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frechem Design in die Herzen der Autofahrer. |
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Mission Micra
Mit viel
Technik, zahlreichen praktischen wie flexiblen Innenraum-Lösungen
und pfiffigem Design soll der Nissan Micra den Autofahrer-Verstand
ansprechen und deren Herzen erobern. In der Tat ist der Retro-Moderne
nicht unsympathisch - mal sehen, was er sonst noch bietet.
Sprechen
Sie eigentlich Micra? Nein, so weit ist es noch nicht gekommen.
Dabei ist die Sprache gar nicht schwer das jedenfalls
wollen uns schlaue Werbestrategen vermitteln. Eigens für
den neuen Kleinwagen entwickelten sie so eine Art Mini-Wortschatz,
der die wichtigsten Eigenschaften des ebenfalls nicht großen
Nissan enthält. Hier lernt man Wörter wie "modtro"
(modern und retro), "simpelligent" (simpel und intelligent)
sowie "komfagil" (komfortabel und agil) diese
schallen dem Betrachter, schaut er den Werbespot, aus künstlich-glänzend
wirkenden blauen Lippen entgegen.
Da bleibt nur die Gratulation, denn anders als ausgefallen
und gleichermaßen gelungen kann man die Kampagne kaum
nennen.
So wie das Auto selbst? Von der Seite rund und trutzig wie
ein Käferpanzer; ein breites Hinterteil mit den schmalen,
weit nach außen gesetzten Schlussleuchten und eine kräftige
wie kurze Schnauze mit grinsendem Gesicht das sind
die stilistischen Merkmale in Telegrammform.
Und damit erreichten die Designer fast
schon den gefährlichen Grenzwert des Empfehlenswerten:
Wagemut in Sachen Optik hält die Marke zwar im Gespräch,
polarisiert aber und führt treue Kunden schlimmstenfalls
der Konkurrenz zu BMW kann ein Lied davon singen. Bei
Renault, derzeit Vorreiter, wenn es um ausgefallene Kreationen
geht, scheint der Weg richtig: Das Kompaktmodell Megane wechselt
sich von Monat zu Monat mit dem Peugeot 307 an der Zulassungsspitze
der Importierten Golf-klasse ab.
Um Nissan vom Biedermann zu befreien, bedarf es durchaus Mut
Mut, den der unter Renault-Regie geführte Hersteller
endlich aufbringt und gar nicht schlecht damit fährt.
Schließlich bringen die gleichermaßen aus dem
Rahmen fallenden Modelle Primera und Z 350 frischen Wind in
die Marke, die einst wenig Profil bot ein Trend, den
der kleinste Markengenosse nur verstärkt.
Zahlen bestätigen die Richtigkeit des eingeschlagenen
Kurses: Mit über 11.700 Einheiten in der ersten Jahreshälfte
war der Micra der meistverkaufte japanische Kleinwagen in
Deutschland.
Dabei beschränkt sich die Rettungsrezeptur
keinesfalls auf eine chice Erscheinung. Kleinwagen hin- oder
her, Nissan setzt auf Vollkost. Demnach sind Gimmicks wie
Regensensor, Klimatisierungsautomatik, schlüsselloses
Schließsystem und Navigationssystem ohne weiteres realisierbar.
Selbstverständlich verfügen alle Modelle ab Werk
über ABS mit einem Bremsassistenten und vier Airbags.
Elektronisches Stabilitätsprogramm sowie Kopfairbags
sind auch zu haben, erfordern aber zusammen 720 Euro Aufpreis.
Der Haken: In den Genuss der Anti-Schleuder-Vorrichtung kommt
nur, wer einen der beiden stärksten Benziner wählt.
Versionen mit Diesel- oder Basismotor bekommen allenfalls
zusätzliche Luftsäcke für den Kopf (200 Euro
Aufpreis).
Das mindestens 10.800 Euro teure Einstiegsmodell ("Visia")
bringt neben den wichtigsten Sicherheitspositionen elektrische
Fensterheber vorn, eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung
sowie eine fernbedienbare Zentralverriegelung mit. Gegen 1.100
Euro Aufpreis lautet der Name der Ausstattungslinie "Acenta",
was im Wesentlichen mit elektrisch einstell- und beheizbaren
Außenspiegeln, Bordcomputer, Lederlenkrad, Regensensor,
höhenverstellbarem Fahrersitz und einer verschiebbaren
Rücksitzbank verbunden ist. Zudem können alle lieferbaren
Motoren mit jener Variante kombiniert werden ganz im
Gegensatz zur Ausstattungslinie "Tekna" (ab 14.200
Euro), die lediglich mit den beiden stärksten Benzinern
und dem 60 KW starken Common-Rail-Diesel erhältlich ist,
nur mit drei Türen ausgeliefert wird und teure Optionen
wie Klimaautomatik, Chipkarten-Schließsystem, Leichtmetallräder
sowie Radio-CD-Anlage serienmäßig enthält.
Bei den Sonderausstattungen geht es nicht
weniger kompliziert zu möglicherweise ist das
der Tribut, den die Entschärfung des Logistik-Problems
fordert.
So ist ein Navigationssystem (1.500 Euro) erst ab "Acenta"
lieferbar; Klimaanlage (950 Euro) gibt es allein für
"Visia", nicht aber in Verbindung mit Schiebedach.
