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Special
 

Chevrolet Cruze Frontansicht, Innenraum

Chevrolet Cruze Heckansicht

 

1. Schicker Cruze-Innenraum mit einer Fülle an Tasten und TFT-Schirm als Option

2. Bisher gibts den Cruze leider nur als Stufenheck...

3. Ein bisschen an Opel erinnert die gepfeilte Mittelkonsole

4. Gefälliger Kompaktlimousine – der Chevy Cruze

 

Chevrolet HHR & Cruze im Test

American Deal

Chevrolet in Deutschland entwickelt sich zu einer interessanten Marke, wenngleich die originalen Ami-Modelle gerade rar erscheinen. Doch die Zeiten werden garantiert wieder anders, schließlich ist der Camaro bereits in Sichtweite. Im folgenden Special geht es um den HHR, dem hierzulande offiziell indes nur eine kurze Episode gegönnt war. Außerdem behandelt es den im Mittelklasse-Segment grabenden Cruze – nach dem Spark der jüngste Markenspross.

In Korea läuft die nicht mehr ganz kompakte Limousine unter der Bezeichnung Lacetti bereits seit 2008 und entpuppt sich als wahres Weltauto, an dem viele Ingenieure aus aller Welt gearbeitet haben und dass in zahlreichen Werken rund um den Globus gebaut wird. Auch die Techniker des in Rüsselsheim stationierten Entwicklungszentrums legten Hand an und machten die Limousine fit für europäische Ansprüche: Nicht zu weich darf ein Auto in diesen Breiten geraten, um gut angenommen zu werden – der Fahrkomfort indessen muss stimmen. Erste Ausfahrten mit dem Welt-Chevrolet bescheinigen ihm durchaus brauchbare Fahreigenschaften mit einer sanften Note. Um im westlichen Europa und vor allem in Deutschland Stückzahlen zu generieren, braucht es in diesem Segment jedoch eine Schrägheck-Version, die allerdings schon auf dem Plan steht. Vorn überzeugt der internationale Markenvertreter mit prägnanten Scheinwerfern und großem Kühlergrill samt in Wagenfarbe lackierter Querstrebe, die hinreichen Platz bietet, um das Bowtie-Signet in ordentlicher Dimension anzubringen. Muskulös-kantige Linien stehen für eine Designbotschaft des modernen 21. Jahrhunderts – und mithin für eine moderne Chevrolet-Ära.

 

Das beweist auch der Blick in den Innenraum; hier stellt der Cruze das Glanzstück der bisherigen Chevy-Auswahl: Als erstes Familienmitglied trägt er auf Wunsch einen großen TFT-Monitor in der modisch gepfeilten Mittelkonsole. Außerdem erfreut er einschlägige Fans mit einer Armada von Knöpfchen, die einen Funken High-Tech in die Fahrgastzelle bringen. Das Tastenlayout erinnert etwas an die aktuellen Opel-Modelle; je nach Ausstattung zieren Hochglanz-Einsätze die hübsch gestaltete Innenarchitektur. Ein griffsympathisches Multifunktionslenkrad passt wunderbar zur Schalterfülle – dafür sind die Instrumente schnörkellos und klar mit kleinem Info-Feld zwischen Drehzahlmesser und Tacho samt Tankuhr sowie Wassertemperatur-Anzeige darüber. Der Lichtschalter ist ein alter Bekannter aus dem GM-Regal – bis hin zum neuen Saab 9-5 findet er Verwendung. Wenigstens ist er praktisch. Praktisch ist der gesamte Cruze übrigens. Getränkehalter vorn wie hinten geben einen kleinen Hinweis auf die Markenherkunft, ein Ablagefach auf der Oberseite des Armaturenbretts schluckt anfallenden Kleinkram – und der iPod-Anschluss in der Mittelkonsole unterstützt den modernen Einschlag des kleinen Chevy.

