spacer

spacer
DRIVERSNET.DE - Das Auto-Mag für gay urban trendsetter. Themen: Auto, Tests, Fahrberichte.
Home Fahrberichte & Tests QD-Spot Technik Young n Old Galerie Vorschau Auto-Test-Archiv
spacer
spacer spacer
 
Special
 

Nissan GTR Frontansicht, Innenraum

Nissan GTR Heckansicht

 

1. Das Cockpit wirkt täuschend brav, aber der GT-R hat es dick hinter den Ohren...

2. Drahtiger Supersportler – der Nissan GT-R

3. Mit den Tasten der Mittelkonsole wird man schnell fertig...

4. Potent wirkende Rohre, fetter Spoiler, große Klappe und auch viel dahinter

 

 

Nissan GTR & 370z im Test
Sportsfreunde
Mit den Kalibern 370 Z und GT-R bildet die drahtige Spitze des deutschen Nissan-Modellprogramms schlagkräftige Argumente, das heimische Terrain einmal zu verlassen und den Blick Richtung Fernost zu lenken. Von gemäßigt bis extrem, von bürgernah bis exklusiv reicht die Bandbreite der beiden Sportler, die im folgenden Special Thema sind.

Im Sportwagen-Business schreiten die Uhren manchmal schneller voran als in der automobilen Brot- und Butter-Klasse. Wie sonst ließe sich erklären, dass der GT-R – noch nicht allzu lange auf dem Markt – bereits eine neue PS-Runde eröffnet hat. Die 400er-Klasse ist out, satte 530 Pferdchen erhalten künftige GT-R-Eigner. Eine schöne Zahl, zumal auch die Highend-Produkte aus Zuffenhausen ihre PS-Werte mit einer Fünf eröffnen, ebenso wie jene aus Coventry, Bologna oder Maranello. Andererseits: In diesen Leistungsregion ist die Luft ohnehin schon dünn oder vielmehr kräftig im Widerstand, was demnach bedeutet: Ob 480, 500 oder 530 PS, viel rasanter wird nicht mehr beschleunigt. Denn der Gegendruck des unsichtbaren Gases wächst nicht Linear, so dass gleich viel mehr Power gefordert ist, um die Fahrzeuge etwas schneller an Fahrt gewinnen zu lassen – das gilt vor allem für den oberen Geschwindigkeitsbereich. Wer also bereits mit einem 485 PS-GT-R unterwegs ist, leidet auf hohem Niveau, denn man ist fast ganz oben angekommen an der Fahrleistungsgrenze – zumindest bezüglich der Vertikalbeschleunigung. Wer im einstelligen Sekundenbereich auf 200 km/h beschleunigen möchte, muss schon zu einem der wenigen Exoten in der Über-Auto-Klasse greifen – da fallen dann Namen wie Bugatti Veyron, Koenigsegg CCXR oder Bristol Fighter T, die allesamt mit vierstelligen PS-Werten auftrumpfen und damit alles in Grund und Boden fahren, was Räder hat – selbst die rasantesten Bikes kommen da ins Schwitzen.

 

Aber nun zurück aus dem Reich der Träume in die Realität, die ja eigentlich auch nicht allzu real ist, denn ein GT-R bleibt für die meisten Autofahrer wohl ein Traum, den sie sich nicht erfüllen können oder wollen. Ersteren sei Erfolg gewünscht, auf dass sich die Lage bald ändern möge, während Letzteren empfohlen sei, doch einmal über den Tellerrand zu schauen, denn gute Sportwagen kann man nicht nur auf dem eigenen Kontinent, im eigenen Land oder der eigenen Stadt hervorragend einkaufen. Soundsüchtige werden sich schon Sekunden nach dem Knopfdruck wundern, wenn der mächtige 3,8-Liter-V6 unter kräftigem Getöse seine Arbeit aufnimmt. Aufgeregt zuckt der große, mittig im Instrument platzierte Drehzahlmesser bei jedem auch noch so zarten Gasstoß, während es aus Richtung Motorhaube schnaubt. Der Doppelturbo beherrscht so einige akustische Spielarten, stets angemessen für sechs Töpfe und von der Tonlage auch durchaus rennwagentauglich. Keine Sorge, beim Einlegen der Fahrstufe geht das Konzert weiter, diesmal mit metallisch-mahlenden Tönen. Damit der unbedarfte Fahrer nicht erschrickt, hat Nissan vorsorglich einen Zettel hineingelegt, auf dem mitgeteilt wird, dass solch außergewöhnliche Fahrzeuge auch außergewöhnliche Geräusche von sich geben – es liegt also kein Defekt vor, sehr schön.

 

So ganz unkompliziert in der Technik indessen ist der GT-R nicht. Jedenfalls wird es unter Extrembedingungen problematisch in Sachen Thermik, die im Alltag jedoch kaum erreicht werden. Also Entwarnung für jene, die sich gerne mal auf unlimitierten Autobahnen austoben oder die nächste Landstraße auskosten. Wer Rennsport betreibt und damit die Getriebeöltemperatur stark anheizt, muss eben häufiger zum Check inklusive aller Ölwechsel, den die extra dafür ausgerüsteten Nissan High Performance-Center gerne übernehmen; es gibt hierzulande derzeit zwölf solcher autorisierter GT-R-Spezialisten, welche die Exklusivität dieses besonderen Sportwagens untermauern. Wer ungünstig wohnt, muss eine längere Anfahrt in Kauf nehmen, aber die macht mit dem stärksten Nissan ja schließlich auch Spaß. Jetzt aber auf in die Praxis und das schnell agierende Doppelkupplungsgetriebe bemühen. Mit moderatem Gasfuß geht es aus dem heimischen Depot über Nebenstraßen in urbane Gefilde. Noch ahnt man nicht, welche enormen Kräfte der GT-R freizusetzen in der Lage ist. Dafür fährt man stets in Begleitung von gierigen Blicken. Man kann dem Publikum förmlich aus dem Gesicht lesen: "Ich würde auch mal gerne!". Nicht nur die wuchtige Optik – Jugendliche und Spielfreaks (oder beides zusammen) kennen den Allradler aus "Need For Speed", dem Racing-Game schlechthin – zieht Blicke magisch an, es ist auch und gerade der Sound.