Dagegen sind für eine Klimaautomatik ("Acenta")
1.200 Euro zu entrichten. Musik hört man gegen 300 Euro
Aufpreis ("Visia") aus vier Lautsprechern, und Acenta-Kunden
zahlen 350 Euro, bekommen aber sechs Boxen. Wer eine Basiskonfiguration
bestellt, aber dennoch nicht auf Fahrersitz mit Höhenverstellung
sowie bewegliche Rücksitzbank verzichten möchte,
wird mit weiteren 500 Euro zur Kasse gebeten. Ganze 490 Euro
Aufpreis sind für das Schiebedach erforderlich, das für
die "Visia"-Variante nur in Verbindung mit dem Plus-Paket
bestellt werden kann.
Weit geordneter sind die Verhältnisse im Inneren des
Kleinen. Dort nämlich herrscht eine gesunde Mischung
aus Übersichtlichkeit und peppiger Verspieltheit. Klar
ist: Der Micra ist eigenständig das betrifft auch
die Fahrgastzelle. Zwar beweist er qua Tachoelement Markenzugehörigkeit,
denn sein größerer Kollege Primera trägt das
gleiche Skalen-Layout, aber sonst gehen sie individuelle Wege.
In Sachen Praktikabilität zeigt
sich der Kleine riesengroß. Ablagen an jeder Ecke erleichtern
das tägliche Autofahrerleben genauso wie luftige Raumverhältnisse.
Während der aktuelle Micra zur Freude aller Städter
in der Länge um 30 Millimeter schrumpfte, wuchs sein
Radstand im Gegenzug um immerhin 70 mm das hat spürbare
Auswirkungen, von denen nicht nur die Fondpassagiere profitieren.
Ein besonders ausgeklügeltes Feature stellt die verschiebbare
Rücksitzbank dar. So bleibt es den Reisenden überlassen,
ob sie lieber mehr Gepäckraum (bis zu 371 Liter mit Rücksitzen)
oder aber mehr Kniefreiheit hätten. Andere, nicht so
häufig gebrauchte Utensilien können bequem unter
dem Beifahrersitz (ab "Acenta") verstaut werden.
Wird es einmal richtig sperrig, schluckt der Micra
bei umgeklappter Rücksitzlehne sogar 982 Liter.
Das Mobiliar fällt absolut gesehen etwas knäpplich
aus und präsentiert sich wenig konturiert, doch reicht
es für Kleinwagenverhältnisse allemal. Sinn der
Sache kann schließlich nicht sein, angesichts eines
rund 90 PS starken Stadtautos Seitenhalt-Diskussionen vom
Zaun zu brechen. Dabei macht der 1,4-Liter aus dem kleinsten
Nissan einen munteren Verkehrsteilnehmer freilich nur
dann, wenn das Triebwerk auf Touren gebracht wird. In diesem
Fall müssen die Fahrgäste allerdings eine etwas
strengere Akustik in Kauf nehmen.
Dazu kommt es jedoch höchstens bei
messerscharfen Überholvorgängen im zivilen
Drehzahlbereich benimmt sich die Maschine angemessen kultiviert.
Positiv zu vermerken ist das subjektiv bissige Zupacken der
Bremse, welche somit ein hohes Sicherheitsgefühl vermittelt.
Außerdem erlaubt das Pedal eine gut dosierbare Verzögerung.
Weit weniger Gefühl zwar in einem gänzlich
anderen Bereich lässt die immerhin leichtgängige
elektrische Servolenkung zu. Sie vermasselt sportlich orientierten
Fahrern die Tour; Strassenkontakt ist nämlich Mangelware.
Parkplatzsuchende Stadtbewohner freuen sich dagegen über
die hervorragende Manövrierfähigkeit dieses automobilen
Zwergs. Prinzipiell leiden elektrische Lenkhilfen aber unter
dem Aspekt der noch recht jungen Marktpräsenz
hier besteht ganz klar Nachbesserungsbedarf, das gilt nicht
nur für Nissan und schon gar nicht allein für den
Micra.
Doch sportliche Fähigkeiten wird
man dem Kleinen so wenig abverlangen wie limousinenhafte Gleiterqualitäten.
Und dafür fährt er recht kommod auch über
schlechtere Strassen. Zaubern kann das Fahrwerk nicht, aber
verrichtet seine Dämpfungsarbeit immerhin ordentlich.
Dies lässt sich denn auch vom Getriebe sagen, dessen
fünf Gänge bei gemächlicher Bedienung zwar
unsportlich, aber doch treffsicher einrasten.
Der liebe Geldbeutel möge das letzte Wort sprechen, und
er wird wahrlich nicht überstrapaziert, bekommt man für
den Preis von guten 15.000 Euro doch eine Menge Ausstattung.
Mobil halten lässt sich der 1,4-Liter-Micra mit moderaten
sieben Litern Super auf einhundert Kilometern das sollte
in Ordnung gehen.
Fazit:
Der Nissan Micra ist ein Auto mit Pfiff das gilt für
den optischen Auftritt ebenso wie für die technische
Ausrüstung, die nicht nur schlechthin reichhaltig ausfällt,
sondern auch einen hohen Alltagswert aufweist. Nützlich
und allroundfähig ist dieser Nissan-Mini also
mit sympathisch-verspielten Elementen; somit gehört er
zu jenen Kleinautomobilen, die durchaus ernstzunehmen sind
und auch ernstgenommen werden der Blick auf die Zulassungsstatistik
beweist es. Ohne Frage ist die Operation geglückt, namentlich
das Vorhaben der Verantwortlichen, welches die Marke Schritt
für Schritt keineswegs ausschließlich wieder in
die Gewinn- sondern gleichermaßen in die Attraktivitätszone
führen soll.
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