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Fahrberichte & Tests
 
Peugeot 207 CC Front, Innnenraum
Peugeot 207 CC Heck

1. Aufgeräumter Innenraum mit PSA-typischen Tasten...

2. 207 CC auf großer Fahrt...

3. Die neuen, zweifarbigen Schlussleuchten fallen Kennern ins Auge...

4. Offen ist der Kleinwagen natürlich die beste Partie...

 

Der Peugeot 207 CC THP 150 im Test
Brisen-Treffen
Es wäre kaum verwunderlich, wenn selbst unter den Autointeressierten eine Mehrheit davon ausgeht, Mercedes sei der erste Hersteller von Cabrios mit Metalldach. Weit gefehlt, Peugeot war damit schon vor dem zweiten Weltkrieg am Zug und legte die Technik im Jahr 2000 wieder auf mit dem 206 CC, der prompt zum Verkaufsschlager mutierte. Inzwischen kämpft schon die Nachfolge-Generation 207 CC um Kundengunst.
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er sich erst im Frühjahr Gedanken um einen Cabrio-Kauf macht, ist meist zu spät dran. Also sollte man sich tunlichst schon im Herbst oder Winter um die Angelegenheit kümmern, schließlich will die Anschaffung eines Autos wohl überlegt sein. Außerdem ist ja Vorfreude bekanntermaßen die schönste Freude – also los, schnell zum nächsten Peugeot-Händler und schauen, was der so zu bieten hat. Zum Beispiel den 207 CC. Der auf Knopfdruck luftige Kleinwagen ist die nahezu perfekte Mischung – weder zu klein noch zu groß, mit hinreichendem Komfort gewappnet, dank hartem Stahlverdeck absolut alltagstauglich und obendrein sogar bezahlbar. Chic sieht der kompakte Spaßbringer außerdem aus, der kürzlich ein kleines Facelift erhielt und das neue Modelljahr mittels umgestylter Leuchteinheiten zum Ausdruck bringt, ohne den bereits ausgestatteten Kunden das Gefühl zu geben, in einem Auslaufmodell unterwegs zu sein. Am ehesten noch fallen die konturiert-zweifarbigen Heckleuchten ins Auge; kleine Erfrischungen müssen schließlich sein. Im Grundcharakter indessen hat sich nichts verändert, das macht sich vor allem bei offener Fahrt schnell bemerkbar.

 

Denn auf einen Sturm warten zumindest die Insassen in der ersten Reihe vergebens. Roadster-Gefühl? Aber nein, stattdessen weht eine laue Brise um die Nasen der Mitfahrer. Mode oder technischer Zwang? Cabrios mit Metalldach benötigen zumindest eine weit vorgezogene Frontscheibe, um das schwere Verdeck möglichst abzuspecken. Dabei entsteht wohl oder übel ein bisschen Wetterschutz. Wer allerdings keine Extreme mag, ist in dem kleinen französischen Cabrio gar nicht schlecht aufgehoben. Anderenfalls bitte einfach in die Fond-Kuhlen kuscheln und Augen zu. Hier pustet der Wind ordentlich durch ohne Rücksicht auf Verluste oder kompliziert hergerichtete Frisuren. Das erzeugt Spaß und lenkt von der Tatsache ab, dass man eigentlich nur im Notfall auf die hinteren Plätze rutschen sollte. Die sind nämlich kaum langstreckentauglich, was den 207 CC ganz klar zum 2+2 stempelt. Okay, für eine Zeit geht es, offen sowieso. Knie an den Vordersitzlehnen vorbeigeschoben und gut. Im geschlossenen Zustand macht das tiefe Dach zumindest Sitzriesen einen Strich durch die Rechnung. Dafür sitzt man vorn kommod, der Raum ist vernünftig bemessen, und die Stühle sind auch ohne Probleme für ausgedehnte Europa-Touren zu gebrauchen.

