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| Seltene
Erscheinung der Speedster Turbo |
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Road-Runner
Der Opel
Speedster ist wohl das faszinierendste Auto der Modellpalette,
aber auch völlig kompromissfrei. Daher ist dieser 200
PS starke Strassenrenner nur schwer als Hauptfahrzeug vorstellbar.
In seinem Element ist er im Frühling und vor allem auf
der Landstrasse. Autotipp.
Es gibt Autos, die machen
kaum Sinn. Im eigentlichen Sinne jedenfalls nicht. Besser
gesagt: Sie taugen nicht für das tägliche Leben,
aber ihr Sinn ist es, pure Freude zu bereiten. Und dies zu
tun, versteht der Speedster Turbo in ganz besonderem Maße.
Dabei ist der Weg dahin steinig.
Das bekommt man bereits beim Einstieg zu spüren. Wer
nicht über einen Hauch von sportlicher Fähigkeit
besitzt, kraxelt wie ein Greis über den breiten Holm
in die Fahrgastzelle, welche ihrem Namen hier tatsächlich
Ehre erweist. Es handelt sich um eine kleine Fahrer- (und
natürlich auch Beifahrer) Nische, die mittelgroße
Personen noch mit menschlicher Güte aufnimmt, große
Personen allerdings straft, indem sie jene zwingt, eine leicht
verdrehte Haltung einzunehmen. Als Tipp sei gesagt, dass es
sich lohnt, für den Einstieg das Stoffdach herauszunehmen,
was zwar etwas umständlich vonstatten geht, aber dennoch
im Handumdrehen erledigt ist.
Doch hat man einmal den Weg hineingefunden, gibt es keine
großartigen Schwierigkeiten mehr. Nur noch ein ganz
kleines Problem könnte für Verdruss sorgen: Es gibt
keine gescheiten Ablageflächen nichtmal für
Kleinkram wie zum Beispiel Mobiltelefone.
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Innen
geht's recht
spartanisch zu... |
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Diese fliegen bei voll ausgenutzter Quer-
und Vertikalbeschleunigung gnadenlos durch das ganze Auto;
bei offenem Fahren sollte man aufpassen, dass sein Hab und
Gut nicht den unfreiwilligen Weg in die Landschaft findet.
Und mit der Beschleunigung wäre gleich ein Punkt abgehandelt,
den der Turbo-Speedster richtig gut kann. Unter fünf
Sekunden für den Standard-Sprint weist das schnöde
Papier aus in der Praxis füllen sich die Zahlen
mit Lebendigkeit. Dieser Opel reißt seine Insassen derart
ungestüm gen Horizont, dass Unbedarfte Beifahrer die
Welt nicht mehr verstehen. Das kann nichtmal ein Porsche Turbo
besser, zumindest nicht bis in mittlere Geschwindigkeitsregionen
hinein. Dann aber gewinnt absolute Leistung gegenüber
einem günstigen Leistungsgewicht an Relevanz, denn der
Luftwiderstand setzt dem Speedster zu es geht nicht
mehr ganz so wild voran. Immerhin, es reicht für über
240 km/h. Allerdings marschiert der kleine Opel nicht nur
gut nach vorn, sondern auch satt durch die Kurve.
Mit einer Höhe von etwa 1,11 m liegt
der Schwerpunkt extrem niedrig, was dafür sorgt, dass
Neigungen zur Seite erst gar nicht aufkommen. Dazu gesellt
sich ein strammes Fahrwerk, mit welchem man Kopfsteinpflaster
verflucht. Aber der Sache dient es, nämlich ausgeprägten
Ausflügen ins Grüne mit einem hohen Anteil geschwungener
Landstrassen.
Gewöhnen muss man sich freilich an eine Lenkung ohne
Servounterstützung auch der Hersteller hat diesen
Umstand bedacht; er spendiert dem offenen Opel vorn deutlich
schmalere Reifen (175/55 17) als hinten (225/45 17). Dennoch:
Wer den Hecktriebler richtig durch die Ecken knüppeln
will, muss beherzt in den Volant greifen, um die Kurve zu
bekommen.
Im Vergleich zur Performance bietet der Turbo-beatmete Zweiliter
einen recht unspektakulären Sound. Im unteren Drehzahlbereich
verhält sich die Maschine ohnehin eher zurückhaltend,
während volles Ausdrehen der Gänge lautstarkes,
aber zur Wagengattung passendes Vierzylinder-Jaulen nach sich
zieht.
Und die Bedienung? Nun, viel gibt es ja nicht. Wichtigstes
Instrument ist der Schalthebel des manuellen, fünfstufigen
Getriebes. Sämtliche Gänge rasten mit einem metallischen
Klacken ein, die Führung des Hebels könnte etwas
präziser ausfallen.
Zum Leben erweckt wird der Benziner mittels Schlüssel
und Knopf. Erst die Zündung per konventionellem Dreh
am Zündschloss aktivieren, dann darf per Tastendruck
gestartet werden, bevor es losgehen kann.
Ansonsten reckt sich dem Fahrer ein Navigations-Radio im Din-Schacht-Format
entgegen mehr nicht. Klimaanlage? Fehlanzeige. Elektrische
Fensterheber? Die fehlenden E-Motoren sparen Gewicht ein.
Airbags? Nur für den Fahrer. Hier besteht der Luxus im
Verzicht. Um das geringe Leergewicht von nur einer knappen
Tonne zu erreichen, besteht die Karosserie nicht aus Blech,
sondern aus Fiberglas einem mit Glasfasern verstärkter
Kunststoff. Wer mag, darf gelochte Bremsscheiben ordern (500
Euro). Für den Fall eines Überschlages leistet ein
integrierter Überrollbügel Schutz.
Für 36.865 Euro enthält der Speedster Turbo außerdem
ein Sportlenkrad, jede Menge Aluminium und eine Alarmanlage.
Ganz zu schweigen von der ausgefallenen Optik. Die Frontscheinwerfer
sind mit Projektionstechnik bestückt, aber scheinen nicht
mit Xenonlicht, sondern hier ist Halogen drin. Radioanlagen
sind ab 600 Euro erhältlich, einen CD-Wechsler gibt es
auch er kostet weitere 550 Euro. Falls man ohne Luxus
gar nicht leben kann, besteht die Möglichkeit, Lederpolster
ab Werk zu ordern (1.350 Euro). Diese bringen zwar auch keinen
wirklichen Fahrkomfort mit sich, sehen aber immerhin hübsch
aus. Das Gestühl dient im Grunde nur dem Seiten- und
Rückhalt, ansonsten könnte man von einem Speedster-Piloten
auch erwarten, dass er auf dem Karosserieboden platznimmt.
Ausgesucht werden kann sich freilich auch die Außen-
und Verdeckfarbe, Sonderwünsche kosten hier zwischen
210 und 700 Euro. Letztere Summe verlangt Opel auch für
eine fernbedienbare Zentralverriegelung für Hardcore-Fans
ohnehin überflüssiger Schnickschnack.
Fazit: Der Opel Speedster
Turbo ist eine Fahrmaschine reinsten Wassers. Mit 200 PS bei
einem Gewicht von nur rund 1.000 Kilogramm avanciert er zum
Porsche-Jäger. Nur Fahrkomfort und Praxistauglichkeit
bleiben auf der Strecke. Er ist der geborene Zweitwagen. Angesichts
der Performance geht ein Grundpreis von deutlich unter 40.000
Euro mehr als in Ordnung.
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