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Fahrberichte & Tests
 
Rover Streetwise Front
Stylischer Kleinwagen im Offroad-Look
 
 

Tradition verpflichtet

Die Wirren um den britischen Autobauer Rover haben sich insofern nicht gelegt, als dass zur Zeit niemand weiß, wie es letztlich mit der Marke weitergeht. Wer die englische Traditionsmarke liebt, muss sich aus dem Lager bedienen. Und dort dürfte noch so manches Schätzchen zu finden sein. Zum Beispiel der Streetwise.

Heutige Kleinwagen bieten attraktive Eigenschaften: Man kann mit ihnen zumindest einigermaßen komfortabel längere Strecken zurücklegen, das Ladevolumen übertrifft den durchschnittlichen Mitnahmebedarf, und der Platz eines solchen Fahrzeugs reicht locker aus, um vier Personen bequem für längere Zeit unterzubringen. Das klingt ja fast schon nach Mehrzweckfähigkeiten – doch eine Sache können Kleinwagen gar nicht gut. Sie erregen kein Aufsehen. Denn so praktisch diese knapp unter vier Meter messenden Vehikel auch sein mögen, so alltäglich ist ihre Erscheinung auf den Strassen.
Was kann da helfen? Ganz einfach, man nehme Anleihen bei jenem Autosegment, das zur Zeit wie kein anderes boomt – beim Geländewagen.
Dazu bedarf es ja nichtmal vier angetriebener Räder, denn tatsächlich fahren die wenigsten Offroader jemals im Gelände. Dafür muss die Optik stimmen. Und der Streetwise kann gleich ein ganzes Repertoire an Abwandlungen zu seiner Basis, dem konventionellen Rover 25, aufbieten: Mit höherem Fahrwerk, verstärkten Kotflügeln, geschützten Schwellern sowie stabilen Stoßfängern und Kotflügel- wie Flankenschutz wird aus dem Briten ein richtig schicker, durchgestylter Verkehrsteilnehmer.

Dazu gesellen sich kaum übersehbare Schriftzüge auf der Kofferraumklappe und an der Seite, die selbst dem Laien unmissverständlich erklären, um welches exotische Rover-Modell es sich hier handelt. Dabei passt die Schriftart so ganz in das trendige Konzept dieses Kleinen, der übrigens serienmäßig auf attraktiven 16-Zoll-Alurädern mit speziellem Design rollt.
Als glatter Gegensatz zur äußeren Erscheinung freilich entpuppt sich das Interieur; es versprüht den hölzernen Charme der Achtziger- und frühen Neunzigerjahre. Unwohnlich ist der Streetwise aber nicht. Silberne Akzent-Teile im Bereich der Mittelkonsole arbeiten den nüchternen Charakter dieses Wohnraums in geschickter Weise heraus und geben ihm ein sportliche Note. Hierzu passen die ebenfalls sportlich gehaltenen Sitze. Sie bieten dank stark ausgeformter Wangen ausgezeichneten Seitenhalt. Das gilt auch für den Fond, dort erwarten den Fahrgast zwei Einzelsitze, die ihn genauso bequem reisen lassen wie in der ersten Reihe.

Wie reist es sich überhaupt im Streetwise? Ein Leistungswunder ist er ja nicht gerade – im Testwagen tat der 109 PS starke 1,6-Liter Vierzylinder seinen Dienst. Und damit fährt man tatsächlich ganz gut. Das kleine Triebwerk bringt den etwas über eine Tonne wiegenden Rover erstaunlich flott auf Tempo. Da erscheinen 10,1 Sekunden Werksangabe für den Sprint auf 100 km/h fast pessimistisch. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei knappen 180 Stundenkilometer – glaubt man dem Tacho, dürfen es auch schonmal 200 Sachen sein – natürlich mit Rückenwind.
Um zügig voran zu kommen, bedarf es selbstverständlich einer gleichermaßen fleißigen Betätigung des Schalthebels. Dieser rastet allerdings sauber und knackig ein, was die Arbeit mit dem Getriebe stets lächelnd vonstatten gehen lässt.
Das Fahrwerk des Streetwise erlaubt trotz der recht hoch gelegenen Karosserie einen angemessen sportlichen Fahrstil. Er umrundet Kurven in agilerweise und kündigt durch gut beherrschbares Untersteuern das Ende der Fahnenstange an.

Bleibt nur noch die Preisfrage. Ab 17.350 Euro gibt es den Streetwise 1,6 – dann in der R1-Version als Dreitürer. Aber selbst die Basis zeigt sich schon ordentlich ausstaffiert. Mit von der Partie sind ABS, Frontairbags, CD-Radio, Dachreling, elektrische Fensterheber vorn, Glas-Schiebe-Hebe-Dach elektrisch, Parksensor, Servolenkung sowie eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.
Für 18.660 Euro gibt es die R2-Variante, welche elektrisch verstellbare Außenspiegel, Klimaanlage, Lederlenkrad und eine Teilleder-Polsterung on top bietet. Dafür kostet das Glas-Schiebedach hier 692 Euro extra.
Die fünftürigen Versionen kosten jeweils 500 Euro mehr.
Zu den preiswerteren Vertretern gehört außerdem der sparsame Vierzylinder-Benziner; zwischen sechs und guten neun Litern genehmigt sich das Aggregat auf einhundert Kilometer Fahrstrecke – das sollte in Ordnung gehen. Zu den Mankos dieses frechen Fahrzeugs zählt zweifellos die Tatsache, dass es keine Seitenairbags und kein Stabilitätsprogramm gibt. Ob sich das jemals ändern wird, steht wohl in den Sternen.

Fazit: Der Rover Streetwise sticht in erfrischenderweise aus dem Strassenbild hervor – er gehört zweifellos zu den seltenen Erscheinungen. Somit ist er genau das richtige Fahrzeug für Individualisten. Die eingeleiteten Modifikationen, welche aus dem einstigen Rover 25 den Streetwise zaubern, machen aus dem alternden Kleinwagen einen schicken Lifestyle-Flitzer, der es durchaus verdient hat gekauft zu werden.

 



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