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Die
aggressive Front lässt ahnen, was sich unter
der Haube verbirgt: Kraft in Form von 210 PS |
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R Cup Racing
Der Cupra
R ist der schnellste Vertreter der sportlichen Audi-Markengruppe
Seat. In Kürze wird das flinke Kraftpaket eine kleine
Leistungsspritze erhalten, um dem Flaggschiff etwas mehr Biss
zu verleihen. Wir fuhren die noch aktuelle und ebenfalls nicht
träge Version mit 210 Pferdestärken.
Auch bei Seat, bekannt
für junge, dynamische und natürlich auch südländisch-rassige
Fahrzeuge, gibt es verständlicherweise ein Topmodell
- wie sollte es anders sein.
Und nicht weniger erstaunlich ist, dass es sich dabei um ein
besonders drahtiges Exemplar der Markengattung handelt - denn
sportliche Werte haben sich die Spanier schließlich
auf ihre Fahnen geschrieben.
So zieht der Leon Cupra R als Anführer der Seat-Flotte
ins Rennen und vermittelt schon auf den ersten Blick die Botschaft
einer Kampfansage an jegliche Autos, mit denen man sich die
Strasse teilt - freilich gilt das nur für ähnlich
starke Klassen-Genossen; hiermit sei klargestellt, dass Fairplay
an oberster Stelle stehen soll.
So schwimmt der stärkste aller Leon
mit 210 PS im gesunden Mittelfeld strammer Sportwagen, und
nur in diesem Bereich soll er naturgemäß gegen
die Konkurrenz anrennen - ein Porschekiller ist er definitiv
nicht.
Doch bleiben wir beim Thema: Schon die Typenbezeichnung -
Cupra R - macht Appetit auf eine Ausfahrt mit dem Seitenschweller-behafteten
R-Gesellen. Die Kennziffer R steht nach Markenwillen für
Racing - nicht ganz zu unrecht; tief kauert der Leon auf breiten
17-Zöllern, und sein dezentes, aber dennoch auffälliges
Spoiler-Werk sollte den nötigen Abtrieb besorgen, damit
schnelle Autobahn-Kurven nicht zur Schleuder-Partie werden.
Den Heckbereich zeichnet ein potentes Rohr aus, durch das
eine gestandene Beatmung erfolgen kann. Ihren perfektionierenden
Abschluss findet die Komposition aus kompromissloser Sportlichkeit
einerseits sowie angestrebter Zurückhaltung andererseits
in den feuerroten Bremssätteln, welche durch die Speichen
der glattflächigen Alus hindurchschimmern.
Die Bremsanlage stammt - wenn es sein
muss - von Brembo und glänzt in jeder Lebenslage durch
gute Verzögerungs-Arbeit. Ein Tritt auf das Pedal wird
mit bissigem Zupacken beantwortet - ferner bietet es einen
sauber definierten Druckpunkt und lässt sich ordentlich
dosieren.
Für eine angemessene positive Beschleunigung sorgt der
aus dem Volkswagen-Fundus allzu bekannte 1,8-Liter-Turbo.
Hier entstehen unter Zuhilfenahme von zwei Ladeluftkühlern
210 PS. Bald wird der Cupra dank einer kleinen Kraftkur um
15 Stärken zulegen - an dieser Stelle jedoch müssen
die bisher mobilisierten Reserven reichen.
Das tun sie im Grunde auch - der 1,8-Liter zieht bereits aus
dem Drehzahl-Keller gut durch und dreht willig hoch bis an
den Begrenzer. Brutal geht er allerdings nicht zu Werke, vielleicht
ist es das, worüber Fans druckvoller Beschleunigungsorgien
sich demnächst freuen dürfen.
Als gut zum Triebwerk passend erweist sich das knackig schaltbare
Sechsganggetriebe: Mit dessen Knauf gelangt man über
kurze wie präzise Wege zur gewünschten Übersetzung.
Der hohen Leistung des Turbos weiter entgegenkommend wirken
sich die gelungenen Anschlüsse der Box aus. Begleitet
werden kräftige Geschwindigkeitszuwächse von einem
deutlich vernehmbaren Arbeitsgeräusch höherer Frequenzen
mit gewissem Liebhaber-Wert.
