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Modischer Franzose der oberen
Mittelklasse mit
exzellentem Fahrkomfort |
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Form-Ansage
Die meisten
Interessenten stattlicher Business-Limousinen sind auf drei
einschlägige Marken verteilt: Mercedes, BMW und Audi.
Jeder andere Wettbewerber hat es schwer, Marktanteile in diesem
Segment zu erhaschen. Grund für Renault, in die Offensive
zu gehen: Nach dem unauffälligen Safrane kommt jene Kampfansage
nun in Form des Vel Satis daher.
Wird es Renault mit dem Vel Satis schaffen? Klar, dass
diese Frage unmittelbar nach Erscheinen des Flaggschiffs sowohl
von Fachjournalisten als auch von Autointeressierten diskutiert
wurde. Doch sie entbehrt jeder Grundlage und ist somit schlicht
überflüssig. Immerhin ist bekannt, dass es Importeure
auf dem hiesigen Markt ohnehin schwer haben, weil sie gegen
die innländische Konkurrenz ankämpfen müssen
das gilt für die obere Mittelklasse umso mehr.
Hier lassen sich von keiner Marke außer dem exklusiven
teutonischen Grüppchen, welchem nur Mercedes, BMW und
Audi anzugehören scheinen hohe Stückzahlen
realisieren.
Insofern bleibt aber zu fragen, was denn wenn überhaupt
zu schaffen sein soll. Übrig bleibt die Ideologie:
Nachdem der Avantime mit seiner avantgardistisch wirkenden
Designlinie ein Fanal setzte, war man bei der Markteinführung
der großen Limousine Vel Satis zwar schon auf den optischen
Kurs eingeschworen, doch an skeptischen Gemütern herrschte
kein Mangel.
Letztlich hat sich herauskristallisiert,
das jenes gänzlich andere Konzept mehr als nur unkonventionell
aussehen kann. Der Vel Satis ist dem Vorgänger Safrane
in jeder Hinsicht überlegen; es handelt sich um eine
Limousine, die es in Sachen Komfort und Technik mit der Konkurrenz
locker aufnehmen kann. Was die äußerliche Erscheinung
angeht, so ist sie um den gleichen Faktor aufregender wie
der Safrane langweiliger als die meisten Mitbewerber war
beides ist schlussendlich Geschmacksache. Dass der Wagemut
sich lohnen würde, war im Grunde leicht auszurechnen,
denn das Flaggschiff würde nicht schlechter abschneiden
als das abgelöste Modell zumindest war das unwahrscheinlich,
abgesehen von den sowieso bescheidenen Ansprüchen unter
schwierigen Voraussetzungen. So gesehen war die Entscheidung,
Patrick Le Quement die Design-Zügel in die Hand nehmen
zu lassen, eine richtige Entscheidung. Und das war sie gewiss,
immerhin könnte Renaults Kompaktklasse, die ähnliche
optische Merkmale aufweist, kaum besser laufen; das gleiche
gilt für den Van Espace dieser ist abgesehen vom
Sharan zur Zeit der meistverkaufte Minivan. Angesichts solcher
Umstände darf die Marke vorerst zufrieden auf das automobile
Geschehen blicken.
Doch genug der Allgemeinheiten und zurück
zum Gegenstand dieser Abhandlung. Da steht der Vel Satis nun
in seiner polarisierenden Form und gibt bei nüchterner
Betrachtung zu erkennen, dass er höchst praktische Züge
trägt. So wartet er mit einem Kofferraumvolumen von
natürlich bei umgeklappter Rücksitzbank 1.468
Litern auf. Das ist ein stolzer Wert, den viele Konkurrenten
nur im Kombi-Bereich realisieren. Besonders attraktiv und
auch direkt erlebbar aber sind die inneren Platzverhältnisse.
Nach dem bequemen Einstieg findet man sich in einem wörtlich
zu nehmenden Raumschiff wieder. Insbesondere nach oben und
zur Seite sitzt der Vel Satis wie ein luftiges Sweatshirt.
Überraschung Nummer zwei erwartet die Fahrgäste
im Fond, wo sie mehr Kniefreiheit vorfinden als in manchen
Oberklassen.
Die Armaturen sind Renault-typisch aufgeräumt gehalten;
nur die wichtigsten Funktionen kommen zum Vorschein, während
selten gebrauchte Radio- und Grundsatzeinstellungen hinter
einer Klappe verschwinden. Damit die Ordnung auch auf längeren
Fahrten erhalten bleibt, nehmen zahlreiche Fächer und
Ablagen jede Menge Kleinkram auf, der häufig mit an Bord
geht.
Luxuriös geht es außerdem
zu. Die Spitzenausstattung "Initiale" sorgt beispielsweise
mit edlem Erlenholz und feinen Lederbezügen für
Wohlbehagen auf hohem Niveau. Eine Nummer kleiner "Privilege"
ist ebenfalls kein Armenhaus: Aluminium-Applikationen
statt Holzfurnier verleihen der Wohnstube einen sportiven
Einschlag.
