|
Keine
Frage, Kompaktvans haben den Marktanteil der klassischen
Kompaktwagen gedrückt; zwar führen letztere
die Zulassungsstatistik mit einem satten Viertel
noch immer deutlich an, doch das Segment der bezahlbaren
Vans ist stattlich: Über acht Prozent aller
Neuzulassungen entfallen auf sie das waren
bis Oktober dieses Jahres immerhin mehr als 250.000
Exemplare.
Wo liegen die Vorteile? Nun, der kleine Bruder
des Minivans baut bei kompakter Länge höher
als die meisten konventionellen Fahrzeuge dieser
Klasse. Enormes Raumgefühl und hohe Variabilität
machen die kleine Spezies attraktiv, weil man
mit ihr nicht nur schnell einen städtischen
Parkplatz findet, sondern auch lange Fahrten bequem
bestreiten kann.
Keine Spur von Zweckfahrzeug, nicht mit Seat:
Walter de Silva sorgte schon für den richtigen
Auftritt, welcher in diesem Fall vor allen Dingen
sportlich sein musste. Scharfe Glutaugen und insbesondere
die geschwungene Sicke in den Flanken betonen
den feurigen Charakter, den der Hersteller transportieren
möchte.
 |
 |
| |
| Praktiker
mit südländischem Blut... |
|
 |
|
Diese Botschaft verströmt
auch der Innenraum: Wer Komponenten aus dem Volkswagen-Baukasten
entdecken möchte, muss genau hinsehen. Da
findet sich zwar der eine oder andere VW-Schalter,
doch die Spanier haben deutliche Duftmarken gesetzt.
Drehzahlmesser mittig platziert, schwebende Konsole,
glühend-rote Instrumenten-Beleuchtung sowie
eigens kreierte Bedienleiste für die lieferbare
Klimaautomatik der Seat-Stempel ergibt
sich aus vielen kleinen Details.
Die Anmutung der Materialien hingegen entspricht
dem Standard des Mutterkonzerns; solide, klapperfrei
und tadellos zusammengefügt präsentiert
sich das komplette Interieur. Den drahtigen Einschlag
unterstützen straffe Sitze mit ausgeprägter
Konturierung. Lange Strecken verbringt man hier
gerne, Seitenhalt ist mehr vorhanden als nötig.
Denn ein Kurvenakrobatiker ist der Altea kaum.
Er federt freundlicherweise recht kommod
nimmt Wellen in der Fahrbahn gelassen, zeigt sich
unbeeindruckt selbst von stärkeren Verwerfungen
und gibt durch sie verschuldete Rüttelrationen
abgemildert an die Passagiere.
Schnelle Wechselkurven umrundet der kompakte Van
naturgemäß untersteuernd, neigt sich
aber wenig. Mit unter 1,57 m Höhe gehört
er zu den niedrigen Vertretern seiner Kategorie.
Wunderbar zum Altea-Charakter passt die elektro-mechanische
Servolenkung, welche erfreulicherweise viel Fahrbahnkontakt
vermittelt. Sie ist straff ausgelegt, arbeitet
direkt und erlaubt einen stabilen Geradeauslauf
wer bisher der Meinung war, nur hydraulische
Lösungen seien brauchbar, muss sich jetzt
eines Besseren belehren lassen.
Brauchbar ist auch der 2,0-TDI mit Pumpe-Düse-Technik,
wenngleich das Triebwerk nicht gerade zu den leisesten
Selbstzündern gehört. Hohe Einspritzdrücke
ziehen harte Verbrennungsgeräusche nach sich
daran hat man sich gewöhnen müssen.
Dank sorgfältiger Dämmung jedoch bleiben
die Lautäußerungen erträglich,
seine Herkunft indessen vermag der Motor nicht
zu verleugnen. Sobald er allerdings Betriebstemperatur
erreicht hat, wird er nicht nur akustisch zurückhaltender,
sondern taut auf und verlässt den Zustand
der Kältestarre.
Die kurze Anfahrschwäche geht in Ordnung,
ab 2.000 Umdrehungen zieht er wie ein Stier und
versetzt den 1,5-Tonner nachdrücklich in
Fahrt. Im Falle des Testwagens war das automatisch
schaltende Doppelkupplungsgetriebe für den
Gangwechsel zuständig. Man könnte meinen,
es handele sich um eine Wandlerautomatik, so weich
erfolgen die Übersetzungswechsel allein
das leichte Rucken beim Anfahren verrät dem
Kenner, dass die Antriebsverbindung mechanisch
zustande kommt.
Was gibt es sonst? Einen geräumigen Innenraum
mit vielen Ablagen und Stauflächen. Der Kofferraum
hält ein Zusatzfach bereit für Kleinkram,
der nicht nur auf längeren Reisen anfällt.
Den Ladekünstler mimt der Altea mit umgeklappten
Rücksitzen: Dann kann er ganze 1.320 Liter
mit an Bord nehmen. Doch auch die menschliche
Fracht kommt recht locker unter obwohl
der spanische Van im Vergleich mit dem Wettbewerb
keinen besonders großen Radstand aufweist,
bietet er dennoch ordentliche Beinfreiheit, so
dass auch Personen jenseits der 1,80 m Körperlänge
bequem in der zweiten Reihe reisen.
 |
 |
| |
| Große
Klappe mit zusätzlichem Staufach.. |
|
 |
|
Für den 2,0 TDI mit
DSG-Getriebe verlangt der Hersteller 22.590 Euro.
Der Partikelfilter schlägt mit weiteren 575
Euro zu Buche. Stets serienmäßig sind
Dinge wie Antiblockiersystem, Außentemperaturanzeige,
Front-, Kopf- und Seitenairbags, elektronisches
Stabilitätsprogramm, elektrische Fensterheber
vorn sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.
Erst die 2.000 Euro teurere Stylance-Ausstattung
enthält Bordcomputer, elektrische Fensterheber
auch hinten, Klimaautomatik, Leichtmetallräder,
Radioanlage mit RDS und CD-Player wie Tempomat.
Mit wenigen Sonderausstattungen lässt sich
ein luxuriöses Flair in die Wohnstube zaubern:
Beheizbare Ledersitze kosten 1.710 Euro (nur für
Stylance). Auch das Navigationssystem
ist für die Basis-Linie nicht zu haben
ansonsten kostet es ab 1.100 Euro. Gleiches gilt
für die Bi-Xenon-Scheinwerfer, Kostenpunkt:
Immerhin 985 Euro. Park- und Regensensoren sind
dagegen für sämtliche Modelle lieferbar
und kosten 325 respektive 260 Euro. Für 790
Euro gibt es das elektrische Glas-Schiebehebedach,
und Sonderlack kostet zwischen 150 und 420 Euro.
Fazit: Der
Seat Altea ist eine besonders sportliche Alternative
im kompakten Van-Segment. Wer für optische
Reize empfänglich ist, dem dürfte der
spanische Allrounder gefallen. Die Qualität
richtet sich dabei nach der Konzernmutter Volkswagen.
|