert zwar auch mit der Einliter-Basisversion, die lediglich 69 PS aus drei Zylindern bereitstellt, allerdings spürbar angestrengter. Wer Basismobilität indes beim Wort nimmt, kommt auch mit ihr klar. Für die City gilt das sowieso – die nächste rote Ampel winkt schließlich ohnehin. Allerdings sucht man Start-Stopp hier vergebens – macht gar nichts, denn das Einsteigermodell unterbietet den größeren Benziner um fünf Gramm CO2, immerhin. Und der Kunde bedankt sich, denn er spart 2.655 Euro im Vergleich zur stärkeren Variante. Im Falle knapper Budgets lässt man den Motor da auch mal gerne durchlaufen beim kurzen Anhalten, zumal auch günstige Witterungsverhältnisse vorherrschen müssen, um die Vorteile der Start-Stopp-Anlage vollständig auszunutzen. Und wann sind die hierzulande schon gegeben? Also gilt es, sich lieber bei guter Heizleistung in die Sitze zu kuscheln oder in die Fondbank. Da passt das Verb "kuscheln" auch besser, denn das hintere Abteil hat ein bisschen Nischencharakter, wenngleich der 3,785 Längenmeter messende Zwerg auf Rädern keine überbordende Enge bedeutet.

 

Weiter entfernte Reisen absolviert man im Yaris mühelos; klar – der Geräuschpegel nimmt oberhalb von Richtgeschwindigkeit merklich zu, aber es ist ja auch ein Kleinwagen. Ordentliche Sitze, die zwar etwas mehr Seitenhalt bieten könnten, tragen sämtliche Passagiere in angenehmer Art und Weise, auch gern mal über einen etwas größeren Zeitraum. Apropos Seitenhalt: Das Fahrwerk zeigt sich von der milden Seite, hält die gröbsten Schnitzer aus der Fahrgastzelle und macht aus dem kleinen Asiaten logischerweise auch keinen Performance-Brüller. Das war der inzwischen aus dem Modellprogramm gestrichene TS übrigens auch nie, so dass dessen Wegfall nicht wirklich schmerzt. Am Selbstzünder hält man dagegen fest, wenngleich das Segment kaum die typische Diesel-Klientel anspricht. Aber Achtung: Nicht nur weite Strecken und geringe Treibstoffkosten müssen als Argument für den effizienten Verbrenner herhalten. Schließlich machen die immer weniger nagelnden Aggregate mächtig Laune. Denn wo ein müder Sauger-Benziner kreischend und kraftlos gegen die Fahrwiderstände kämpft, sorgt die Drehmomentwelle des Diesels für gummibandartige Fortbewegung schon ab niedriger Tourenzahl.

 

Toyotas 1,4-Liter-Commonrail-Triebwerk mit serienmäßigem Partikelfilter mobilisiert satte 205 Nm schon ab 1.800 Umdrehungen – der 101 PS-Ottomotor bringt lediglich 132 Nm auf die Kurbelwelle. Schön ist auch, dass zwei der drei lieferbaren Motorversionen mit einem automatisierten Schaltgetriebe ausgerüstet werden können, was gerade die Selbstzünderversion vollendet, falls sie als Kilometerfresser eingesetzt werden sollte. Der Yaris lässt sich außerdem durchaus flexibel einsetzen und verfügt über praktische Fähigkeiten. Mit seinen üppigen 1.189 Litern Kofferraumvolumen übertrifft der automobile Floh so manchen Kompaktklässler – gerade aus den Reihen der so genannten Premium-Anbieter. Also Bau- statt Supermarkt geht in Ausnahmefällen auch. Und sonst? Das Interieur fällt durch schlichte Architektur auf mit übersichtlichem Zentraltacho. Jenes Tasten-Wirrwarr, das japanische Autobauer gerne installieren, sucht man im kleinen Toyota vergebens. Okay, es gibt ja auch nicht so schrecklich viel zu bedienen wie in High-Tech-getränkten Luxuslimousinen. Dennoch hält die Liste einige Optionen bereit zwecks Individualisierung.

 

Zum spektakulärsten Extra gehört zweifellos das DVD-Navigationssystem mit Farbmonitor und den Straßendaten ganz Europas. Für günstige 950 Euro gibt es obendrein noch die Möglichkeit, ein USB-Gerät anzuschließen und das Handy per Bluetooth mit der Freisprechanlage zu verbinden. Zu den Selbstverständlichkeiten selbst des Grundmodells (11.675 Euro) gehören Antiblockiersystem, sieben Airbags, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Bordcomputer, Radio sowie Zentralverriegelung. Schon ungewöhnlich heutzutage, wenn diese keine Fernbedienung beinhaltet. Ebenso die Kurbelfenster und das Fehlen des Drehzahlmessers. Ach ja, in Verbindung mit dem Einsteiger ist kein elektronisches Stabilitätsprogramm lieferbar, auch nicht gegen Aufpreis. Das hat der zuletzt erschienene Yaris Life (14.130 Euro) serienmäßig und außerdem noch die erwähnte Fernbedienung zum Aufdrücken wie Klimaautomatik. Für ihn gibt es als Alleinstellungsmerkmal überdies dunklere Scheinwerfer (betrifft die Verschalung), und das Tachoelement (hier analog) ist bernsteinfarben statt grün illuminiert. Alus und elektrische Fensterheber spendiert Toyota dem mindestens 16.730 Euro teuren Executive. In diesem Fall muss man jedoch entweder den stärkeren Benziner oder den Diesel nehmen.

 

Fazit: Der Toyota Yaris ist ein preiswerter Allrounder mit viel Sparpotenzial in Sachen Unterhalt. Die Fahreigenschaften gehen in Ordnung; Sachlichkeit überwiegt – für emotionale Momente gibt es andere Autos, keine Frage. Unter dem Strich erlangt der Kunde mit dem kleinen Japaner einen soliden Cityflitzer, der bei Bedarf aber auch gern den Reisebegleiter gibt.



 
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