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Fahrberichte & Tests
 
Saab 9-3 Sportcombi Front, Innnenraum
Saab 9-3 Sportcombi Heck

1. Typisch Saab: Innen sind sie funktional und nordisch-klar

2. Stylischer Allrounder mit einem Hauch von Nutzwert

3. Aero und Allrad bedeutet Performance

4. Mit dem 9-3 SportCombi kann man sich bedenkenlos blicken lassen

 

Der Saab 9-3 Sportcombi im Test
Turbo-Lader
Saabs Lifestyle-Kombi 9-3 gibt es für anspruchsvolle Diesel-Fahrer auch mit einer kleinen Leistungsspritze gegenüber der trostlosen Durchschnittsware. Geboten werden 180 Pferdchen aus 1,9 Litern Hubraum – auch kombinierbar mit Sechsstufen-Automatikgetriebe.
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er Turbo gehört zur Marke Saab wie das Knäckebrot zu Schweden. Und weil die wirkungsvolle Turbine heute wichtiger ist als je zuvor – denn sie Hilft dabei, möglichst spritsparend Leistung zu generieren –, ist sie auch bei der aktuellen Modellpalette allgegenwärtig. In doppelter Ausführung sogar beatmet sie den altbewährten 1,9-Liter-Vierzylinder Commonrail-Diesel aus dem GM-Fiat-Pakt und macht dem kleinen Selbstzünder gehörig Dampf, so dass er für adäquaten Antrieb bis in die obere Mittelklasse hinein sorgt. Zusammen mit der wunschgemäß lieferbaren Sechsgang-Wandlerautomatik wird aus dem Lademeister ein Express-Kombi der kommoden Art – perfekt für große Autobahnetappen. Auf Pedalbefehl tritt der Fronttriebler schon aus dem Drehzahlkeller, für den der kleinere der beiden Turbos zuständig ist, druckvoll an und wird aber auch oben herum nicht wirklich müde. Flink erklimmt er Regionen um 4.000 Touren; so fühlt man sich selbst auf kurzen Beschleunigungsstreifen sicher, wenn im Rückspiegel die Schwerlaster schon größer werden. Im mittleren Bereich tun beide Lader ihren Dienst – ein Grund, warum aus der Drehmomentwelle von 400 Nm ein ausgewachsenes Plateau wird, denn bis exakt 2.750 Kurbelwellen-Rotationen kann aus den Vollen geschöpft werden.

 

Daher lässt sich der Automat beim gemütlichen Schlendern auch nicht aus der Ruhe bringen und bleibt gelassen im sechsten Gang. Falls doch mal ein Kickdown-Befehl hereinkommt, wird beflissen und zugleich sanft zurückgeschaltet, obwohl das eigentlich nicht zum Standard-Programm eines 9-3 gehört. Sportlichkeit ist zwar ein Thema, aber keinesfalls Hektik. Dass Saab mit der starken Diesel-Mittelklasse durchaus drahtig orientierte Kunden anflirtet, verdeutlicht die Aero-Version mit potent wirkendem, aber nicht zu dick auftragendem Rohrwerk – flankiert von ausgeprägten Schwellern und schicken Alufelgen mit 235er Pneus. Da rollt ein optischer Leckerbissen heran mit dynamisch hochgezogenen Scheinwerfern und stylischen Rückleuchten im Frost-Look. LED-Technologie vorn (Lichtband als "Augenbraue") und hinten (Bremslichter) sowie die in mattem Chrom gehaltene Deko-Leiste der SportCombi-Heckklappe weisen dezent auf den Premium-Anspruch hin, den das Label mit dem feinen Corporate Design bis heute verkörpert. Innen erwarten den Eigner die üblichen Eigenwilligkeiten; das Zündschloss sitzt, obwohl die bartlosen Schlüssel längst auch bei Saab zu Hause sind, noch immer in der Mitte, aber herausnehmen lässt sich die inzwischen mit Elektronikhirn gefüllte Fernbedienung auch ohne den Rückwärtsgang einzulegen – im Falle der Schaltgetriebe-Variante.

