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Der
Toyota Landcruiser ist ein moderner, robuster
Vollblut-Geländewagen |
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Matsch Comfort
Auch echte
Geländewagen bieten heute den Fahrkomfort luxuriöser
Limousinen ein Gebiet, das, so könnte der Laie
denken, lediglich jenen teuren SUV zugeschrieben ist. Doch
da irrt er: Am Beispiel des vorigen Jahres erschienenen Toyota
Landcruiser sei dies verdeutlicht.
Ein echter Geländewagen
besitzt eben doch noch den guten alten Leiterrahmen. Diese
Tatsache gilt auch im 21. Jahrhundert. Keine Gültigkeit
hingegen besitzt die Tatsache, dass mit jenem Konzept, welches
ein Höchstmaß an Karosserie-Stabilität garantiert,
Abstriche hinsichtlich Komfort, Fahrdynamik oder Design in
Kauf genommen werden müssen.
Der Landcruiser präsentiert sich als moderner, beinahe
durchgestylter Offroader vom kernigen Schlage freilich
in positiver Hinsicht.
Funkelnde, um die Ecke gezogene Klarglasscheinwerfer demonstrieren
in spaciger Weise Konsens-Fähigkeit im Hinblick auf Zeitgemäße
Formensprache.
Dennoch scheint sich der Leckerbissen für das Auge nicht
zu schade, um durch Schlamm zu waten oder steile Hänge
hinaufzukraxeln. Eine hohe Bodenfreiheit, ausladende Radkästen
sowie nicht zuletzt üppige Seitenleisten lassen ihn zum
Traum harter Männer oder jener, die es gern wären,
avancieren.
Der optischen Erscheinung folgen als Untermauerung seines
Status die zahlen: Mit einer Breite von knapp 1,88 m und 4,85
Länge (Fünftürer) darf man gewiss darauf vertrauen,
in einem kräftigen Burschen unterwegs zu sein.
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Luxus und Komfort
erleben die Passagiere
im Inneren dieses Toyota |
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Selbstverständlich manifestieren
sich die äußeren Abmessungen innen durch luftige
Raumverhältnisse. Wer den Landcruiser also für eine
längere Asphalt-Reise mit vier Personen missbraucht,
kann davon ausgehen, gut gelaunte Fahrgäste mitzuführen.
Und falls nicht, liegt es keinesfalls am Aufenthaltsort. Denn
im Landcruiser geht es gediegen-luxuriös zu. Abgesehen
von den großzügig bemessenen Sitzeinheiten gibt
es allen Grund, sich wohl zu fühlen. Man thront hoch
über der Strasse, was den Fahrer freut, denn er genießt
beste Aussicht auf das Verkehrsgeschehen. Ferner liegen die
Instrumente gut zur Hand; das ist wichtig, denn es gibt ja
dank reichlich vorhandener Technik viel zu bedienen
einfache Architektur freilich ist das nicht. Umsteigern von
einfachen Automobilen sei ein paar Lernstunden empfohlen,
allerdings findet man sich schnell zurecht.
Grund für den möglicherweise nötigen Crash-Kurs:
In Verbindung mit der hier relevanten 4,0-Liter-Benziner-Version
ist die Ausstattungslinie "Executive" pflicht, was
die Anzahl der Tasten aufgrund üppiger Serienausstattung
maximiert.
Zu dieser gehört unter anderem das DVD-Navigationssystem
mit großem Touchscreen.
Neben dem Ausstattungsniveau macht auch die Verarbeitung einen
gelungenen Eindruck. Klappergeräusche sind dem Landcruiser
fremd, nicht entgratete Kunststoffe suchen notorische Nörgler
vergebens. Die serienmäßigen Ledersessel nehmen
den Passagier gemütlich auf, wer sich einmal niedergelassen
hat, will so schnell nicht wieder aufstehen.
Das Antriebskapitel ist sozusagen ein
besonderes, weil die Abhandlung den hierzulande selten ausgelieferten
Benziner unter die Lupe nimmt. Dabei kommt ihm durchaus die
Rolle des noblen Gleiters zu, ohne den Common-Rail in Misskredit
zu bringen. Dieser erledigt seine Aufgabe wunderbar
gerade auch in Bezug auf Fahrdynamische Qualitäten. Denn
obwohl der 4,0 stattliche 86 PS mehr Leistung produziert,
fällt der subjektive Unterschied nicht so dramatisch
aus. Wohl aber unterscheiden sich beide Triebwerke in der
Charakteristik gravierend. Nicht nur, dass der Otto seine
Leistung gleichmäßiger abgibt; das Dieseltriebwerk
zeigt sich hemdsärmelig, während der Vierliter den
Allradler im feinsten Umgangston anschiebt.
