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Fahrberichte & Tests
 
Skoda Octavia Front

Elegante Limousine mit konservativem Touch

 
 

Alte Werte

Bereits seit vorigem Jahr rollen die neuen Ausgaben der Octavia-Baureihe auf unseren Strassen – doch nur aufmerksame Autofahrer nehmen die elegante Erscheinung auf Anhieb wahr, denn die Neuerungen fielen zumindest in optischer Hinsicht milde aus.

S
koda ist keine Marke der großen Töne – und ihre Modelle sind es auch nicht. Mit schlicht gehaltenen Produkten, die durch solide Technik aus dem VW-Baukasten glänzen, erobert der Hersteller Kunden mit dem Wunsch nach schnörkelloser und bezahlbarer Mobilität.
Und dies leistet der Octavia schon seit seiner Markteinführung im Jahre 1997. Keine Ausnahme macht freilich sein Nachfolger, der sich inzwischen seit einem runden Jahr im Amt befindet.
Dynamischer und größer ist er geworden, aber von Protz und Prunk keine Spur. Der Tscheche lehnt sich an die optische Linie seines Vorgängers an, wenngleich er spürbar moderner geworden ist. Dafür sorgt vor allem die Front mit den gewachsenen und spitzer zulaufenden Klarglasscheinwerfern und einem stärker betonten Kühlergrill. Letzterer prägt das Gesicht des Octavia nachhaltig und macht aus der Mittelklasse einen unverwechselbaren Markenanhänger. Die Heckpartie wird von einem knappen Abschluss bestimmt – auch das kennt man bereits vom Vorgänger.

Fremd indessen sind diesem derart großzügige Platzverhältnisse im Fond. Hier findet man sie vor. Runde sieben Zentimeter mehr Länge, die ausschließlich dem Radstand zugute kommen, machen sich deutlich bemerkbar; vor allem, wenn stattliche Passagiere ihre Beine unterbringen müssen. In dieser Disziplin ist die zweite Octavia-Generation höchst gutmütig und stellt luftigen Raum zur Verfügung. Das gilt aber nicht nur für die Beine, sondern bezieht sich auf alle Dimensionen. Vier Personen können demnach unbeschwert auf große Reise gehen. Für einen fünften Fahrgast wird es naturgemäß etwas ungemütlicher.
Eine gleichermaßen gute Figur geben auch die Materialien sowie das Innenraum-Design ab. Modern und hochwertig präsentiert sich der jüngste Skoda – dabei kann er die Verwandtschaft zur aktuellen Golf-Generation nicht verleugnen. Die Regler für Klima und Radio sprechen eine eindeutige Sprache. Zum Kritikpunkt allerdings kann dieser Umstand nicht erhoben werden, ganz im Gegenteil. So warten die Armaturen mit hoher Funktionalität auf und zeigen sich in tadelloser Verarbeitung. Als Pluspunkt erweisen sich überdies zahlreiche und vor allem ordentlich bemessene Ablagen in den Türen sowie über der Mittelkonsole.

In puncto Fahrkomfort und Dynamik sind ebenfalls Fortschritte erkennbar. Selbst kurze Strassenwellen bügelt der Osteuropäer recht wirkungsvoll aus. Längere und weniger aggressive Verwerfungen – wie sie auf bundesdeutschen Autobahnen üblich sind – werden in der Fahrgastzelle kaum wahrgenommen.
Dafür nimmt der Fahrer sehr wohl wahr, dass die frontangetriebene Limousine dank exakter elektro-mechanischer Servolenkung nun präziser durch Biegungen dirigiert werden kann als früher. Ein Plus an Fahrdynamik allerdings bringt nicht nur die neue Art der Servounterstützung, sondern auch die neuerdings zum Einsatz kommende Vierlenker-Hinterachse mit sich. Leichte Untersteuertendenzen bekommt lediglich zu spüren, wer die Mittelklasse rasant durch Kurven treibt. Und Begegnungen mit allzu wilden Fahrern wird der Octavia ohnehin nicht häufig machen. Hat man es dennoch mal eilig, spielt neben der Fahrwerkauslegung auch das manuelle Getriebe mit, dessen fünf oder je nach Motorisierung sechs Gänge leichtgängig einrasten.

In Sachen Motor übrigens kommt ein schwieriges Kapitel auf die Kunden zu: Denn es stehen nicht weniger als sechs Triebwerke zur Auswahl – die schonmal zur Qual werden kann.
Die Basis bewegt der moderate 75 PS leistende 1,4-Liter, welcher auch den Vorgänger schon befeuerte. Hier hält sich das Temperament natürlich in Grenzen, aber es reicht, um im Verkehr gut mitzuschwimmen.
Vielfahrer freuen sich über den bekannten 2,0-Liter TDI mit Vierventiltechnik und 140 PS. Dieses Aggregat ist eines der attraktivsten, schließlich macht es aus dem Tschechen einen souveränen Tourer mit kräftiger Beschleunigung und einer Höchstgeschwindigkeit von deutlich über 200 Stundenkilometern. Ferner stehen zwei moderne Direkteinspritzer-Benziner mit 115 PS (1,6-Liter) oder 150 PS (2,0-Liter) zur Verfügung. Wer an den Antrieb keine besonderen Ansprüche stellt, darf auch zum 102 PS starken 1,6-Liter mit indirekter Einspritzung greifen. Trotz älterer Technik erfüllen aber auch jenes Triebwerk sowie der Basis-Motor die Euro 4 Abgasnorm.

Skoda Octavia Innenraum
 
Solide und modern
präsentiert sich der
Innenraum
 

Und die Preisfrage? Keine Sorge, der Octavia bleibt auch in seiner aktuellen Form erschwinglich. So kostet die Basis günstige 14.490 Euro in Grundausstattung, bringt aber nur das Nötigste mit. Dazu gehören Front-, Seiten und Kopfairbags, Antiblockiersystem, Antriebsschlupfregelung, elektrisch verstellbare Außenspiegel und Zentralverriegelung. ESP (300 Euro), Klimaanlage (1.090 Euro) und Radioanlage (ab 230 Euro) müssen in diesem Fall extra bezahlt werden.
Richtig luxuriös wird es ab der Ausstattungslinie "Elegance", die allerdings als Mindestvoraussetzung den 1,6-Liter-Motor erfordert. Sie beinhaltet zusätzlich einen Bordcomputer, elektrische Fensterheber rundherum, einen automatisch abblendenden Innenspiegel, Klimaautomatik, Leichtmetallräder, Parksensor und eine fernbedienbare Zentralverriegelung. Dafür ist die Top-Ausführung nicht unter 19.890 Euro zu bekommen.
Eine lange Sonderausstattungsliste lässt viel Spielraum für Individualisierungswünsche – selbstverständlich müssen auf Dinge wie Leder (ab 650 Euro), Navigationssystem (ab 1.430 Euro) oder Xenonlicht (ab 660 Euro) nicht verzichtet werden.

Fazit:
Der aktuelle Skoda Octavia ist eine attraktive, hochwertig verarbeitete Mittelklasse mit hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis. Das Design ist elegant, aber dennoch schlicht gehalten – die Limousine trägt exakt das richtige Kleid für Kunden, die unauffällige Mobilität wünschen, aber auf Fahrkomfort nicht verzichten mögen.

 

 



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