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Porsche
Cayenne. Klingt neben scharf auch teuer und nobel.
Das Basismodell kostet unter 50.000 Euro und bietet
250 PS bei 3,2 Litern Hubraum und sechs Zylindern.
Damit darf die Gattin des Firmenchefs über
die Flaniermeile cruisen, um nach dem Shoppen
bei Prada und Gucci noch schnell ein Lunch bei
Gosch einzunehmen. Doch der ambitionierte Markenfan
erwartet mehr. Sechs Zylinder tun es beim 911,
der in der Garage auf schönes Wetter wartet,
aber ein Schwergewicht wie der Cayenne schreit
nach acht Töpfen. Und wenn es besonders zügig
vorangehen soll, leisten zwei Turbolader samt
separater Ladeluftkühler Schützenhilfe.
Das ganze präsentiert sich garniert mit feinen
Details wie zum Beispiel verstellbare Einlassnockenwellen
jenes von Porsche auf VarioCam
getaufte System erzeugt schon beim Elfer Dampf
in allen Gassen. Für echte Rennsport-Anklänge
sorgen spezielle Materialien für die Zylinderköpfe
bei der Turbo-Version, die höheren Temperaturen
standhalten sowie Trockensumpfschmierung für
Extremsituationen. Hier ist es nicht umbedingt
die Querbeschleunigung, welche der Ölversorgung
hinderlich sein könnte, aber man weiß
ja nie, was dem 4x4 am steilen Hang blüht
sicher ist sicher.
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| Bald
erhält er leichte Modifikationen... |
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In erster Linie allerdings
ist dieser Porsche für die Straße gemacht.
Und er ist wohl das sportlichste SUV, das die
Welt bisher gesehen hat. Standardsprint von 0
auf einhundert km/h: Binnen weniger als sechs
Sekunden. Auf 160 Sachen? Geht in zwölfeinhalb
Sekunden. Das schafft ein BMW M3 gar nicht und
ein aktueller Porsche Carrera nur wenig schneller
Respekt.
Aber was sagen schon Werte auf dem grauen Papier?
Wie fühlt sich ein Cayenne Turbo an? So sanft
und weich wie Wolke Sieben nicht, dafür sind
die falschen Emblems auf Grill und Heckdeckel.
Schließlich sollen sich Markenliebhaber
wohlfühlen, und damit das sichergestellt
werden kann, mussten ein paar Standard-Merkmale
her: Die Lenkung hat stramm zu gehen, das Fahrwerk
gehört hart, aber keinesfalls ruppig
nur die Fahrzeughöhe passt augenscheinlich
nicht so richtig zum Hersteller. Warum musste
es auch unbedingt ein Geländewagen sein?
Um mehr als zwei Personen kommod zu befördern,
hätte es auch ein geräumiges Coupé
sein dürfen, doch es gibt eben kaum etwas
trendigeres als SUV.
Sei es drum, jetzt wird gestartet. Mit einem satten
Brabbeln erwacht der 4,5-Liter zum Leben. Ach
ja und das Zündschloss sitzt natürlich
links, keine Frage. Jetzt noch Stufe D,
dann zuckt der große Brocken kurz. Brav
verlässt er die Parkposition und schiebt
los im zweiten Gang. Nicht nur die Lenkung
beweist eine gewisse Straffheit, das Gaspedal
geht auch kaum leichter und mahnt somit zur Vorsicht.
In der Tat: Wer verhalten mit ihm umgeht, erlebt
keine spektakuläre Initialbeschleunigung.
Gut so, denn acht Liter Öl wollen erstmal
temperiert werden. Danach darf man ruhig mal beherzter
niedertreten; in diesem Fall schaltet der Automat
rasch zurück, lässt den 2,4-Tonner vehement
losstürmen, und aus dem zurückhaltenden
Bollern wird mächtiges V8-Hämmern. Bei
langem Anlauf erreicht das Trumm gar über
280 km/h auf dem digitalen Zusatztacho, dann wird
es allerdings etwas nervös infolge angreifenden
Seitenwindes. Auch durch Kurven geht es nicht
ganz so drahtig. Zwar neigt der Bolide wenig Richtung
Seite, doch die Masse drängt stets gen Graben.