Selbst unter Last pflegt der V6 seine Flüstersprache,
wer ihn in Form eines sonoren Brummens wahrnehmen will, muss
das Drehzahlband schon voll auskosten. Währenddessen
wechselt die Vierstufenautomatik emsig, aber kaum spürbar
ihre Übersetzungen. Umso deutlicher spürbar greift
dagegen die nicht ganz sauber geregelte Geschwindigkeitsbegrenzung
ein. Wer es schafft, die Tachonadel auf 190 km/h zu bringen,
wird abrupt eingebremst, so dass die Geschwindigkeit zunächst
wieder abfällt und bei durchgetretenem Gaspedal wieder
bis zum Abregelpunkt wandert, von dem aus das Spiel erneut
beginnt. Glücklicherweise dürfte sich dieser Umstand
jeglicher Praxisrelevanz entziehen, was ihn bewertungstechnisch
relativiert.
Ein wahres High-Tech-Paket stellt die Kraftübertragung
des großen Toyota dar, welcher grundsätzlich über
alle vier Räder angetrieben wird. Bei griffigem Untergrund
erhält die Hinterachse 60 % der Motorkraft. Je nach Schlupf
variiert die Kraftverteilung automatisch per Torsendifferenzial.
Auf Knopfdruck lässt sich das Mitteldifferenzial sogar
zu einhundert Prozent sperren. Wenn es wirklich mal ins Gelände
geht, hilft eine elektronisch gesteuerte Bergabfahr-Kontrolle,
die das Fahrzeug unabhängig vom Gefälle auf etwa
sechs Stundenkilometer einbremst. Dass der Landcruiser auch
über einen kurzen Übersetzungsbereich verfügt,
steht wohl außer jeder Diskussion.
Ein Schmankerl anderer Art stellt die bei der Executive-Ausführung
serienmäßige aktive Fahrwerksregelung mit luftgefederter
Hinterachse dar. Diese passt die Dämpferhärte an
aktuelle Fahrbahngegebenheiten an; außerdem darf der
Fahrer über einen Drehschalter eine komfortable oder
sportliche Ausrichtung wählen. Ob dieser Schalter ins
Reich der Spielereien gehört oder nicht, mag jeder selbst
entscheiden. Fakt ist, dass das große Schiff im Sport-Modus
recht hart über Unebenheiten poltert, aber verständlich
angesichts der Fahrzeugklasse wenig dynamisches Können
zeigt. Schnelle Kurven werden von deutlicher Seitenneigung
mit leichter Übersteuer-Tendenz begleitet. Moderates
Dahingleiten steht dem Offroader demnach besser zu Gesicht.
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Klassisch: Das Reserve-
Rad am Heck |
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Und das ist sogar eine Domäne des
Japaners, auch wenn er für harte Pisten ausgelegt ist.
Eine Spur Businesslimousine kann der 4x4 nicht verleugnen,
das zeigen der angenehme Geräuschkomfort, welcher bei
hohen Tempi allein vom Wind geschmälert wird und
die feine Ausstaffierung der Fahrgastzelle mit Dingen wie
Sound-System inklusive CD-Wechsler, Sitzheizung, elektrischer
Sitzverstellung, elektrischem Schiebedach und Tempomat.
Ebenfalls auf der Höhe: Die Sicherheitsausstattung enthält
sechs Airbags, Antiblockiersystem sowie ein elektronisches
Stabilitätsprogramm.
Im Fond befindet sich noch eine herausnehmbare dritte Sitzbank,
welche den Passagieren nicht ganz so üppige Platzverhältnisse
beschert wie die ersten beiden Reihen, aber auch hier geht
es weit über den Status von Notsitzen hinaus. Daneben
taugt der Landcruiser als Last- und Zugesel mit einem Ladevolumen
von 1.850 Litern bei umgeklappter Rückbank und einer
Anhängelast von stattlichen 2,8 Tonnen. Dafür sollten
seine künftigen Eigner ein belastbares Portemonnaie haben,
denn mit runden 16 Litern Super auf einhundert Kilometern
ist der große Benziner kein Sparwunder.
Auch der Anschaffungspreis ist nicht von Pappe: 54.400 kostet
der teuerste Landcruiser, bietet aber bis auf Metallic-Lackierung
(500 Euro) alles erdenkliche frei Haus. Schade ist jedoch,
dass Xenonlicht weder für Geld noch gute Worte geliefert
werden kann.
Fazit: Der Toyota Landcruiser
4,0 ist ein Geländewagen vom alten schlage, aber er ist
es doch nicht. Als Basis dient ein stabiler Leiterrahmen,
unterm Blech steckt geballte Technik, die das Flaggschiff
auch im 21. Jahrhundert fit macht, um mühelos gegen die
Konkurrenz antreten zu können. Die Kosten bewegen sich
dabei im üblichen Rahmen.
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