 

Ansonsten freut der Individualist sich über einen Cupholder mit innovativer Dreh-Kinematik und markentypischer Instrumentenlandschaft. Alte Fans bekommen eine Ladedruckanzeige – welcher Diesel bietet die schon? Da schwingt eine Spur Fan-Potenzial mit, auch wenn der hiesige Wettbewerb durchaus stärkere Mittelklassen im Angebot hat. Und sogar geräumigere – der 9-3 gehört da eher der Maßanzug-Fraktion an – nicht unbedingt zu klein, aber verschwenderisch ist anders. Durchschnittlich gewachsenen Europäern ist der Kombi aber ein guter Kumpel auf langen Strecken. Weder Knie noch Kopf ecken irgendwo an, das gilt für beide Sitzreihen. Die Stühle selbst rufen ein ganz bestimmtes "willkommen zu Hause"-Gefühl wach – man versinkt ein bisschen in den weichen Polstern; klingt nach altmodischer Ausrichtung, ist es aber nicht. Altherren-Charakteristika im Saab 9-3? Niemals, da widersprechen schon Fahrwerk und Lenkung energisch. Als Saab den 9-3 entwickelte, diente der damalige Dreier-BMW als Maßstab in Sachen Agilität – das ist zwar schon ein Weilchen her, aber die Fahrdynamik ist geblieben. Entsprechend gut gelaunt durchläuft der kräftige Fronttriebler kurvige Passagen, lässt sich mit der eher direkt ausgelegten Lenkung flink, aber natürlich auch nicht übertrieben sportlich durch die Ecken jagen.

 

Ein Fünkchen Komfort muss natürlich bleiben, keine Frage. Demnach schluckt er milde Autobahn-Patzer wirkungsvoll, während vor allem die Vorderachse etwas hölzern über aggressive Straßenschäden stolpert. Hier ist der Saab dann ganz Mainstreamer und macht es wie so viele Vertreter aus dem Wettbewerb: Nämlich lange Wellen besser parieren. Das Gesamtpackage ist dennoch attraktiv: So gehört das Commonrail-Triebwerk zu den kultivierten Exemplaren und fährt auch klangtechnisch auf der angenehmen Seite. Außerdem verschont die Mensch-Maschine-Schnittstelle mit komplizierten Bedien-Gimmicks und bleibt bei der klassischen Tasten-Lösung. Okay, beim Navigationssystem gibt es die eine oder andere zu studierende Funktion, aber dafür wird sinnvollerweise ein Touchscreen eingesetzt, der die Bedienergeschwindigkeit gegenüber den Menülösungen mit Dreh-Drück-Steller signifikant erhöht. Der Rest versteht sich natürlich von selbst, das Klima-Paneel liegt griffgünstig in der Mittelkonsole und birgt weiter keine Rätsel. Und die wenigen Saab-Geheimnisse lüftet man dann auch schnell, zum Beispiel die bis heute erhaltene "Night Panel"-Funktion zur Abdunklung sämtlicher beleuchteter Elemente – es bleibt allein der Tachometer sichtbar.

 

Dann auf zur Preisfrage: Der Saab 9-3 SportCombi mit dem hier besprochenen Turbodiesel ist ab 33.000 Euro zu haben – in der "Linear"-Ausführung mit Antiblockiersystem, Front-, Kopf- und Seitenairbags, elektrisch beheiz- und verstellbaren Außenspiegeln, Dieselpartikelfilter, elektrischen Fensterhebern rundherum, Klimaautomatik, Radio, elektronischem Stabilitätsprogramm sowie einer fernbedienbaren Zentralverriegelung. Bei der 2.300 Euro teureren Scandic-Linie kommen Aluräder, Lederlenkrad, Sitzheizung und Teil-Leder hinzu. Lediglich 550 Euro Mehrpreis gegenüber "Scandic" erfordert die etwas sportlichere Vector-Ausgabe. Die Spitze markiert der Aero – er kostet 38.400 Euro und bietet einen Bordcomputer, leistungsstärkere Bremsen, Sportfahrwerk mit Tieferlegung um zehn Millimeter, Tempomat sowie Bi-Xenonlicht. Platz für weitere Individualisierungen bleibt außerdem reichlich, lieferbar sind: Automatisch abblendbare Außenspiegel (inklusive Innenspiegel) für 320 Euro, Automatikgetriebe (2.200 Euro), Kurvenlicht (410 Euro), Metallic-Lack (790 Euro), DVD-Navigationssystem für 2.730 Euro, Parksensor (430 Euro), elektrisches Glas-Schiebehebedach (990 Euro) sowie elektrisch verstellbare Sitze (ab 690 Euro).

 

Fazit: Der Saab 9-3 SportCombi ist eine runde Sache und genau richtig für die letzten Auto-Individualisten, von denen es aber glücklicherweise noch mehr als zwei Hände voll gibt. Und die Mittelklasse ist keinesfalls ein Kompromiss, sondern technisch durchaus auf der Höhe: Als Krönung gibt es den anspruchsvollen Diesel, der nicht nur über einen Partikelfilter verfügt, sondern auch die Euro 5-Norm erfüllt.



 
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