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Auch
in der Kurve recht flink: Der Smart ForTwo
Brabus |
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City-Renner
Der ForTwo
ist ein Renner, jedenfalls in der Zulassungsstatistik. Von
Januar bis April 2005 konnten nahezu 6.000 Anmeldungen registriert
werden und damit übertrifft er sämtliche
Vertreter des Kleinstwagensegments. Soll jenes Prädikat
auch für den Antrieb gelten, dann muss der Interessent
auf den Brabus zurückgreifen, der mit ganz ordentlichen
Fahrleistungen aufwartet.
Schnell ist wie
so viel im Leben ein relativer Begriff. Der Smart ForTwo
Brabus ist es, wenn man Smart-Maßstäbe heranzieht.
Denn mit 150 km/h Höchstgeschwindigkeit übertrifft
er seine schwächeren Brüder schonmal um glatte 15
Sachen, wenngleich diese auch schneller könnten, sofern
man sie ließe. Womit der erste Unterschied auf dem Tisch
liegt. Gibt es weitere? Aber ja, Brabus-Kunden erhalten für
ihre 18.550 Euro ein schick gestyltes Outfit inklusive Seitenschweller,
auf sportlich getrimmter Frontschürze und markantem,
mittig angebrachtem Sportauspuff.
Auch innen hat sich etwas getan: Hier strecken sich dem Fahrer
ein optimistischer Tacho bis 180 Stundenkilometer sowie große,
gelochte Pedale entgegen. Geschaltet wird entweder halb- oder
vollautomatisch wie man es vom ForTwo gewöhnt
ist, na wenigstens etwas.
Das klingt alles ganz gut auf dem Papier, doch wie sieht die
Praxis aus? Unter dem Namen Brabus stellt sich der eine oder
andere Autofahrer einen gefürchteten Tuning-Mercedes
vor, der sich mühelos zum Porsche jagen eignen würde.
So vehement geht es im schnellsten ForTwo
natürlich nicht vorwärts. Immerhin, der 0,7 Liter
große Dreizylinder liefert 75 PS an die Schwungscheibe
kein Rekordwert, aber angesichts 730 kg Leermasse,
welche beschleunigt werden muss, durchaus ordentlich.
Hier macht der Turbolader mehr Druck als bei den kleineren
Brüdern und das bekommt man bei jedem Tritt auf
das Gaspedal auch zu spüren. Munter legt sich die Baby-Maschine
ins Zeug und versetzt das Minimobil mit Schwung in Fahrt.
Da wirkt die Werksangabe für den Standardsprint (12,3
Sekunden) fast unglaubwürdig phlegmatisch.
Doch das schönste ist mit den Ohren wahrzunehmen, denn
die Brabus-Ingenieure komponierten einen beachtlichen Sound,
den die Dreikolbenmaschine an Insassen und Außenstehende
heranträgt; so klein der Benziner auch ist, so gewaltig
trompetet er aus dem blitzenden Doppelrohr. Zweifellos kommen
hier Brabus-Gefühle auf, auch wenn der kleine Zweisitzer
absolut gesehen keine mörderischen Fahrleistungen an
den tag legt.
In den restlichen Disziplinen ist der stärkste ForTwo
gar nicht so weit von seinen Kollegen entfernt. Das Stadtgefährt
ist in vollem Maße alltagstauglich, und wer damit verreist,
merkt schnell, dass er auch längere Fahrten gut wegsteckt.
Das Gepäckabteil fasst 260 Liter, bei umgeklapptem Beifahrersitz
sogar 363 Liter. Damit kann man mehr als nur Einkäufe
erledigen.
Abstriche müssen allenfalls bei der Federung hingenommen
werden; jedoch muss sich der Käufer vor Augen halten,
dass er es mit einem obendrein noch sportlich ausgelegten
Kleinstwagen zu tun hat und angesichts dieser Tatsache
darf man mit dem Ergebnis zufrieden sein.
Gar mehr als zufrieden dürfte die Erscheinung der guten
Wohnstube stellen: Hier werden Stadtmenschen von ordentlich
dimensionierten Ledersitzen empfangen als schmückendes
Beiwerk gibt es Türbeläge in gerafftem Leder. Das
sieht ausgesprochen attraktiv aus. Der rest übrigens
auch. So ist die Welt von heute eben: Da türmen sich
Landschaften aus Plastik, aber es sieht doch stylisch und
flippig aus genau richtig für die junge Zielgruppe.
Und was gibt's als Zugabe? Eine üppige Sicherheitsausstattung
ist zwischenzeitlich selbstverständlich geworden. Dazu
gehören Antiblockiersystem, Bremsassistent, das elektronische
Stabilitätsprogramm sowie vier Airbags.
Doch bis eines der Vortriebssysteme insbesondere die
Schleuderkontrolle eingreift, muss man es schon wild
treiben. Trotz des hohen Schwerpunkts neigt sich der straff
ausgelegte Brabus wenig. Breitere Pneus der Dimension 205/45
16 hinten und 175/50 16 vorn halten das Coupe außerdem
sicher in der Spur und sehen auch noch gut aus.
In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben,
dass 495 Euro Aufpreis für die elektrische Servolenkung
gut angelegt sind. Denn diese sorgt einerseits für gute
Rangierbarkeit in der Stadt; andererseits aber trägt
sie dank straffer Abstimmung zu einem sportlichen Fahrgefühl
bei. Aufpassen muss lediglich, wer das Geschwindigkeitspotenzial
des schnellsten ForTwo ausnutzt. Denn die kleine Kugel ist
jenseits der 130 Stundenkilometer recht windempfindlich.
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Stylischer
Innenraum im
schnellsten ForTwo |
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Doch ansonsten ist die Welt in Ordnung.
Es gibt neben der Sicherheitsausrüstung auch eine stattliche
Komfortausstattung: Elektrische Fensterheber, Glasdach, Klimaanlage,
Sitzheizung und Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung
sind an Bord.
Luxuriöser geht es freilich mit einem elektrischen
Glas-Schiebedach (830 Euro), einem Navigationssystem (1.690
Euro) oder Tempomat (195 Euro).
Für Stirnrunzeln sorgt die Ausstattungspolitik allerdings
schon. Denn man fragt sich zurecht, warum beheizbare Sitze
serienmäßig vorzufinden sind, während elektrisch
einstellbare Außenspiegel zusätzliche 180 Euro
erfordern. Diese hätte das Werk dem Topmodell auch noch
spendieren können.
Schwamm drüber, wer erstmal in den Genuss kommt, den
kräftig brummenden Turbo hochzudrehen, vergisst solche
Lappalien ohnehin schnell bis ihn der Tankstellenbesuch
stoppt. Häufiges Ausnutzen des Drehzahlbandes lässt
den Super-Plus-Verbrauch auf über sechs Liter anschwellen.
Disziplinierte Fahrer bleiben auch darunter. Doch wer ist
das schon bei einer solchen Spaßmaschine?
Fazit: Der Smart ForTwo
Brabus ist ohne Frage die attraktivste Ausführung innerhalb
der Modellreihe jedenfalls dann, wenn man Sportlichkeit
mag. In lebendigerweise begleitet der Zweitürer seine
Passagiere durch quirlige City-Abschnitte, aber er bietet
auch auf kurvigen Landstrassen eine satte Portion Fahrspaß.
Dafür ist er nicht ganz billig aber so ist das
eben mit Lifestyle-Produkten, und der ForTwo Brabus ist so
eines.
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