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Am
7. Januar hat in Detroit/Michigan in der Cobo
Conference Hall die North American International
Auto Show, kurz NAIAS, wieder ihre Pforten geöffnet;
in diesem Jahr zum hundertsten Male seit 1907.
So geschichtsträchtig die wichtigste Automobilmesse
der USA auch ist, zeigt sie besonders in ihrem
Jubiläumsjahr, dass sie sich in den letzten
Jahrzehnten von einer reinen Selbstdarstellung
der US-amerikanischen Hersteller zu einer internationalen
Messe gewandelt hat, die einen überaus spannenden
Bogen über die aktuellen Themen und Trends
der Automobilwelt schlägt: welche Perspektiven
haben die bisweilen arg angeschlagenen Big Three
der US-Hersteller, welche Innovationen sollen
den drohenden Klimawandel aufhalten und was gibt
es Neues aus Fernost? Die NAIAS eröffnet
ab dem 13. Januar in ihrem letzten Teil der Öffentlichkeit
einen Blick in die Zukunft und gibt einige Antworten
auf diese Fragen. Dass es trotz des 100. Geburtstags
kein Blick in den Rückspiegel der automobilen
Vergangenheit ist, wird durch die bunte Fülle
der zur Schau gestellten Concept Cars, Studien
und Neuheiten unterstrichen.
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| Wird
dieser Camaro Realität? |
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Um die Zukunft des
Klimas bangen viele angesichts der auch in Detroit
fast frühlingshaften Temperaturen jenseits
der 10 Grad, wo man hier zu dieser Zeit doch eher
Eis und Schnee gewohnt ist. Die Deutschen Hersteller
haben sich auf dieser Messe verstärkt dem
Thema Umwelt angenommen: BLUETEC heißt das
Zauberwort, wenn in den USA von den neusten Generationen
dieselbetriebener Fahrzeuge gesprochen wird. In
den USA war der Diesel als Antriebsquelle für
PKW bisher unbeliebt, dieses Bild hat sich angesichts
der für amerikanische Verhältnisse zeitweilig
extrem hohen Spritpreise und scharfer Abgasbestimmungen
deutlich gewandelt. Saubere, sparsame Diesel sind
somit höchst interessant und Mercedes-Benz
ist als erster Hersteller bereits mit dem E 320
CDI BLUETEC seit einigen Monaten mit diesem Dieselkonzept
auf dem Markt. Der nun in Detroit vorgestellte
Vision GL 420 BLUETEC zeigt, dass auch leistungsfähige
und große Geländewagen sauber und sparsam
fahren können, die sich in den USA immer
noch großer Beliebtheit erfreuen. In einer
anderen Variante der BLUETEC-Technologie wird
hier durch Harnstoffeinspritzung den Stickoxiden
zu Leibe gerückt, dem bisher noch größten
Problem bei Dieselmotoren. Damit können die
schärfsten Abgasbestimmungen eingehalten
werden.
Andere Hersteller
wie Audi und Volkswagen haben ihrerseits an Lösungen
gearbeitet und sich zusammen mit DaimlerChrysler
zur BLUETEC-Allianz vereint. Audi stellt mit dem
Q7 3.0 TDI ebenfalls einen großen SUV mit
dieser Technologie vor, er soll ab 2008 auf dem
US-Markt angeboten werden. Volkswagen bietet künftig
im neuen Tiguan einen sauberen Diesel an. BMW
kündigt ebenfalls eine ähnliche Lösung
an und präsentiert unterdessen das neue 3er
Cabriolet, um die frische Luft auch genießen
zu können. Anstelle des bisherigen Stoffverdecks
kommt ein dreiteiliges Stahlverdeck zum Einsatz.
Zur Markteinführung im März 2007 sind
vier Benziner und ein Dieselmotor zwischen 170
und 306 PS für den elegant-sportlichen Bayern
erhältlich. Eine US-Premiere feierte der
neue ForTwo von Smart, der ab 2008 erstmals n
den USA erhältlich ist. Porsche präsentiert
seinen gelifteten Cayenne, der insbesondere durch
neue Optik im Bereich Scheinwerfer, Rückleuchten
und Schwellerdesign auffällt und teils kräftige
Leistungssteigerungen durch den Einsatz von Benzindirekteinspritzung
und Hubraumvergrößerung erhält.
