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Fahrberichte & Tests
 
Skoda Fabia Front
Klare Linien sind die Sache des Fabia
 
 

Öl-Zwerg

Schnörkellos und sauber gezeichnet präsentiert sich Skodas kleiner Fabia jenen, für die Volkswagen zu gewöhnlich und Seat zu sportlich ist. Mit einhundert TDI-PS wird aus dem Stadtwagen ein souveränes Fahrzeug, mit dem man auch auf langen Strecken gut zurechtkommt.

Die Geschichte des Kleinwagen ist lang, und die Autos sind schon lange nicht mehr wirklich klein. Das wissen wir spätestens seitdem der Polo mit dem Golf der zweiten Generation in Maße und Raumangebot gleichgezogen hat und ihn im Komfort übertrifft. Und der sich die Plattform mit dem Skoda Fabia teilt. Dass dieser im Gegensatz zu Polo und Seat Ibiza ausschließlich fünftürig oder als Kombi lieferbar ist, deutet auf den geradezu gewollt angelegten Alltagswert des Fabia hin. Seine Klientel legt eben keinen gesteigerten Wert auf besonderes Markengehabe, sondern auf Qualität, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und Funktionalität. Dieses Kriterium erfüllt der Fabia zweifellos; darüber hinaus dürfen sich seine Fahrer durchaus über das Prädikat des Individualisten freuen, denn immerhin hat man nicht zum Volkswagen gegriffen, die Marke, bei der man weiß, was man hat, die man jedoch hat. Auch bei Skoda weiß man, was Sache ist: Innen könnte es solider kaum zugehen. Alle Materialien sind tadellos verarbeitet, nichts rappelt oder knarzt. Beim Design und der Schalter-Architektur wird die Verwandtschaft zum Volkswagen-Konzern zwar sichtbar, gleichwohl hebt sich der kleine Tscheche stärker von der Mutter ab als die Modelle Octavia und Superb. Liebe zum Detail beweisen nicht zuletzt die Lüftungsdüsen, deren Lamellen sich im geschlossenen Zustand zu einer glatten Fläche zusammenfügen.

Skoda Fabia Innenraum
 
Hier herrscht Ordnung...
 

Die Innenraum-Designer pflegten einen durch und durch funktionellen Stil beim Entwurf des Fahrgastraumes; alles wirkt nüchtern und steril, was für die Bedienbarkeit freilich einen Vorteil bedeutet; ferner kann das Instrumentarium wunderbar eingesehen werden, hat für Markenfremde wegen der schnörkelig gehaltenen Ziffern und engen Skalierung indes eine kleine, jedoch keinesfalls gravierende Eingewöhnungsdauer zur Folge.
Angenehm straff gepolsterte Sitze mit ausgeprägten Konturen halten fit bei längeren Touren und entheben die Reisegäste bei zügiger Kurvenfahrt nicht der Position.
Und fürwahr, im Fabia kann es ordentlich zur Sache gehen, sofern der hier thematisierte TDI mit Pumpe-Düse-Einspritzung und einhundert Pferdestärken im Spiel ist. Nach einer minimalen Anfahrschwäche legt der Selbstzünder kräftig an Tempo zu und sorgt damit für zufriedene Mienen – vorausgesetzt, der Drehzahlmesser nähert sich der 2.000-Touren-Marke. Schaltfaule Fahrweise lässt der Vierzylinder problemlos über sich ergehen. Ein glücklicher Umstand, denn die gut abgestufte Fünfgangbox ist zwar generell leicht bedienbar, zeigt sich bei schnellen Gangwechseln jedoch mitunter etwas hakelig. Nun steht Sportlichkeit in puncto Schaltarbeit auch nicht an oberster Stelle, insofern ist diese Tatsache halb so tragisch.

Bei der Lenkung hat sich herausgestellt, dass man das noch relativ junge Thema elektrischer Unterstützungen gut beherrscht. Obwohl etwas mehr Fahrbahnkontakt nicht geschadet hätte, steuert der leichtgängige Volant das Auto präzise und flink über geschwungene Strassen. Ebenso erfreulich: Bis in hohe Tempobereiche hinein läuft der Tscheche sauber geradeaus.
Die Federung verbannt gröbste Pistenpatzer aus der Fahrgastzelle; unverhältnismäßig weich allerdings geriet der Fabia dennoch nicht, störende Vertikalschwingungen sind der Karosserie demnach fremd. Im Grenzbereich verhält sich der automobile Mini eher gutmütig denn zickig, bleibt ohne tückische Lastwechselreaktionen bei flott wechselnden Lenkrichtungen.
Nicht nur von der gemäßigten Fahrwerksabstimmung profitieren die Insassen, sondern dürfen ein hinsichtlich der Raumverhältnisse gut genutztes Innenleben begrüßen: So gewährleistet das Platzangebot den Vordermännern angemessenen Aufenthalt, allein hinten Gastierende haben sich naturgemäß ein wenig einzuschränken – schließlich ist die Rede vom Kleinwagen. Und für die Kategorie schlägt sich der kleine Skoda recht wacker, ferner gibt er seinen Kunden Nützlichkeiten mit auf den Weg, die ihn als vollwertigen Allrounder ausweisen.

Soda Fabia Heckansicht
 
Funktionalität beginnt
beim Exterieur
 

Speziell die Elegance-Ausführung kommt mit erwachsener Ausrüstung und ebensolchem Preis daher. So verlangt Skoda 16.930 Euro für den – abgesehen vom Fabia RS – stärksten Selbstzünder. Serienmäßig sind im Gegenzug einige sicherheitsrelevante Annehmlichkeiten: Antiblockiersystem, vier Airbags, elektrisch einstell- wie beheizbare Außenspiegel und Traktionskontrolle. Ein elektronisches Stabilitätsprogramm ist zwar lieferbar, kostet allerdings 465 Euro.
Auf der Komfortseite stehen Brocken wie Klimaanlage inklusive gekühlter Staufächer oder Sitzheizung ohne weitere Kosten zur Verfügung. Zudem zählt der kräftige Diesel-Fabia Bordcomputer, elektrische Fensterheber vorn, Leichtmetallräder sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung zum Lieferumfang.
Teure Ausstattungsoptionen à la Lederpolster, Navigationssystem oder Xenonlicht sind auf Wunsch ebenso drin wie elektrisches Schiebedach Parksensor und Tempomat. Solche Extras treiben den Preis schnell gen 20.000 Euro. Sparsame Naturen indes werden gleichermaßen fündig: Die Basisausführung des Fabia 1,2 notiert mit 10.790 Euro – freilich bei Abstrichen in Sachen Funktionsluxus.
So darf der TDI-Kunde sich angesichts höherer Anschaffungspreise gegenüber den Benziner-Modellen wenigstens über erfreulich geringe Kraftstoffkosten freuen – fünf Liter auf einhundert Kilometer mit einem üppig motorisierten Auto zu verbrauchen, stellt kein unrealistisches Unterfangen dar.

Fazit: Skoda als Marke für Liebhaber zweckmäßiger Automobile? Ja und nein, denn so schlicht der Fabia 1,9 TDI Elegance auch anmutet, bietet er doch ein hohes Maß an Attraktivität. Sein starker Pumpe-Düse-Diesel macht dem Kleinwagen Beine, die Ausstattung zeigt sich üppig, und über die Qualität ist kein Wort zu verlieren – hier müssen Vergleiche mit Produkten aus dem Wolfsburger Stammhaus nicht gescheut werden.

 

 



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