 

Aber erst die längere Sitzprobe offenbart, ob der Cruze ein Cruiser ist oder eher nicht. Na ja, den absolute Kilometerfresser wollten seine Macher bestimmt nicht erreichen, aber die Sitze können sich zum Beispiel zeigen – die halbe Miete. Straffe Polster tragen die menschliche Fracht problemlos von Köln bis Frankfurt und auch doppelt so weit; dabei kann überzeugt vor allem das Raumangebot – vorn sowieso und im Fond findet sich genügend Beinfreiheit für lange Touren, da dürften selbst hochgeschossene Mitteleuropäer die Mitfahrt kaum verweigern. Und das Gepäck? Umklappbare Rücksitze bedürfen freilich keiner Diskussion, dank breiter Durchlade passen im Bedarfsfall auch ausladende Gegenstände problemlos in die Limousine – Flexibilität ist eben angesagt. Daher lässt sich die Bank teilen, damit der Weltstar notfalls dreisitzig durch die Landschaft gondeln kann im Dienste des Transportes. Aber ohne Antrieb kein Transport – vier Triebwerke lassen sich inzwischen bestellen, um den Kunden ein für ihre Bedürfnisse angemessenes Vehikel zu bieten. Erste Runden auf der Straße erfolgten mit dem Basisbenziner, der für günstige Mobilität garantiert.

 

Okay, mit 113 Pferdchen aus 1,6 Litern Hubraum reißt man ganz sicher keine Bäume raus, aber zum Mitschwimmen im alltäglichen Verkehr reicht es allemal aus. Wer öfter schnelle Autobahn-Etappen zurücklegt, muss eben etwas fleißiger schalten, dann kommt der Basis-Cruze rasch auf Tempo. Bis der Tacho allerdings 200 Sachen zeigt, vergeht einige Zeit – laut Werksangabe sind ehrliche 185 Stundenkilometer drin. Die manuelle Fünfgangbox lässt sich tadellos bedienen, von hakeliger Zickerei keine Spur. Gute Noten auch für die Abstufung der Übersetzungen, was bei etwas drehmomentärmeren Maschinen ja von höherer Wichtigkeit ist. So soll der Fronttriebler den Sprint auf 100 km/h binnen 12,5 Sekunden vollziehen – ein recht allroundfähiger Wert. Dass kräftige Steigungen hier mehr Drehzahl erfordern als bei den bulligen Diesel-Kollegen, scheint klar. Aber dafür hält der Konzern ja auch zwei Selbstzünder bereit, die 125 sowie 150 PS leisten und mit 300 beziehungsweise 320 Nm bei niedrigen 2.000 Touren aufwarten. Besonders erfreulich ist, dass der stärkste Motor – genau wie auch der 1,8-Liter-Benziner – mit einer Sechsgang-Automatik kombiniert werden kann (1.400 Euro Aufpreis).

 

Ab 14.990 gibt es den Cruze mit Antiblockiersystem, Front-, Kopf- und Seitenairbags, elektrisch verstell- wie beheizbaren Außenspiegeln, elektrischen Fensterheber vorn, CD-Radio, elektronischem Stabilitätsprogramm sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Für 2.500 Euro Mehrpreis liefert der Hersteller die "LS-Variante" mit zusätzlichen Features wie Bordcomputer, Klimaanlage, Leichtmetallräder und Nebelscheinwerfer. Die reichhaltige Ausstattungslinie "LT" ist erst ab 1,8 Litern zu haben – für 19.990 Euro. Hier sind zusätzlich automatisch abblendender Innenspiegel, Klimaautomatik, Regensensor sowie Tempomat selbstverständlich. Außerdem eröffnet "LT" als einzige Ausführung die Möglichkeit, weitere Sonderausstattungen zu wählen – als Option gibt es Pakete, die Lederpolster, Navigationssystem inklusive Farbdisplay und Sitzheizung enthalten (1.700 Euro) oder zusätzlich noch ein elektrisches Schiebehebe-Dach für 2.320 Euro. Den elektronisches Lotsen freilich bekommt man auch als Einzelausstattung (800 Euro). Den Top-Diesel bietet Chevrolet ab 21.590 Euro (LT) an, während die 125 PS-Version ab 19.490 Euro beim Händler steht. Beide Ausführungen verfügen selbstredend über Diesel-Partikelfilter.

 

Fazit: Chevrolet in Deutschland ist eine Marke im Wandel mit hochinteressanter Zukunft. In den nächsten zwei Jahren darf man ein wahres Modellfeuerwerk erwarten. Während der ausgefallene HHR hierzulande nicht mehr angeboten wird (in den USA hingegen schon), darf der Cruze als preiswerter und gleichermaßen moderner wie schlichter Vertreter des im Volksmund genannten "Brot-und-Butter"-Segments gefeiert werden.

 

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