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Fahrberichte & Tests
 
Peugeot 206 Front
Der neue 206 hält, was sein großes Maul verspricht
 
 

Guten Rutsch

Nach fünf Jahren Bauzeit geht der beliebte Peugeot 206 in eine kleine Erfrischungsrunde. Abgesehen von der äußeren Optik, die leicht modifiziert wurde, profitiert vor allem die aktive Sicherheit vom jüngsten Facelift. So verfügen die stärkeren Modelle nun über das inzwischen weit verbreitete elektronische Stabilitätsprogramm, mit dessen Hilfe schon so manche Rutschpartie in den Bereich des Kontrollierbaren gerückt ist.

Der kleine Peugeot 206 ist ein Bestseller - keine Frage. Inzwischen rollen international weit über drei Millionen Exemplare dieses Kleinwagens über die Strassen. Eine viertel Million davon entfallen auf den deutschen Markt. Voriges Jahr und auch 2001 konnte er sich sogar als stärkstes Importmodell behaupten, und der offene CC war vergangenes Jahr das meistverkaufte Cabrio in Deutschland.
Jetzt ist eine kleine Frischzellenkur an der Reihe, um den Verkaufserfolg nicht abbrechen zu lassen.
Die Front trägt nun einen neu gestalteten Kühlergrill mit typischer Wabenstruktur, und alle Modelle verfügen über Klarglas-Scheinwerfer.

Auch im Heckbereich gibt es Neues - allerdings beschränken sich die Änderungsmaßnahmen hier auf eine Farbanpassung der Schlussleuchten.
Dezent, aber doch wahrnehmbar entwickelte sich das Interieur - so bringen neue Oberflächenlacke frischen Wind in die schon seit 1998 bekannte Fahrgastzelle.
Das Entscheidende jedoch tat sich unter dem Blech. Dort nämlich hat mindestens der Bremsassistent seine Arbeit aufgenommen, um die aktive Sicherheit zu optimieren.
So erkennt das System anhand der Pedaldruck-Geschwindigkeit Notbremssituationen, die den maximal verfügbaren Bremsdruck erfordern. Und da wir Menschen bekanntermaßen nicht alle gleich kräftig sind, wird der Bremskraftverstärker im Falle einer solchen Notbremsung aktiviert, um durch die Einleitung des vollen Bremsdrucks eine bestmögliche Verzögerung zu erzielen - also macht es keinen Unterschied, ob eine besonders starke Person oder ein eher zierlicher Mensch zutritt.

Peugeot 206 Innenraum
 
Wenig Neues innen
 

Während der Bremsassistent bei allen Versionen zum Lieferumfang gehört, glänzt das ebenfalls neu eingeführte Stabilitätsprogramm erst ab der 1,6-Liter-Benzin-Ausführung und beim 2,0 HDi durch Anwesenheit. Den schwächeren Versionen bleibt es bis auf Weiteres leider vorenthalten.
Gründe dafür dürften wohl beim ohnehin aufwändigeren Motormanagement der stärkeren Ottos zu suchen sein, das sämtliche automatisierte Vorgänge wie zum Beispiel die Reduktion des Motormoments über E-Gas leichter vonstatten gehen lässt.
Einmal an Bord, verhindert es in den meisten Fällen eines "Kurven-Ausrutschers" schlimmere Folgen. Eine ganze Reihe von Sensoren, die unter anderem Parameter wie Gierrate, Querbeschleunigung und auch Radumdrehungen überwachen, erkennen, wenn das Fahrzeug geneigt ist, entweder mit dem Heck (übersteuern) oder aber mit dem Vorderwagen (untersteuern) gen Kurvenaußenrand zu driften.
Das Abbremsen einzelner Räder führt im Grundsatz zu einer Beeinflussung der Gierrichtung, also zu einer Drehung des Fahrzeugs um die Hochachse.
Diese Eigenschaft wird insofern genutzt, als dass der Wagen bei einem Ausbrechen durch gezielte Bremseingriffe wieder so positioniert werden kann, wie es sinnvoll ist - nämlich auf der Fahrbahn statt im Strassengraben.

Der Rest blieb so gut wie ehedem - auch die Motoren. Sie präsentieren sich bekanntermaßen in einer bunten Vielfalt, angefangen beim 44 KW starken 1,1-Benziner über den 1,3er mit 55 KW sowie den 1,6-Liter mit 80 KW bis zu den beiden 2,0-Liter-Versionen mit 100 KW oder gar 130 KW im kernigen 206 RC.
Dieselfahrer können auf das moderne 1,4-Liter-Common-Rail-Aggregat (50 KW) zurückgreifen, das erst Anfang vorigen Jahres sein Debüt erlebte; wer es jedoch stärker mag, ordert den 2,0 HDi mit ähnlicher Technik und stattlichen 66 Kilowatt.
Den preislichen Einstieg stellt der dreitürige 206 Filou mit dem 1,1-Liter-Otto für 10.800 Euro dar. Für den Betrag bietet er immerhin schon ein Antiblockiersystem mit elektronischer Bremskraftverteilung, Außentemperaturanzeige, den beschriebenen Bremsassistenten, Frontairbags, pyrotechnische Gurtstraffer, Seiten-Kopf-Airbags und eine Wegfahrsperre.
Am teuersten gestaltet sich naheliegenderweise begehrtes Offenfahr-Vergnügen - in diesem Fall mit dem 206 CC. Er kostet in der Platinum-Ausführung 22.290 Euro und verfügt neben dem elektro-hydraulischen Stahlverdeck auch über Komfortgimmicks wie Bordcomputer, elektrische Fensterheber 4-fach, Klimaautomatik sowie Sitzheizung.

Fazit: Die gefragte kleine Baureihe 206 zeigt sich nach wie vor von ihrer besten Seite und ist dabei sogar etwas attraktiver - im konkreten Fall sicherer -geworden. Denn Bremsassistent und elektronisches Stabilitätsprogramm sind eine wertvolle Bereicherung, die weit über den Status unnötiger technischer Spielereien hinaus geht. Schade ist eben nur, dass Letzteres Abhängig vom Motor ist - allein hier bleibt abzuwarten, was sich noch tun wird. Denjenigen, die bereits über die Anti-Schleuder-Vorrichtung verfügen, kann getrost ein guter Rutsch gewünscht werden - auf dass er glimpflich ausgehen möge!



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