Wie ein Blitz hat mittlerweile auch in den USA
das Thema Umwelt- und Klimaschutz eingeschlagen,
denn der dynamisch-spitz zulaufende Viertürer
Chevrolet Volt zeigt, dass sogar die US-Hersteller
die Zeichen der Zeit erkannt haben. Die Hybrid-Studie
von GM ist eine weitere Variante dieser Antriebsart:
Ist die zuvor am Stromnetz innerhalb weniger Stunden
in die Lithium-Ionen-Akkus getankte
Energie nach etwa 60 km vollständig in Bewegungsenergie
umgewandelt worden, erzeugt ein nun anspringender
Generator in Form eines Einliter-Vierzylinders
die notwendige Energie. Er mit dem Biokraftstoff
E85 betrieben wird. Das E-Flex-System getaufte
Antriebskonzept lässt weitere umweltschonende
Kraftstoffe wie Wasserstoff oder Biodiesel zu.
Aber nicht nur Umweltaspekte standen im Vordergrund,
sondern vor allem die künftige Entwicklung
der krisengeschüttelten und durch die Rabattschlachten
der vergangenen Jahre hochverschuldeten US-Automobilindustrie.
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| Hybrid-Sportler
von Toyota: FT-HS |
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Neben den futuristischen und zukunftsweisenden
Studien steht eine Fülle von Neuerscheinungen
und wie aus Trotz Concept Cars,
die mit Leistung und typisch amerikanischem Design
so voll gepackt sind, wie einst ostdeutsche Spitzensportler
mit Anabolika. Die neue Studie des Chevrolet Camaro
ist ein Beispiel dafür, die hier gezeigte
offene Variante fasst die traditionellen Werte
zusammen: Ein 400 PS starker V8-Motor, viel Chrom
und typische Farb- und Formgebung suggerieren
ein Comeback des Musclecars. Bei den momentan
leicht fallenden Benzinpreisen darf etwas Unvernunft
wohl wieder sein, sind diese Autos doch das Salz
in der Autosuppe. Aber auch die Konkurrenz von
Ford zeigt in ihrer Studie Interceptor, dass die
amerikanische Nummer zwei ihrer Tradition bewusst
ist. Da wie dort V8, Leistung satt und chromblitzendes
Fullsize-Design auf Mustangbasis. Dennoch gibt
sich Ford etwas umweltbewusster: Der 4,6 Liter
säuft keinen Sprit sondern braucht Alkohol
in Form von Ethanol. Die Konzernmarke Lincoln
zeigt mit dem MKR Concept ebenfalls ein mit Ethanol
betriebenes Auto jenseits der 400-PS-Marke, welches
insbesondere durch den riesigen Doppelgrill und
durch das futuristische Interieurdesign auffällt.
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| Der
Trailhawk ist zu schade für die
Straße |
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Und Chrysler? Neben der
leistungsgesteigerten Viper zeigt man mit der
Studie Jeep Trailhawk einen Ausblick auf den kommenden
Cherokee, dessen niedriges Dach im Roof-Chop-Look
gehalten ist und durch ein extrem bulliges Styling
auffällt. Die Studie Nassau Concept basiert
technisch auf dem 300C und orientiert sich hingegen
an den US-untypische Formen einer Kombi-Limousine.
Sie ist Wegbereiter für die künftigen
Limousinengenerationen der Marke und zeigt progressive
Designelemente. Für Chrysler am bedeutsamsten
war die Vorstellung des Town and Country, der
Neuauflage des Voyagers. Im Gegensatz zu den gezeigten
Studien gibt sich dieser sehr konservativ. Auffälligstes
Merkmal ist die Front mit einem Grill, der sich
an den 300C anlehnt. Betont werden eher die innere
Werte wie das neuartige Sitzkonzept. Weitere wichtige
Neuvorstellungen der US-Marken sind der überarbeitete
Ford Five Hundred und in der Kompaktklasse der
der Ford Focus, der besonders auf die jüngere
Generation zielt und außer dem Namen nichts
mit seinem europäischen Namensbruder gemein
hat. Cadillac stellt den Nachfolger des CTS vor,
und die Neuauflagen Dodge Avenger und Chevrolet
Malibu kämpfen im Mittelklassefeld um Marktanteile,
die nicht zuletzt auch die Konkurrenz aus Fernost
an sich gerissen haben.
Insbesondere die Japaner haben die Schwächen
der US-Hersteller genutzt und sind gut aufgestellt:
Das japanische Samuraischwert kreist tief über
Auto-Amerika, Toyota schickt sich 2007 an, erstmals
in der Geschichte GM in den Produktionszahlen
zu überholen. Diese Stärke wird auf
der NAIAS deutlich, denn die japanischen und koreanischen
Hersteller haben eine Vielzahl von Neuheiten parat.
