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Ob
das S beim Carrera S nun für
super, schnell oder superschnell steht
völlig egal, wie bei der Milchschnitte die
extra Portion Milch für glückliche Kinder-
oder auch Erwachsenenminen sorgt, zaubert der
Carrera S mit Hilfe einer extra Portion Feuer
breites Dauergrinsen in die Gesichter seiner Fahrer.
Und wie lautet das Zauberwort? Hubraum. Bei 3,8-Liter
ist die Modell-Linie inzwischen angekommen, so
viel Volumen war einem 911 noch nie zuvor gegönnt.
Die Nähe zur Vier-Liter-Marke macht den Elfer
im eher hubraumschwach besetzten Europa zur Großkolben-Legende,
kommt er doch historisch gesehen eher aus der
Ecke kleiner, drehfreudiger Motoren mit hoher
spezifischer Leistung.
Von fehlender Drehfreude kann indes auch beim
aktuellen Evergreen-Porsche keine Rede sein. Der
geliebte zweite Wind ab 4.000 Touren beschert
dem Carrera-S-Piloten ebenso Gänsehaut wie
schon vor Jahren.
Doch die Maßstäbe haben sich gewaltig
verändert unter fünf Sekunden
reichen dem gestärkten Elfer, um die 100-km/h-Marke
zu erstürmen, derart ballistische Werte sorgen
je nach Fahrstil für ein flaues Gefühl
in der Magengrube.
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| Vier
Rohre bedeuten Power... |
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Und dieser Carrera schiebt
von der ersten Sekunde an keine Spur von
Müdigkeit in den unteren Drehzahlen; bullig
geht es Richtung Horizont, die serienmäßigen
Pneus der Dimension 295/30 19 kann man nur mit
aller Gewalt zum Durchdrehen bewegen, sie bieten
Traktion satt.
Etwas mehr als 16 Sekunden vergehen bis 200 km/h,
der Druck im Kreuz lässt aber auch darüber
kaum nach ist die Gerade eben und lang
genug, sind über 300 Sachen drin, so jedenfalls
vermeldet der kleine digitale Tacho.
Das ist ein Extrem. Ein gänzlich anderes
Gesicht offenbart der Zuffenhausener in urbanen
Gegenden. So rollt er völlig ruckelfrei bei
niedriger Drehzahl von Ampel zu Ampel und schlendert
im großen Gang mit kleinem Tempo die Ausfahrtstraße
entlang, bis er auf der Beschleunigungsspur der
nahenden Autobahn endlich frei hochdrehen darf.
Begleitet wird dieses Szenario von wohlkomponiertem
Trompeten, den Sounddesignern gelang es eben doch
eindrucksvoll, ihrem Baby 997 und mithin den Kunden
jenen unverkennbaren Tongenuss zu kredenzen, der
das 911-Erlebnis seit der ersten Stunde begleitet
auch wenn sich manch Gusseiserner die Luftkühlung
zurückwünscht, das Defizit findet wirklich
nur im Reich der Psychologie statt.
In einem Punkt allerdings hat sich das legendäre
Coupé gewandelt: Es verzeiht kleine Seitensprünge.
Dienstreise von Köln nach Hamburg gefällig?
Kein Thema, erledigt der Porsche ohne seinen Lenker
über Gebühr zu erschöpfen, und
ermüden wird er ihn ganz bestimmt nicht,
zu viel Spaß macht die Fortbewegung mit
diesem Sportwagen.
Sicher, ein Leisetreter ist er keineswegs, aber
so will es der Fan eben. Auch der Autor war nicht
ganz unglücklich, als vermeldet werden konnte,
dass man beim 997 an Dämmung sparen würde;
nicht zuletzt, um Gewicht zu reduzieren. Dennoch
sind es runde 1,4 Tonnen geworden moderne
Technik fordert ihren Tribut, und die Zeit ist
auch bei einer Ikone wie dem 911 nicht stehengeblieben.
Elektronisch verstellbare Dämpfer beispielsweise
bekommt jeder Carrera S frei Haus mit auf den
Weg aber braucht man sie? Zwar kann die
Kennlinie per Knopfdruck verstellt werden, doch
die Auswahl müsste folgerichtig hart
und superhart heißen, denn sanft
geht ein gestandener Elfer niemals zu Werke, und
das ist auch gut so.
Demnach könnte er auch mal als unfreiwillige
Suchsonde für Straßenschäden eingesetzt
werden. Aber Kurven nimmt der Zweitürer,
als trage er einen Magneten in sich und fahre
auf Asphalt mit Metallpartikeln, wer hier das
Wort Grenzbereich in den Mund nimmt,
sollte über viel Übung und möglicherweise
eine Rennlizenz verfügen, wenngleich es noch
deutlich brutaler geht, wie die GT-Modelle zeigen.
Nicht, weil der Porsche Tücken zeigte, nein,
das Gegenteil ist der vielmehr Fall, aber der
verantwortungsbewusste Durchschnittsfahrer wird
die Grenzen des Carrera selten ausloten.
Wer nach dem Querbeschleunigungs-Erlebnis wieder
zu sich gefunden hat, darf dann endlich das Interieur
begutachten, um festzustellen, dass der Sprung
vom 996 zum aktuellen Modell milde ausfällt.
Wann kommen die alten, klassischen Rundinstrumente
ohne Verschachtelung wieder?
Immerhin überzeugt der Porsche durch intuitive
und logische Bedienung, schließlich sind
die Zeiten, als der Hersteller reine Fahrmaschinen
produzierte, lange vorbei. Premium-Sound, Navigation
und Komfortfeatures wie elektrische Sitzverstellung
und -beheizung sind gerade aus dem sportlichen
Luxus-Segment schlicht und ergreifend nicht mehr
wegzudenken.
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| Dieser
Schriftzug spricht für sich.. |
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Ab 90.529 beginnt der Spaß
mit dem Carrera S. Obligatorisch sind ABS, sechs
Airbags, Bordcomputer, elektrische Fensterheber,
elektronisches Stabilitätsprogramm, Klimaautomatik,
Xenonlicht sowie Zentralverriegelung inklusive
Funkfernbedienung. Dass Leichtmetallräder
zum Rüstzeug eines Luxus-Sportwagens gehören,
bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Wohl
aber aufpreispflichtig sind Keramik-Bremsscheiben.
Diese absolut standfeste und hochbelastbare Bremsanlage
verlangt zwar nach einem ordentlichen Pedaldruck,
liefert allerdings einen exakten Druckpunkt; das
leichte Schleif-Geräusch beim Anbremsen verrät
dem Kenner die Materialart der Scheiben und liefert
ihm die Vorahnung, welche Kosten auf ihn zukommen:
Ganze 8.032 Euro. Wer nicht jedes Wochenende die
Nordschleife besucht, aber viel in fremden Gegenden
unterwegs ist, kommt mit dem Navigationssystem
(1.892 Euro) wesentlich günstiger davon.
Übrigens sollte der Interessent unbedingt
zum Parksensor (488 Euro) greifen, denn der 911
gehört nicht zu den übersichtlichsten
Autos. Und zum Schluss noch eine gute Nachricht:
Der 911 Carrera S kann bei gemütlicher Fahrweise
auch einstellige Verbrauchswerte generieren.
Fazit: Der Porsche Carrera S ist gut für
die extra Portion Adrenalin, den Kick auf der
Landstraße und die schnelle Runde auf der
Piste. Es handelt sich um einen brachialen Sportwagen
mit einem wohldosierten Schuss Alltagstauglichkeit.
Nur der Preis treibt vielen Fans die Tränen
in die Augen schön, wer hier zugreifen
kann.
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