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Fahrberichte & Tests
 
Toyota Corolla Front
...äußerlich ging das Facelift nahezu spurlos am
Corolla vorbei
 
 

Nagel-Pflege

Toyotas Topseller Corolla bekommt ein leichtes Facelift: Im Mittelpunkt steht der aktualisierte 2,0 D-4D mit nun 116 PS. Ganz zur Freude der Autofahrer, weil zu Gunsten der Umwelt wie der Geldbörse, erfüllt das moderne Triebwerk ab sofort die Euro 4 Abgasnorm.

Zugegeben, so verrückt nach Dieselmotoren wie in Deutschland ist man kaum wo. Nicht in Japan, nicht in den USA und auch in vielen Ländern Europas nicht. Kein Wunder, dass die Japaner den Selbstzünder-Boom lange Zeit nicht ernst genug genommen haben und in der Entwicklung hinterherhinkten.
Doch späte Erkenntnis ist besser als gar keine - so verbaut Toyota inzwischen gestandene Common-Rail-Triebwerke. Das jüngste Produkt - erstmals im neuen Avensis vorgestellt - erfüllt die strengen Euro 4 Abgas-Grenzwerte und treibt jetzt auch Toyotas untere Mittelklasse an.

Neben Umwelt freuen sich auch die Ohren der Passagiere über das modifizierte Aggregat, dessen verbesserte Common-Rail-Anlage vor der Haupteinspritzung mehrere Voreinspritzungen durchführt, was das typische Nagel-Geräusch bekanntermaßen entschärft.
Im subjektiven Fahreindruck bestätigte sich der Diesel als angenehmer Begleiter. Akustisch sehr zurückhaltend vollziehen sich Beschleunigungsvorgänge nachdrücklich - allerdings erst, nachdem das kleine Kraftloch unterhalb von 2.000 Umdrehungen pro Minute überwunden ist. Besonders wirkungsvoll arbeitet der Vierzylinder zwischen 2.000 und 3.000 Touren. In diesem Bereich entwickelt er ansehnliche Zugkräfte; diese werden dank passender Übersetzungsanschlüsse in spontanen Vortrieb umgesetzt. Die Schaltarbeit gelingt mit der bereits bekannten Fünfgang-Box recht reibungslos, allerdings weigert sich die dritte Stufe beim Hochschalten schonmal, auf Anhieb einzuspringen.

Am grundsätzlichen Charakter der kompakten Limousine hat sich freilich nicht viel geändert. Alle Modelle kommen ab dem aktuellen Jahrgang etwas sicherer daher, verfügen sie doch jetzt neben Front- und Seitenairbags zusätzlich auch über Kopfairbags vorn und hinten. Das Stabilitätsprogramm gibt es aber weiterhin nur für die beiden stärksten Benziner - eine Schwäche, die schnellstens behoben werden sollte.
Neu ist auch die Ausstattungsvariante "Luna", welche die Basis für den stärkeren Diesel darstellt.

Toyota Corolla D-4D Motorraum, Motor
 
...unter dem Blech
dagegen gibt es Neues:
Viel ist vom erstarkten
Diesel aber nicht zu sehen
 

Preislich beginnt der Corolla 2,0 D-4D 116 PS bei 18.700 Euro. Damit ist er allerdings auch schon komplett ausgestattet - an Bord sind neben den zahlreichen Luftsäcken Antiblockiersystem, Bordcomputer, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, Klimaanlage, Lederlenkrad, Radioanlage inklusive RDS und CD-Spieler sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.
Der 1.000 Euro teurere "Sol" bietet im Falle der fünftürigen Version auch hinten elektrische Fensterheber sowie eine Klimatisierungsautomatik.
Individualisierer bekommen gegen 750 Euro Aufpreis ein elektrisches Glas-Schiebe-Hebe-Dach. Für 380 Euro gibt es eine Metallic-Lackierung, und ab 1.445 Euro weist ein Navigationssystem mit Monochrom-Display den richtigen Weg. Die Kunden der Sol-Ausführung können auf Wunsch das sogenannte Multivision-Navigationssystem ordern. Dieses bietet einen Touchscreen-Farbmonitor, lässt sich dafür aber mit 2.300 Euro ordentlich bezahlen.
Tempomat und Sitzheizung sind für die nagelnde Version leider nicht zu haben. Doch das sei dem Importeur verziehen - verschärft jede weitere Extra-Zutat doch die ohnehin schon belastenden Logistik-Probleme.

Fazit: Der Toyota Corolla ist auch im neuen Jahrgang eine robuste Empfehlung. An den grundsätzlichen Eigenschaften hat sich natürlich nichts geändert. Das zuverlässige Auto mit dem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis verfügt nun über den aktuellen Sicherheits-Kanon, und erfreulich ist, dass künftig auch Diesel-Fahrer Steuervergünstigungen (Euro 4) erhalten. Schade hingegen, dass der D-4D noch kein elektronisches Stabilitätsprogramm an Bord hat - dieses bleibt dem 1,6-Liter-Benziner sowie dem TS vorbehalten.

 

 



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