 

Von plötzlichen Angriffen roher Torsionsmomente bekommt man als Insasse übrigens wenig mit, lediglich beim Überfahren grober Unebenheiten. Dieser Zustand bessert sich bei geschlossenem Dach fast bis zur Perfektion. Und die Dämpfung? Zeigt ein sportlich-straffes Gesicht, bügelt unangenehme Falten aber durchaus wirkungsvoll glatt. Kurven nimmt der 207 dankbar entgegen, schließlich verfügt die Lenkung trotz elektrischer Servopumpe über ein nicht zu verachtendes Maß an Knackigkeit. Wenn die Bahnen windungsfrei und die Tempi wieder gleichförmig werden, konzentriert sich das Augenmerk auf die PSA-typische Instrumentenlandschaft mit recht vielen, aber immerhin ohne Bedienungsanleitung beherrschbaren Knöpfchen. Ein Hauch Citroen wirbelt durch die Fahrgastzelle, das bleibt nicht aus, schließlich spart und teilt auch PSA bei den Wohnaccessoires. Weiß hinterlegte Skalen von Drehzahlmesser und Tacho unterstreichen den sportlichen Charakter, ohne die Funktionalität einzuschränken, sofern man sich an die französische Skalierung gewöhnt – vor allem die 110-km/h-Marke scheint für hiesige Straßen eher unnütz.

 

Da geht es manchmal etwas schneller zu, was mit dem aufgeladenen und 150 PS starken Twin-Scroll-Turbo auch ohne Mühe realisierbar ist. Das Werk nennt 210 Stundenkilometer als Spitzentempo, wobei der Kleinwagen recht laut wird, sofern man die Richtgeschwindigkeit stark überschreitet – ein Tribut an das Fahrzeug-Segment. Unten herum macht der Vierzylinder richtig Freude, zerrt unter schwerem Gasfuß kräftig an den vorderen Pneus und überfordert diese gern bei vollem Leistungseinsatz. Merkwürdig für das Autozeitalter des 21. Jahrhunderts: Es gibt nur fünf Vorwärtsgänge (die mit vier Stufen ebenfalls in die Jahre gekommene Getriebeautomatik bleibt der 120 PS-Ausführung vorbehalten) – und zwar für alle Versionen –, was das Drehzahlniveau recht hoch hält. Dennoch überzeugt der THP-Motor an der Tankstelle und lässt sich sogar mit weniger als sieben Litern bewegen, wenn eiserner Sparwille regiert. Und der zusammen mit BMW entwickelte Direkteinspritzer braucht wahrlich keine hohen Touren, um genügend Zugkraft freizusetzen: Schon ab 1.400 Umdrehungen stehen satte 240 Nm Drehmoment bereit. Wer aber gerne Drehzahlen mag, sei herzlich eingeladen, die Kurbelwelle rotieren zu lassen; der Vierventiler hängt locker am Gas und dreht durchaus willig gen Begrenzer. Dabei entwickelt er ungeahnte sportliche Laute, die man dem Peugeot nicht unbedingt zugetraut hätte.

 

Ab 22.100 Euro gibt es den stärksten 207 CC – dann in der Premium-Linie mit Front-, Lenksäulen- und Seitenairbags, elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegeln, Bordcomputer, elektrischen Fensterhebern, Klimaanlage, Leichtmetallrädern, einem vollautomatischem Verdeck sowie Zentralverriegelung inklusive Funkfernbedienung. Die 2.950 Euro teurere Platinum-Ausstattung bietet darüber hinaus einen automatisch abblendenden Innenspiegel, Klimatisierungsautomatik, Kurvenlicht, Leder-Sportsitze, Parksensor, Radio, Reifendruck-Sensoren sowie Sitzheizung. Weitere Individualisierungen sind natürlich möglich, wobei "Platinum" nahezu ausgereizt ist. Für 820 Euro beispielsweise bekommt der Kunde eine mit Leder überzogene Armaturentafel; Sonderlackierungen kosten zwischen 120 und 450 Euro. Verhältnismäßig günstig kommt man mit dem integrierten SD-Karten-Navigationssystem weg, das die Straßen über 40 verschiedener Länder kennt: Es belastet das Konto mit 920 Euro, ermöglicht freisprechen per Bluetooth, beinhaltet einen Siebenzoll-Farbbildschirm sowie einen Cinch-Eingang für iPod & Co. – alle Achtung.

 

Fazit: Der Peugeot 207 CC THP 150 bietet viel Fahrspaß zum messerscharf kalkulierten Preis. Schon die Basis-Ausstattung genügt hohen Ansprüchen – und der Turbo-Vierzylinder ebenso. Er ist nicht nur kräftig in Antritt und Sound, sondern obendrein recht sparsam.



 
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