Dafür bleibt es trotz sportiver Ausrichtung
komfortabel im größten aller Porsche:
Das frei Haus gelieferte Luftfahrwerk absorbiert
schlechte Wege durchaus wirkungsvoll.
Unbefestigte Straßen vermag der Cayenne
übrigens auch gut zu bewältigen. Zwar
dürfte das selten nötig werden, doch
für alle Fälle gaben die Ingenieure
dem Dickschiff ein vollständig sperrbares
Zentraldifferenzial mit auf den Weg, auf Wunsch
wird ein ebenfalls einhundert Prozent zu sperrendes
Hinterachsdifferenzial geliefert. Die Reduktionsstufe
im Verteilergetriebe sorgt auch bei starken Steigungen
für weiteres Fortkommen. Dann allerdings
ist auch entsprechendes Schuhwerk erforderlich
die serienmäßig gelieferten
18-Zöller sehen zwar schick aus, dürften
jedoch schon auf der matschigen Wiese ihre Schwierigkeiten
haben sich durchzuwühlen, ganz zu schweigen
von den 20-Zoll-Rädern, welche der Kunde
gegen Aufpreis bekommen kann. Um durch über
50 Zentimeter tiefes Wasser zu fahren, sollten
sie allerdings reichen, sofern der Untergrund
von griffiger Natur ist.
Die beste Figur aber gibt der Cayenne Turbo auf
der Langstrecke ab bequeme Sitze, viel
Platz für Gepäck wie Passagiere und
nicht zuletzt die souveränen Kraftreserven
machen ihn zum perfekten Tourer, in dem man auch
mal mit zurückhaltender Geschwindigkeit völlig
frei von jeglicher Hektik über die Bahn gleiten
kann.
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| Der
Cayenne als Praktiker... |
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Zu den ruhigeren Zeitgenossen
sollten auch die Käufer des hier besprochenen
Allradlers gehören zumindest, wenn
es um das Thema Finanzen geht. Schließlich
sind 101.913 Euro Grundpreis kein Pappenstiel
und lassen nur die ganz coolen Typen wirklich
kalt. Da ist es für die geizigeren Großverdiener
ein nur geringer Trost, dass der Cayenne Turbo
nahezu vollausgestattet das Werk verlässt.
Selbst dicke Brocken wie elektrisch verstellbare
Ledersitze mit Memory, DVD-Navigationssystem und
Bose-Soundsystem sind serienmäßig dabei.
Zu den Selbstverständlichkeiten gehören
Antiblockiersystem, Front,- Kopf- sowie Seitenairbags,
Bordcomputer, elektrische Fensterheber rundherum,
elektronisches Stabilitätsprogramm, Klimaautomatik,
Parksensor, Radioanlage, Sitzheizung vorn und
hinten, Tempomat, Bi-Xenonlicht wie Zentralverriegelung
mit Funkfernbedienung.
Wer noch mehr Geld ausgeben möchte, kann
das beispielsweise tun, indem er einen CD-Wechsler
(510,40), ein schlüsselloses Schließsystem
(1.032,40 Euro), eine Standheizung (1.508 Euro)
oder besonders skurril eine elektrisch
einklappbare Anhängerkupplung (1.096,20 Euro)
bestellt.
Fazit: Der
Porsche Cayenne Turbo ist wohl der sportlichste
Geländewagen, den der Markt bietet. Als komfortabler
Allrounder indessen bewältigt er lange Autobahnetappen
ebenso souverän wie schwierige Geländepassagen.
Für erstere wird er wohl auch häufiger
eingesetzt im richtigen Leben. Nur der Preis scheint
wie aus einem Märchen doch sonst wäre
dieser Porsche ja kein Traum, der allerdings recht
häufig wahr wird. Ein knapper Blick in die
Zulassungsstatistik liefert den Beweis.
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