Toyota setzt mit der in einem kalifornischen Designstudio
entstandenen, scharfkantig gezeichneten Studie
FT-HS seine Entwicklung im Bereich der Hybriden
fort und unterstreicht die Dominanz des japanischen
Herstellers auf diesem Sektor. Der FT-HS zeigt,
wie man sich den Nachfolger des Supra vorzustellen
hat. Der 400 PS starke Sportwagen soll binnen
4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Konkurrent
Honda hält mit dem Acura Advanced Sports
Car Concept dagegen, der ebenfalls mit technischen
Highlights wie zum Beispiel einem V10-Motor aufwartet
und als Vorbote der neuen NSX-Generation anzusehen
ist. Die Luxusmarke Lexus zeigt mit der seriennahen
Studie LF-A, dass sie nicht nur innovative und
höchst komfortable Autos bauen kann, sondern
auch rassige Supersportwagen mit 500 PS und über
320 km/h Spitzengeschwindigkeit. Mazda gibt sich
mit der durchgestylten Studie Ryuga bodenständiger
und betont umweltbewusst, denn hier wird ebenso
auf Ethanol als Kraftstoff gesetzt. Aber nicht
nur technisch brilliante Sportwagen werden präsentiert.
Dass längst nicht alle Crossover-Kombinationsmöglichkeiten
ausgereizt sind, zeigen die Studie Bevel und die
Neuvorstellung Rogue von Nissan, wobei letzterer
vorerst nicht nach Europa kommt. Eine stilistisch
bemerkenswerte Studie präsentiert Kia mit
dem fahrerorientierten Kue, ein neuer Vertreter
des sogenannten CUV-Segments. Hyundai zeigt mit
dem Veracruz einen SUV, der im Revier von ML-Klasse
und X5 wildern soll und 2008 nach Europa kommen
wird.
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| S-Type-Kunden,
hergeschaut ! |
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Für höchsten Genuss
stehen die Neuheiten der Luxushersteller, vor
allem aus der alten Welt: Maserati bietet seinen
Quattroporte nun mit der von vielen Kunden lang
erwarteten Wandlerautomatik an. Das zuvor verwendete
automatisierte Schaltgetriebe wurde als unpassend
empfunden. Die in der Krise befindliche englische
Nobelmarke Jaguar läutet mit dem in Detroit
vorgestellten C-XF eine neue Ära ein, zumindest
was das Design angeht. Die sonst so konservativen
und betont traditionsbewussten Briten stellen
mit dieser Studie ein Auto vor, was augenscheinlich
nichts mit seinen Vorfahren gemein hat und allenfalls
noch an den aktuellen XK erinnert. Das XF
im Namen ist ein Anzeichen für das kommende
Designkonzept des S-Type-Nachfolgers. Ein großer
Grill, spitze blauglühende Scheinwerfer und
eine kompromisslos technisch wirkende Designlinie
charakterisieren diese Studie. Waren Cabriolets
in den siebziger Jahren nicht zuletzt dank verschärfter
Sicherheitsbestimmungen der amerikanischen Gesetzgebung
fast ausgerottet, so liegen Luxuscabrios wieder
voll im Trend, auch das ist eine Erkenntnis aus
Detroit. Aston Martin stellt seinen neuen V8 Vantage
Roadster aufs Parkett der Edelcabrios. 385 PS
und 280 km/h Spitze sind beeindruckende Eckdaten,
die neben denen des neuen Bentley Continental
GTC doch eher bescheiden wirken. Dieser leistet
560 PS und ist mit 312 km/h der schnellste offene
Viersitzer. Die Krönung des automobilen Genusses
zeigen Mercedes-Benz und Rolls-Royce: mit dem
Ocean Drive Concept Car präsentiert die Stuttgarter
Edelmarke ein Luxus-Cabrio von höchster Exklusivität.
Als viertüriges Cabriolet reiht es sich ein
in die Reihe der famosen Vorfahren und ist Reminiszenz
an den letzten Vertreter der Marke dieser höchst
seltenen automobilen Gattung, dem Mercedes 300
Cabriolet aus den 60er Jahren. Rolls-Royce stellt
das Phantom Drophead Coupe vor, mit zwei hinten
angeschlagenen Türen und einer Länge
von 5,60 Meter ist es momentan das größte
Cabriolet der Welt. Mit über drei Tonnen
Leergewicht dürfte es auch eines der schwersten
sein. Die verwendeten Materialien betören
die Sinne: Teakholz, Mahagoni, Chrom und Leder
fügen sich zu einer verschwenderischen Komposition.
Ob der Mercedes gebaut wird, ist noch fraglich,
vom Rolls-Royce darf schon geträumt werden,
er kommt!
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