Der noch immer frische Werbeslogan "wir leben Autos" ist bei Opel tatsächlich Leitschnur, denn so krank die Medien den Fahrzeugbauer reden, so aktiv zeigt er sich bei den Produkten. Neben dem Astra bietet die Presseabteilung jetzt auch schon Fotos und Informationen über die in Kürze startende Neuauflage des Meriva.
ans haben das Straßenbild ja fast schon revolutioniert. Nicht die großen Exemplare zwar, deren Bezeichnung "Minivan" ja nahezu Spott nach sich zieht; allerdings sind viele Fahrer der unteren Mittelklasse längst umgestiegen auf das wesentlich vielfältiger einzusetzende Kompaktvan-Segment. Und weitere Klassenabstufungen der beliebten Alleskönner scheinen unweigerlich auf uns zuzukommen – es bleibt langfristig sicher nicht bei Kia Soul und Renault Modus. Opel sorgt vor und schiebt schon bald einen neuen und sogar schick anzuschauenden Meriva auf den Markt, um seine Van-Nische frisch zu halten. Erstaunlicherweise wird diese bei den Kunden erfreulich gut angenommen, denn der Zafira kann seinen Zulassungs-Vorsprung gegenüber dem gerade noch aktuellen Meriva trotz deutlich jüngerer Modellgeneration nur sehr knapp verteidigen. Kein Wunder, denn der gut vier Meter lange Allzweck-Opel ist nicht nur günstig und wendig, sondern hochflexibel und obendrein recht komfortabel. Eigenschaften, die der Nachfolger freilich noch energischer unterstreichen will. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Hersteller einige Tricks auf Lager.
Besonders auffällig sind die hinten angeschlagenen Fondtüren; die Verantwortlichen versprechen einen deutlich besseren Zugang sowie mehr Platz durch geschicktere Raumaufteilung. Für guten Sitzkomfort sorgen jene üppigen Stühle, die auch beim Insignia lange Reisen zum Genuss avancieren lassen. Ein längerer Radstand dürfte den Fondpassagieren mehr Luft zum atmen bescheren und natürlich auch der bei Bedarf zu transportierenden Fracht. Eine völlig neue modulare Mittelkonsole, die auf Schienen läuft und mithin verschoben werden kann, sorgt für Flexibilität bis ins kleinste Detail hinein. Damit der neue Meriva künftig agiler durch Kehren witscht, verpassten die Ingenieure dem kleinen Van eine im Vergleich zum Vorgänger breitere Spur. Der motormäßige Einstieg erfolgt mit 75 PS, während die Palette bei 140 Pferdchen endet. Selbstredend lässt sich der Meriva auch als EcoFLEX-Version ordern. Die ersten Exemplare des in Rüsselsheim entwickelten Klein-Vans dürften im Frühsommer zu den Kunden rollen. Live betrachten kann die Öffentlichkeit ihn bereits im März – wenn der Automobilsalon in Genf seine Pforten öffnet. Bis dahin muss das Fotomaterial als Trost genügen.
Fazit: Mit dem neuen Meriva beweist Opel einmal mehr, dass die Firma putzmunter ist. Mit frischem Design, neuen Konzeptansätzen und Sparvariante will der kleine Van die Herzen jener erobern, die viel Nutzwert für günstiges Geld möchten, ohne jedoch Fahrkomfort zu missen. Ob das jüngste Opel-Kind diese Anforderungen erfüllt, wird sich bald zeigen.