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Fahrberichte & Tests
 
Seat Altea Front
Rot passt perfekt zum südländisch-feurigen Outfit
des Altea
 
 

In Süden etwas Neues

Es gibt zur Zeit wohl kaum einen unkonventionelleren Kompaktvan als den Altea. Das gilt zumindest für die äußere Erscheinung. Den Innenraum darf man fast als gewöhnlich bezeichnen – aber nur fast. Fahrbericht.

A
ls der Ibiza vor mehr als drei Jahren der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war sein Design zwar nicht revolutionär, aber mindestens richtungsweisend für die Marke Seat, die im Begriff war, sich mit Hilfe von extravagant gezeichneten Fahrzeugen stärker von den Schwestermarken abzugrenzen.
Und während der Kleinwagen eher – so weiß man heute – eine optische Übergangslösung darstellt, präsentieren sich sämtliche nach ihm geborene Modelle nicht nur in feurig-südländischer Fasson, sondern wirken auf den Betrachter erstaunlich unkonventionell für ihre Gattung.
Der seit Mitte vorigen Jahres ausgelieferte Kompaktvan Altea ist der erste Vertreter jener neuen Formenphilosophie und gehört wohl zu den ausgefallensten Van-Kreationen, die der Markt hergibt.
Geduckt und elegant wie ein Coupe fährt der Altea unter die Augen seiner Interessenten, die sich selbige reiben werden, falls sie erfahren, dass der Mehrzweck-Seat mit dem ungleich sachlicher daherkommenden VW Touran verwandt ist.

Mit einer Höhe von kaum 1,57 m zählt der Spanier tatsächlich auch formal zu einer der niedrigsten Ausgaben seiner Kategorie. Dem Einstiegskomfort indessen tut dieser Umstand keinen Abbruch. Und der Kopffreiheit auch nicht. Sämtliche Passagiere dürfen sich großzügiger Raumverhältnisse erfreuen, und hinten Mitfahrende werden mit üppigem Platz für ihre Beine versorgt. Obendrein glänzt der Fünftürer durch praktische Details wie einem Fach im Kofferraumboden und vielen Ablageflächen inklusive Cupholder im Innenraum. Straff gepolsterte Sitze, welche gut bemessenen Seitenhalt bereitstellen, tragen trotz sportlicher Ausrichtung zum Wohlbefinden auf der Langstrecke bei.
Sportlich angehaucht übrigens haben die Ingenieure auch das Fahrwerk; dennoch pariert es Unebenheiten in sanfter Art und Weise. Andererseits kommen flotte Fahrer auch in der Kurve auf ihre Kosten, die der kleine Van bei Bedarf agil umrundet. Verhältnismäßig wenig Seitenneigung, aber sanftes Untersteuern sind die Zeichen, wenn es Richtung Grenzbereich geht.

Doch der Aufhänger dieses Fahrzeugs ist zweifellos sein besonderes Design, das sich wie ein roter Faden durch das Gesamtprojekt "Altea" zieht. Was die kreative Abteilung hier auf die Beine gestellt hat, wurde sogar mit den sogenannten Designpreisen "red dot: best of the best" vom nordrhein-westfälischen Zentrum für anspruchsvolles Design sowie "Autonis" von der Fachzeitschrift "MOT" ausgezeichnet.
Auch die Innenraum-Architektur lässt den einen oder anderen Kopf Respekt zollend nicken; und was äußerlich temperamentvoll-sportlich anmutet, verdichtet sich innen zur Oase für ansprechende Gestaltung. Auch hier ist südländisches Flair stets präsent – rassig-rot beleuchtete Rundskalen übermitteln wichtige Daten wie Geschwindigkeit und Drehzahl in übersichtlicher Art.
Außerdem beweist die Wohnstube mindestens so viel Eigenständigkeit wie die Außenhaut – allein das Bedien-Panel für die auf Wunsch lieferbare Navigation lässt die Handschrift der Volkswagen-Zulieferer verschämt durchblicken.
In puncto Benutzerfreundlichkeit spielt der Altea in der gleichen Liga wie sein Bruder von der Konzernmutter. Intuitiv und somit narrensicher lassen sich Funktionen wie Klimaautomatik und Radioanlage handhaben.

Und wie steht es um den Antrieb? Es gibt zwei Benziner und zwei Diesel – alles bekannte Motoren aus dem Volkswagen-Regal. Der Basis-Otto, ein 102 PS leistender 1,6-Liter-Vierzylinder, bestreitet den Fahralltag nicht rasant, aber doch zufriedenstellend. Wem das nicht reicht, greife zum Zweiliter mit direkter Einspritzung und 150 Pferdestärken. Hiermit geht es schon zügiger vorwärts. Allerdings nur, wenn die Kurbelwelle rotiert, denn der Vierzylinder braucht Drehzahl, um richtig munter zu werden, was er mit schnaubender Lautäußerung quittiert.
Weniger hektisch, dafür mit souveränem Nachdruck agiert der 140 PS-TDI – das harmonischste Triebwerk der Palette. Für Vielfahrer eignet sich jener Selbstzünder, der genau wie das starke Benziner-Herz serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet ist, auch in pekuniärer Hinsicht. Natürlich ist der gute, alte 1,9-TDI – hier mit 105 PS – ebenfalls kein Kind von Traurigkeit und verhilft dem Kompaktvan zu mehr als strassentauglichen Fahrleistungen.

Seat Altea Innenraum
 
Sportlich präsentiert sich
das Interieur
 

Ab 16.990 kommt man in den Genuss des Altea. Dafür bietet dieser Seat den kleinen Benziner und die Ausstattungslinie "Reference". Hier sind selbstverständlich ABS, Front-, Kopf- und Seitenairbags, elektronisches Stabilitätsprogramm, elektrische Fensterheber vorn sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung serienmäßig vorhanden.
Audiosysteme werden ab 490 Euro geliefert, und die dringend zu empfehlende Klimaanlage kostet 1.090 Euro.
Zwischen 19.590 Euro (1,6) und 23.390 Euro (2,0 TDI) kostet der Van in der "Stylance"-Ausführung, die allerdings zusätzlich Klimaautomatik, Leichtmetallräder, RDS-Radio und Tempomat beinhaltet.
Die Individualisierungsmöglichkeiten reichen von Lederpolstern (1.400 Euro) über das Navigationssystem mit großem Farbmonitor (2.500 Euro) oder etwa einen Parksensor (295 Euro) bis hin zum Bi-Xenonlicht für 790 Euro.
Und weil von den Kosten schon die Rede ist, soll zum guten Schluss der Hinweis nicht fehlen, dass sämtliche Triebwerke die Euro 4 Abgasnorm erreichen, was sich in niedrigen Steuersätzen manifestiert.

Fazit: Der Seat Altea ist ein moderner Kompaktvan im hübschen Designer-Kleid. Seine Ausrichtung ist mehr sportlich-dynamisch denn sachlich gehalten, was der praktischen Seite indes keinen Abbruch tut. Unter dem Blech verbirgt sich solide Technik aus dem Hause Volkswagen. Obendrein glänzt der Spanier mit einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis.

 

 



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