Eine gute Portion Fan-Blut empfiehlt
sich auch für den Genuss des Fahrwerks; um Strassenunebenheiten
- ganz gleich welcher Art - kümmert es sich nämlich
nicht sonderlich.
Dafür liegt der Cupra R umso satter auf der Strasse und
legt passable Kurven-Zeiten hin. Richtig Fahrspaß macht
er auf Landstrassen - über jene huscht er dank seiner
straffen und direkten Lenkung wie ein Fisch durchs klare Wasser.
Nicht ganz so souverän hingegen verhält sich der
feurige Spanier in schnellen Autobahnkurven - ein wenig zitternd
fordert er hier die Konzentration seines Steuerers zu Tage.
Unterm Strich allerdings bleibt der R eine Fahrmaschine reinsten
Wassers. Dafür sorgen der kraftvolle Motor, das letzten
Endes viel Fahrfreude bereitende Fahrwerk und der dazugehörige
optische Auftritt.
Aber nicht nur der Antrieb, sondern auch
der Innenraum trägt sportlich auf. Straffe Recaro-Sitze
halten die Passagiere auch bei forcierter Kurvenfahrt fest
in der Zange. Der Fond beherbergt zwei Einzelsitze, die den
teuersten Leon zwar zum Viersitzer degradieren, ihn dafür
jedoch zum begehrten Aufenthaltsort für hintere Passagiere
machen. Denn diese nehmen auf ebenso ausgeprägten Stühlen
Platz und dürfen sich daher genauso sicher fühlen,
wenn unter der Motorhaube die Muskeln spielen.
Auch Platzprobleme sind dem Leon unbekannt. Sämtliche
Insassen legen Strecken aller Art in ausreichendem Raum zurück.
Getrübt wird die unbeschwerte Fortbewegung allein durch
eine in Komfort-technischer Hinsicht rustikale Federung, was
Kenner der Fahrzeug-Gattung mit Nachdruck entschuldigen werden.
Alle restlichen positiven Eigenschaften sind selbstverständlich
auch an Bord - wie bei den schwächeren Brüdern.
So rangiert die Material-Qualität auf hohem Niveau. Zudem
darf man sich über funktionale Instrumente freuen, die
ein Studium der Gebrauchsanweisung überflüssig machen.
In preislicher Hinsicht überzeugt
die Sportskanone erwartungsgemäß: Das Werk nennt
eine Empfehlung von 24.980 Euro für die in Kürze
lieferbare erstarkte Version des Leon Cupra R - gewiss nicht
zu teuer für einen üppig motorisierten Sportler
mit hervorragender Serienausstattung.
Zählen doch vier Airbags, Antiblockiersystem, Bordcomputer,
Bremsassistent, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel,
Diebstahl-Warnanlage, elektronisches Stabilitätsprogramm,
elektrische Fensterheber vorn und hinten, Klimaautomatik,
Leichtmetallräder, Radioanlage inklusive RDS und CD-Spieler
sowie eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung zur Basisausrüstung.
Bei den Sicherheits-Zutaten könnte man inzwischen nachlegen
- Kopfairbags, obwohl bei der Konkurrenz schon angeboten,
sind schlichtweg nicht lieferbar. Hier manifestiert sich,
dass der Leon nicht mehr taufrisch ist - die ersten Exemplare
rollten vor knapp vier Jahren vom Band.
Auf Wunsch gibt zwei Arten von Navigationssystemen: Für
1.700 Euro lotst ein Piktogramme darstellendes LCD-Display
seine Fahrerschaft durch den Städtedschungel. Und wer
3.050 Euro ausgibt, bekommt zusätzlich einen schwenkbaren
Farbmonitor mit Kartendarstellung. Beide Autopiloten enthalten
ferner ein gegenüber der Standard-Version verbessertes
Audiosystem mit sechs Lautsprechern.
Fazit:
Der Seat Leon Cupra R ist ein vollwertiger Sportwagen
mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Schon die
Version mit 210 PS überzeugt durch satten Durchzug, und
das Fahrwerk ist ausgelegt für hohen Ansprüche sportlich
ambitionierter Fahrer. Die Basisausstattung ist erfreulich
komplett - allein Kopfairbags fehlen noch. Jetzt aber steht
erstmal eine Leistungskur bevor, damit auch die letzten Kritiker
mangelnder Performance verstummen.
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