 

Selbst wer mit niedriger Tourenzahl dahinschlendert, macht akustisch auf sich aufmerksam: Bereits knapp über Standgas-Drehzahl entweicht den vier Ofenrohren dieses kehlige Wummern, das einfach süchtig macht. Bei zahlreichen Ampelstopps, auch Micropausen genannt auf Neudeutsch, bleibt dem Fahrer Zeit, die schönsten Tasten des Cockpits zu entdecken. Die Knöpfchen-Flut ist schon recht geeignet, um verspielte Kunden glücklich zu machen, aber auch sachlich orientierte Zeitgenossen werden sich daran gewöhnen (müssen). Performance-Liebhaber switchen schnell von der Navi-Karte auf das Skalen-Mäusekino mit gefürchteter Motor- und Getriebeöltemperatur – aber auch der Ladedruck wird angezeigt neben so trivialen Parametern wie Geschwindigkeit oder Wassertemperatur. Fein, jetzt hat das Schmiermittel knapp unter einhundert Grad, man darf dem V6 seit einiger Zeit Feuer geben. Traktionsprobleme sind wohl nicht zu erwarten; zwar ist der Sportler unter normalen Umständen als reiner Hecktriebler unterwegs, aber sobald auch nur ein Hauch von Schlupf anliegt, wird die Vorderachse mit Kraft versorgt. Also Vollgas und schauen, was passiert: Quasi ohne Verzögerung erhalten beide Achsen Antriebsmoment, der GT-R krallt sich in den Asphalt, schnalzt nach vorn wie aus einem Katapult entlassen. Wann lässt der Druck endlich nach, fragt sich der Beifahrer, dem es auf die Magengrube schlägt.

 

Jenseits der 200 Sachen jedenfalls noch nicht, erst ab 250 km/h gewinnt der Luftstrom an Potenz und bremst den Japaner in seinen Sturm und Drang-Manieren. Allerdings legt er noch immer zu und erreicht bei genügend Auslauf und wenig Verkehr problemlos die 300er-Grenze. Mal eben per Brembo-Scheibe auf 230 runter und mit Kickdown wieder hochbeschleunigt – sämtliche Schmierstoff-Temperaturen laufen keineswegs aus dem Ruder. Wie macht sich der Skyline-Erbe eigentlich als Tourer? Wer die harte Gangart schätzt oder zumindest nicht davor zurückschreckt, wird auch gegen eine längere Reise keine Einwände formulieren. Klar, Bodenwellen reicht der Powerbrocken an die Insassen weiter, da nützt es auch wenig, die elektronisch beeinflussbaren Dämpfer in die sanfteste Stellung zu bringen. Die Macht der Gewohnheit wird manifest, wenn man den Umstieg in einen gestandenen Golf R als Wellness-Ausflug empfindet, die Performance allerdings wird schmerzlich vermisst, garantiert. Was macht man bloß, wenn die 90.900 Euro für die High-Speed-Fuhre gerade schlicht nicht auf dem Konto liegen? Einfach etwas weiter im Nissan-Programm herumstöbern und feststellen, dass dort auch andere attraktive Offerten mit langer Tradition auffindbar sind. Wie wäre es also mit einem Z-Modell? Schließlich sorgen die Kracher mit dem letzten Buchstaben im lateinischen Alphabet schon seit 1969 für wässrige Münder unter den Autofans.

 

>>WEITER | 1 | 2


 
Neu im Mag
spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer

Diesel +

Mittelklasse oder eher kompakt? Der Mitsubishi Lancer Sportback jedenfalls besitzt Allround... >>MEHR
Mitsubishi Lancer Sportback Front-Ansicht
spacer

Die Kombi
machts

Wer hat Angst vorm Sechszylinder? Skoda Superb V6-Fahrer jedenfalls... >>MEHR
Skoda Superb Combi Front-Ansicht
spacer

Anti-
Mainstream

Kompaktklasse muss nicht immer Mainstream und schon gar nicht langweilig... >>MEHR

 

Renault Mégane Coupé Front-Ansicht
spacer
Power-Öko
Der Jaguar XF mimt Businessklasse im feinen Blechkleid. Keine Spur zwar... >>MEHR
Jaguar XF 2012, Front-Ansicht
spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer
spacer
spacer
spacer spacer
spacer

Aktuelle Nachrichten, neues vom Genfer Automobilsalon, der Detroit Autoshow, und Berichte aus Auto, Motor, Technik, Umwelt, Mode, Trend, Lifestyle, Queer und Gay. Im Online-Artikelarchiv auch kostenlos recherchierbar. Dazu News, Fahrberichte, Tests, Videos, Bilder, Termine und exklusive Interviews aus allen Bereichen des Autos von der DRIVERSNET-Redaktion.


FAHRBERICHTE & TESTS
| TECHNIK | ALTERNATIVE ANTRIEBE | GAY TREND & LIFESTYLE | VIDEOS | ALLE AUTO-TESTS

 
SENFKOMM Medien