Sitztechnisch ist alles in bester Ordnung weder zu
weich noch zu straff weilen die werten Passagiere auf dem
Gestühl, das vielleicht einen Tick mehr Seitenhalt bieten
könnte.
Reinster Businessmanier entspricht endlich auch der Antrieb:
3,5 Liter Hubraum und sechs Zylinder das sind die Eckdaten
des hier behandelten Topmodells klingen in diesem Zusammenhang
gut. Die von Nissan gespendete Maschine steht mit 241 PS nicht
gerade schlecht im Futter und harmoniert gut mit der obligatorischen
Fünfstufenautomatik.
Diese geht stets leise und kultiviert zu Werke dabei
trifft die Tonart eine metallische, aber angemessene Note.
Angemerkt sei jedoch: Wirklich schnell ist der Vel Satis
auch wenn das angesichts vieler Pferdchen zu vermuten wäre
nicht. Zwar erfolgt die Beschleunigung mit Nachdruck;
überhaupt spricht man von einem Auto, das souveräne
Fortbewegung garantiert und alles andere als untermotorisiert
ist. Aber von Dampf in allen Ecken kann keine Rede sein, was
der Limousine übrigens keinen Abbruch tut. Der große
Renault erweist sich als Gleiter par excellence ein
Umstand, der auch vom Fahrwerk bestätigt wird. Demnach
vermag es vielmehr, unebene Strassen in makellose Bahnen zu
verwandeln statt die Fahrgäste hoher Querbeschleunigung
auszusetzen.
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Heck
zum gewöhnen
Liebe auf den zweiten
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Abgesehen davon hat Renault technisch
aufgerüstet. Fast noch exotische Dinge wie elektrische
Parkbremse und ein Schließsystem mit Chipkarte befinden
sich selbstverständlich an Bord. Jene sich allmählich
etablierende Feststellbremse, welche per Tipptastendruck
aktiviert wird, weist nicht zuletzt den platzbringenden Vorteil
eines fehlenden Handbremshebels auf: Sie fungiert auch als
Anfahrassistent am Berg, denn solange das Fahrzeug steht,
ist sie aktiv, und ein automatisches Lösen erfolgt beim
Anfahren.
Insgesamt erstaunt schon ein Basis Vel Satis in der "Expression"-Version
durch eine opulente Ausstattung.
Darin enthalten sind neben der automatischen Parkbremse und
der Chipkarten-Zentralverriegelung natürlich auch Antiblockiersystem,
eine automatische Reifendruckkontrolle, ein Bremsassistent,
elektronisches Stabilitätsprogramm, Seiten-, Window-,
und Frontairbags, Außenspiegel elektrisch beheiz- und
einstellbar, Bordcomputer, elektrische Fensterheber rundherum,
Klimaautomatik, Regensensor, Radioanlage sowie Tempomat.
Wem das dennoch unzureichend erscheint, bekommt für weitere
3.600 Euro mit der "Privilege"-Ausführung
einen Parksensor, einen automatisch abblendenden Innenspiegel,
elektrisch verstellbare Vordersitze inklusive Sitzheizung,
Leichtmetallräder und Xenonlicht.
Weitere 5.000 Euro ("Initiale") bedeuten automatisch
abblendbarer Außenspiegel, elektrisch verstellbare Ledersitze
mit Memory, 18-Zoll-Alufelgen, Metallic-Lack, Navigationssystem,
Soundsystem mit CD-Wechsler und Sonnenjalousien für Seitenfenster
und Heckscheibe.
Die Grundpreise für das Spitzenmodell 3,5 V6 liegen zwischen
37.300 Euro ("Expression") und 45.400 Euro für
die High-End-Ausstattung ("Initiale").
Kein billiges Vergnügen also aber angemessen ist
der Preis für das Gebotene in jedem Fall. Für den
Treibstoff-Konsum gilt das ebenfalls. Mit guten zehn Litern
Super ließ sich die Testrunde ohne Probleme bestreiten
naturgemäß bei gemischter Fahrweise.
Fazit:
Der große Vel Satis ist ein gänzlich unkonventionelles
Auto aber eines, das weit mehr als Spielzeugcharakter
besitzt. Neben den praktischen Eigenschaften verfügt
er auch über ernsthafte Komfort-Qualitäten; und
all das bei einem technischen Anspruch, den die Konkurrenz
nicht besser erfüllen könnte. Die Hauptrolle auf
dem deutschen Markt wird jener große Franzose nie spielen,
aber vielleicht hat das ja auch sein Gutes denn ist
es nicht etwas wünschenswertes, einen seltenen und damit
besonderen Geschmack zu haben?
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