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In
der Mittelklasse wird der Kompromiss zwischen
Wirtschaftlichkeit und Fahrkomfort am besten gelöst.
Daher ist jene Fahrzeugkategorie Langstrecklern
gleichermaßen lieb wie Gelegenheits-Reisenden,
die aber mitnichten auf gemütliche Fortbewegung
im eher kurzatmigen Alltagsverkehr verzichten
wollen. Immerhin ist das hier thematisierte Segment
drittstärkstes nach Zulassungen, und das
will schon etwas heißen.
Fraglos dominieren die deutschen Wettbewerber
in hiesigen Gefilden doch zu Recht? Wer
sich vom Mainstream abheben möchte, sollte
durchaus einen Blick auf den Primera werfen; dieser
bietet nicht nur viel Auto, sondern erfreut das
Auge mit Lifestye-durchtränkter Anmutung.
Schwere Flanken, eine solide Front mit klaren
Scheinwerfern und ausgefallene Rückleuchten
(welche im Falle der Fließheck-Limousine
am deutlichsten zur Geltung kommen) machen den
Fünftürer zum Hingucker automobile
Langeweile sieht jedenfalls anders aus. Doch erst
nach dem Einstieg geht es richtig los.
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| Futuristisches
Design von hinten: Primera |
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Wer das Armaturenbrett mit
der sogenannten N-Form-Bedieneinheit erstmal auf
sich hat wirken lassen, dürfte mit einem
mittleren Kulturschock hadern, sofern er mal in
Nachbars Passat zum Wochenend-Ausflug mitgenommen
wird. Denn der Asiate befindet sich fernab jeglicher
Bürgerlichkeit das etwas vorstehende
Tastenfeld samt des mittig angebrachten Farbmonitors
erinnert an Captain Kirks Raumschiff. Hier kommen
Technik-Freaks wahrlich auf ihre Kosten. Dabei
gelingt die Bedienung auch dem Durchschnittsbürger
nach kurzer Eingewöhnung problemlos.
Die kleine Cockpit-Aufwertung vor zwei Jahren
übrigens hat der Mittelklasse gut getan.
Etwas profiliertere Rundinstrumente sowie hochwertig
anmutende Schalter auf dem Multifunktionslenkrad
geben der Optik mehr Pfiff, während das Layout
des Interieurs unterm Strich erhalten blieb. Jenes
unterscheidet den Primera schließlich am
deutlichsten vom Wettbewerb. Und dieser Nissan
hält, was seine futuristische Note verspricht:
Rückfahrkamera, Reifendruck-Sensor (serienmäßig
beim Tekna) und der automatisch abblendende Innenspiegel
(ab Acenta) beweisen, dass es hier höchst
modern zugeht.
Und zum frischen Outfit gesellt sich ein üppiges
Platzangebot. Sowohl vorn als hinten genießen
die Fahrgäste genügend Raum, um frei
von jeglicher Enge auch an fernere Ziele zu gelangen.
Knie- und Kopffreiheit im Fond dürfen sich
getrost sehen lassen, da freut sich selbst der
großgewachsene Mitteleuropäer.
Beim Sitzpolster kommt die Markenherkunft durch
weiche Oberflächen lassen eher biedere
Gemütlichkeit denn sportliche Gefühle
aufkommen; warum auch nicht, unkomfortabel jedenfalls
reist man im Primera mitnichten.
Jene Stilrichtung unterstützt auch die Dämpfung
so verarbeitet das Fahrwerk gemeine Bodenwellen
mit ausgeprägter Sanftheit, während
kurze Stöße die ansonsten vorherrschende
Harmonie im Innenraum stören.
Tadellos und mit stoischer Gelassenheit zieht
die Mittelklasse ihre Bahnen auf der Autobahn
schnelle Kurven dagegen sind keineswegs
das Spezialgebiet dieses Fronttrieblers, er durcheilt
sie quietschenden Rades, doch das bricht ihm keinen
einzigen Zacken aus der Krone.
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| Platz
für Kleinkram bieten viele Ablagen |
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Bleibt das Motor-Kapitel,
welches man jüngst einer Straffung unterzog:
Nachdem die Diesel-Triebwerke aus dem Programm
gestrichen wurden, bleibt dem Kunden zumindest
die Qual der Wahl erspart.
Nun stehen zwei vierzylindrige Benziner zur Disposition,
die gleichermaßen kräftig wie kultiviert
zu Werke gehen.
Bereits der 116 PS starke 1,8-Liter bietet ordentliche
Leistungsreserven und beschleunigt die Limousine
binnen weniger als zwölf Sekunden auf einhundert
Stundenkilometer. Klar ist jedoch: Wer zügig
nach vorn kommen will, darf weder Drehzahlen scheuen
noch kernigen Maschinentönen ablehnend gegenüberstehen.
In der Spitze lassen sich 200 Sachen auf dem Tacho
realisieren das Werk gibt die Höchstgeschwindigkeit
mit 194 km/h an. Freilich kann der Zweiliter (140
PS) alles etwas besser. Dort meldet der Hersteller
201 Stundenkilometer Maximalgeschwindigkeit und
9,8 Sekunden von null auf hundert für den
hier behandelten Fünftürer. Im Gegenzug
dürfen Verbräuche zwischen 6,9 und 11,9
Litern Superbenzin als angemessen gelten. Der
Einstiegsbenziner begnügt sich gar mit 6,1
bis 9,6 Litern. Selbstverständlich ist natürlich,
dass beide Aggregate die Euro 4-Abgasnorm erfüllen.
Mindestens 21.390 Euro muss der Kunde für
die fünftürige Limousine (1,8) berappen.
Dafür gibt es dann die Visia-Ausstattungslinie
mit ABS, Front-, Kopf- und Seitenairbags, Bordcomputer,
elektrischen Fensterhebern rundherum, Klimaautomatik,
Radioanlage inklusive CD-Player, Rückfahrkamera
sowie fernbedienbare Zentralverriegelung.
Mit 27.490 Euro schlägt der 2,0-Liter in
der teuersten Ausstattungslinie (Tekna) zu Buche.
Diese allerdings führt Positionen wie einen
automatisch abblendenden Innenspiegel, elektronisches
Stabilitätsprogramm, Leichtmetallräder,
Regensensor, Reifendruck-Sensor, Tempomat und
Xenonlicht.
In jedem Falle extra zu bezahlen sind das DVD-Navigationssystem
mit großem Farbbildschirm (2.300 Euro) sowie
das Automatikgetriebe für den 1,8-Liter (1.300
Euro). In Verbindung mit dem 2,0-Liter lässt
sich ein 1.900 Euro teures CVT-Getriebe ordern,
welches allerdings nicht mit ESP kombiniert werden
kann. Hier sollte Nachbesserung erfolgen.
Fazit: Der Nissan Primera ist eine komfortable
wie ausgefallene Mittelklasse-Limousine für
all jene, denen biedere Autokost wenig zusagt.
Für das Gebotene darf die japanische Offerte
sogar als wohlfeil gelten. Schade ist, dass die
kräftigen Diesel-Triebwerke nicht mehr lieferbar
sind. Wer den Selbstzünder noch als Neuwagen
abgreifen möchte, muss sich also beeilen.
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