Die Spaßauto-Abteilung war bei Peugeot ja bisher immer etwas unterbesetzt. Das ändert sich mit dem in der Modellbezeichnung untypischerweise zahlenlosen RCZ, der in Frankfurt zu bestaunen ist und sogar schon bestellt werden kann. Besonders spannend: Er soll später auch als Hybrid-Variante an den Start rollen. Vorstellung.
owas hat man auch nicht oft: Ein Autohersteller bietet schon auf der Messe Frühbucher-Rabatt. Wer das muskulöse Coupé bestellt, bekommt die Sonderlackierung gratis. Dabei beginnt der mit 4,28 Längenmetern keinesfalls besonders klein geratene Light-Sportler schon bei 26.450 Euro und kommt auch in der Basisausstattung alles andere als nackt dahergefahren. Alus, Klimaautomatik, Parksensoren, Radio sowie Tempomat sind genauso vorhanden wie die komplette Sicherheitsausrüstung inklusive ABS, Front- und Seitenairbags wie ESP. Aber die Motoren sind natürlich die feinste Dreingabe. Klar, es bleibt benzinerseitig zunächst bei den altbekannten 1,6-Liter-Triebwerken mit vier Zylindern – allerdings wird eine neue, 200 Turbo-PS starke Topversion eingeführt, die das Coupé mit den auffälligen Audi TT-Anleihen zum interessanten Dynamiker stempeln dürfte. Schließlich wuchtet der Zweitürer lediglich 1,4 Tonnen auf die Waage. Als Topgeschwindigkeit gibt das Werk 231 km/h an, und der Sprint auf 100 Stundenkilometer soll sich binnen 7,6 Sekunden vollziehen. Der auch mit Sechsstufenautomatik lieferbare Einstiegs-Benziner bringt 156 Pferdchen mit.
Mit 163 PS ist der Zweiliter-HDI geringfügig stärker; richtig aufregend allerdings wird es, wenn sich ein 37 PS starker Elektromotor zum Selbstzünder gesellt, der die Hinterachse übernimmt. Dann erstarkt die Antriebseinheit auf 200 PS, während ihr CO-Ausstoß im Gegenzug auf bemerkenswerte 95 Gramm pro Kilometer schrumpft. Kühne Visionen? Mitnichten – schon 2011 wird die "HYbrid4" genannte Einheit in Serie gehen und nicht nur den RCZ antreiben, sondern auch das Crossover-Modell 3008. Von Lithium-Ionen-Zukunftstechnik will Peugeot indes noch nichts wissen und setzt auf die alltagstaugliche Nickel-Metall-Hydrid-Variante, was im Sinne der Reibungslosigkeit sicher die zunächst bessere Lösung darstellt. Verschiedene Modi – man kann kurzzeitig rein elektrisch, allein per Verbrenner oder auch mit beiden Aggregaten gleichzeitig fahren – sorgen für optimales Fortkommen in jeder Situation. Völlig klar, dass das Konzept auch vorsieht, kinetische Energie wieder in Strom zu verwandelt, und eine Start-Stop-Automatik gibt es freilich ebenfalls. Verkehrte Welt, wenn die leistungsstärkste Version einer Modellreihe plötzlich zur gleichen Zeit die sparsamste ist. Autos überraschen eben immer wieder.
Fazit: Der RCZ eröffnet bei Peugeot ein völlig neues Segment; das sportliche Coupé muss sich nicht verstecken, auch wenn ein kräftiger Schuss Audi TT I verarbeitet wurde. Und wer weiß, vielleicht wechselt der eine oder andere ja die Marke? Zu wünschen ist es PSA jedenfalls.