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Sie
tauchen immer wieder auf: Vom Grundcharakter konservativ
gezeichnete Limousinen mit viel Dampf unter der
Haube. Das führt oft zu Aha-Erlebnissen auf
der Autobahn, schließlich wird man ja ständig
unterschätzt. Damit das beim RS möglichst
ausbleibt, versah das Werk seinen Express-Liner
mit viel sportlichem Beiwerk. Dazu zählen
18-Zöller im speziellen Layout, Frontschürze,
Doppelauspuff und Spoiler.
Was nach Anhänger der tiefer-breiter-lauter-Fraktion
klingt, ist in Wirklichkeit eine unterm Strich
dezente Erscheinung, deren Sportwagen-Merkmale
dennoch höchst einschlägig sind.
Verstecken kann sich der aufgeladene Octavia also
nur im dichten Stadt-Getummel; wenn er tief kauernd
auf der linken Spur angeflogen kommt, brennt er
die mit potenziellen Blockierern besetzte Bahn
kraft Xenonaugen und Aufreißer-Front wirkungsvoll
frei. Das kann schon Vorteile haben in der Welt
hektischer Business-Leute und der Vertreter in
Dauereile. Nun, soweit die Theorie wie
schlägt sich der schnellste Octavia in der
Praxis?
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| Dieses
Emblem spricht für Dampf |
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Nach dem Start geht der
Puls zunächst noch flach, der Vierzylinder
murmelt leicht zitternd im Leerlauf. Die Sound-Designer
ihrerseits kreierten ein feines Ton-Bouquet, das
sämtliche Lagen von leise summend in der
Teillast bis hell-kreischend kurz vorm Begrenzer
abdeckt. Im Alltag gibt das Triebwerk den umgänglichen
Kumpel besonders hochgezüchtet ist
es ja nichtmal, mit 200 PS weit weniger als die
Optik vorgibt. Schlechte Allüren sucht man
vergeblich, kein Ruckeln, keine Zicken. Der Direkteinspritzer
legt gleichmäßig an Druck zu und geht
durchaus kraftvoll mit dem 1,5-Tonner um. Zugegeben,
im Zeitalter der BMW 130i, Golf R32 und bald auch
hierzulande lieferbaren Dodge Caliber SRT-4 spielt
ein Octavia RS lange nicht mehr in der schnellsten
Liga. Für weit unter acht Sekunden Standard-Beschleunigung
(0-100 km/h) ist er allerdings gut, und die angegebenen
240 Stundenkilometer schüttelt er auf der
Geraden so locker aus dem ärmel wie Frau
Holles fleißige Mädchen die Äpfel
vom Baum. Ohne Drehzahlen indessen geht nicht
viel die braucht der Zweiliter schon, um
die Mittelklasse stürmisch antreten zu lassen.
Dabei bringt der Tscheche bestes Handwerkszeug
mit, um in dynamischer Hinsicht zu glänzen:
Ein leicht schaltbares Sechsganggetriebe hilft
dabei, Beschleunigungsorgien sowie Fahrten über
gekrümmte Landstrassen im raschen Wechsel
der Motorumdrehungen lustvoll ausleben zu können,
und das im Vergleich zu den schwächeren Versionen
niedrigere Fahrwerk sorgt für hohe Kurventempi.
Klar ist freilich auch, dass der Federungskomfort
etwa in dem Maße abnimmt, wie das Querbeschleunigungspotenzial
zulegt.
Und so schick die Pneus der 40er-Serie auch sind,
sie offenbaren den Straßenzustand schonungslos.
Schnell gefahrene Etappen mit unebenen Passagen
bringen den Soft-Sportler schonmal zum Versetzen,
sonst ist der Geradeauslauf ansehnlich. Beruhigend
zu wissen, dass die Bremsen noch bissiger ansprechen
als ein Tritt auf das rechte Pedal.
Kann der RS denn auch gemütlich? Und ob!
Dann gerät schnell in Vergessenheit, dass
man sozusagen in einem besonderen Octavia unterwegs
ist, und eine gewisse Ruhe kehrt ein.
Man erinnere sich: Die Platzverhältnisse
sind sowohl vorne als auch hinten großzügig
und mithin reisetauglich. Einen kleinen Ausreißer
leistet sich der RS beim Gestühl, welches
mit dem Seitenhalt weit weniger sparsam umgeht
als die Basismodelle. Es entwickelt eine gewisse
Anschmiegsamkeit bei forcierter Fahrweise und
stellt in ruhigen Phasen ein durchaus gemütliches
Plätzchen dar.
Keine Ausnahme macht der schnelle Skoda bei den
Mitnahme-Möglichkeiten, speziell der Kombi
hat ausgeprägte praktische Seiten. Bis zu
1.620 Liter Gepäck schluckt er bei umgeklappten
Lehnen, die Limousine beherbergt immerhin noch
1.420 Liter auch kein Pappenstiel.
Und sonst? Der Benzinkonsum fällt mit maximal
10,9 Litern verhältnismäßig moderat
aus beim gelassenen Cruisen sind durchweg
einstellige Werte vor dem Komma drin. Dass er
Super Plus benötigt, kann man verschmerzen.
Obendrein verwöhnt der RS mit einer äußerst
kompletten Serienausstattung, die nur wenige Wünsche
unberücksichtigt lässt.
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| Ein
Doppelrohr für alle Fälle... |
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Sein Grundpreis (Benziner)
liegt bei 25.990 Euro für die Limousine und
26.990 Euro für den Kombi. Selbstverständlich
gibt es die volle Ladung an Sicherheitsfeatures
frei Haus diese enthält Antiblockiersystem,
Front-, Kopf- und Seitenairbags, elektronisches
Stabilitätsprogramm, Reifen-Luftdruck-Überwachung
und ein System, das in fahrdynamischen Grenzsituationen
Einfluss auf die exakte, per Elektromechanik unterstützte
Servolenkung ausübt (DSR).
Desweiteren darf sich der Käufer über
elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel,
Bordcomputer, elektrische Fensterheber vorn und
hinten, einen automatisch abblendenden Innenspiegel,
Klimaautomatik, Radio mit CD-Player, Regensensor,
Sitzheizung vorn, Teilleder, fernbedienbare Zentralverriegelung
sowie Xenonlicht freuen.
Mehr Geld wird für den CD-Wechsler (310 Euro)
fällig, Metallic-Lack erfordert weitere 145
Euro, das Navigationssystem schlägt mit mindestens
895 Euro zu Buche, Parksensoren vorn und hinten
kosten 590 Euro, Sitzheizung hinten belastet die
Geldbörse mit zusätzlichen 190 Euro,
und für den Tempomat verlangt der Hersteller
170 Euro.
Fazit: Der
Skoda Octavia RS Benziner ist eine drahtige Mittelklasse
mit eindeutigen optischen Reizen. Die Fahrleistungen
können sich sehen lassen, und die Preisgestaltung
darf als überaus fair bezeichnet werden
was will der sportlich-ambitionierte Kunde schließlich
mehr?
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