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Fahrberichte & Tests
 
Nissan Cube Frontansicht, Scheinwerfer, Innenraum
Nissan Cube Frontansicht

 

1. Konservativer Tacho in coolen Farben...

2. Den Typ, den alle Wollen? Der Nissan Cube zueht Leute an...

3. Unkonventionelles Tastenlayout für den Cube..

4. Der bizarre Nissan geht als Lifestyle-Vehikel durch...

 

Der neue Nissan Cube
Cube-Box-Festival
Drei Generationen Cube brauchte es, bis der ausgefallene Würfel auf Rädern nach Europa kommen sollte. Nun aber ist er da und polarisiert. Oder tut er es nicht? Um das festzustellen, ist es noch zu früh, aber einen Fahreindruck gibt es schon jetzt.
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in Nissan Cube mit Dieselmotor. Wie bitte? Ist ja verrückt! Dazu muss man wissen: In Japan fährt man keine Selbstzünder. Und der Cube ist ein Japaner – ohne Kompromisse. Gnadenlos auf Raum getrimmt bei kompakten Abmessungen. Keinen Zentimeter verschenken die Konstrukteure, um möglichst viel Platz zu schaffen auf kleiner Fläche. Denn Japans Straßen sind immerzu verstopft, die Parkmöglichkeiten denkbar schlecht. Kein Wunder, dass dieser Kleinwagen innerhalb eines Jahrzehnts zum wahren Kultobjekt avancierte. Und dass Dinge, die in Japan funktionieren, auch hierzulande problemlos klappen können, beweisen die Importgesellschaften der einschlägigen Hersteller bereits seit den Siebzigerjahren. Also ab nach Europa mit dem schicken und jüngst noch einmal gestrafften Würfel – denn die dritte Generation des Millionensellers befindet sich schon seit 2008 auf dem Markt – auf dem japanischen. Nordamerika wird seit 2009 bedient, während die Interessenten unseres Kontinents erst seit diesem Jahr in den Genuss des ausgefallenen Nissans kommen können. Dafür hat er ja auch den Dieselmotor – dabei handelt es sich um ein bekanntes Triebwerk, nämlich den äußerst sparsamen 1,5 dCi.

 

Okay, also mal gestartet und gelauscht: Tatsächlich, der Cube nagelt leicht los – für Kenner ist das ein etwas komisches Gefühl, denn Diesel-Cubes hat die Welt bisher wahrlich noch nicht gesehen. Dass der Nissan mit dem 110 PS-Triebwerk bestens ausgerüstet ist, steht außer Frage. Zumal es ihn ja dank bärigen 240 Nm schon ab 1.750 Touren nicht nur ordentlich anschiebt, sondern ebenso kultivierte Laute in die Fahrgastzelle lässt. Als Komplementär steht ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe zur Verfügung, das zwar nicht unbedingt besonders knackig, aber angenehm bedient werden kann. Für Benziner-Fans wird aber auch gesorgt – in diesem Fall tut ein exakt gleich starker 1,6-Liter seinen Dienst. Kombiniert mit einem Fünfgang-Getriebe ist das Drehzahl-Niveau natürlich höher – wer zügig unterwegs sein möchte, muss den Knüppel fleißig bedienen; klanglich schlägt sich der Vierzylinder auf die profane Seite, wirkt oben herum etwas angestrengt, bleibt aber mechanisch jederzeit ruhig. Für Schaltmuffel gibt es ein CVT-Getriebe – dieses wechselt die Übersetzung bekanntermaßen völlig stufenlos, was auf der Komfort-Seite punktet.

 

Apropos Komfort: Davon bietet der Cube jede Menge – die Ingenieure stimmten das Fahrwerk sanft ab, so dass er Unebenheiten meist draußen lässt. Übrigens bestätigen die ersten Versuche in der Praxis: Der Japaner ist ein Raumwunder. Keine Spur von Kleinwagen, stattdessen volumiges Van-Gefühl wohin das Auge reicht. Kein Wunder bei den steilen Scheiben, die auch das Außenstyling auf interessante Weise beeinflussen. Symmetrie vorn und Asymmetrie hinten – die Heckscheibe geht mit dem rechten Seitenfenster ein Bündnis ein – steigern den Hingucker-Faktor; und wenn die erzeugte Neugierde bei Passanten für ein Probesitzen im Schauraum langt, geht das Staunen weiter. Flauschige Polster verwandeln in bizarren Van in eine fahrende Kuschelecke – so weckt man Reiselust. Geschwungene Linien und Wellenformen bekunden japanisches Designverständnis, natürlich von der Natur inspiriert. Den Miniflokati auf dem Armaturenbrett mag man als Gag verstehen, aber deponierter Kleinkram entkommt ihm lediglich bei Fast-Vollbremsungen – und die kommen ja eher selten vor. Überhaupt wird das Ablagen-Thema experimentell angegangen.

 

So lassen sich kleinere Dinge beispielsweise in der Verkleidung der linken C-Säule unterbringen oder kurzerhand an die Türgriffe spannen – extra dafür angebrachte Gummibänder machen es möglich. Eine verschiebbare Rücksitzbank sorgt für Flexibilität und vergrößert das Kofferraum-Volumen auf 410 Liter. Warum soll in einem menschenleeren Fond auch Platz vergeudet werden? Bei Transport-Bedarf lässt sich die Lehne natürlich umklappen, um die Nutzwert-Gene hervorzukramen – irgendwann wird Ikea schließlich fällig. Bis dahin sollte man als Hinterbänkler die exponierte Stellung nutzen und die wunderbare Aussicht genießen – übrigens auch auf die vorderen Armaturen, die nicht nur in coolem Style daherkommen, sondern außerdem durch Übersichtlichkeit und einfache Bedienung glänzen. Die in einem Kreis formierten Tasten der Klimatisierung lassen grüßen. Allein Drehzahlmesser und Tacho muten mit ihren schlichten Skalen (immerhin mit auffälliger Beleuchtung) gewöhnlich an, so ganz ohne Konventionalität geht es eben doch nicht. Die spiegelt sich auch in einem bezahlbaren Preis wider, so dass der Cube eine reelle Chance bekommt, tatsächlich gekauft zu werden.

 

Bei 18.000 Euro startet er und bietet nebst Benzinmotor Antiblockiersystem, Front-, Kopf- und Seitenairbags, elektrisch verstell- wie beheizbare Außenspiegel, Bordcomputer, elektrische Fensterheber rundherum, Klimaanlage, Panorama-Glasdach, Radioanlage, elektronisches Stabilitätsprogramm, Tempomat sowie Zentralverriegelung inklusive Funkfernbedienung. Mit Hilfe von drei weiteren Paketen lässt sich die Ausstattung aufwerten: Gegen 650 Euro Aufpreis (ZEN Pack) rollt der Cube mit Regensensor und schlüssellosem Schließsystem an. Optische Verschönerungen liefert das ebenfalls 650 Euro teure IKI Pack (Alufelgen und getönte Scheiben). Mit 850 Euro etwas teurer präsentiert sich das KAADO Pack, das ein Navigationssystem mit dem Kartenmaterial von Westeuropa enthält sowie eine Rückfahrkamera. Weitere Sonderausstattungen gibt es keine – allerdings berechnet der Hersteller für den Metallic-Lack 450 Euro. Klar ist freilich, dass die 20.000 Euro kostende Dieselvariante über einen Partikelfilter verfügt. Für 19.500 Euro bietet Nissan den frechen Würfel (1,6-Liter-Benziner) – passend zum urbanen Charakter – mit einem CVT-Getriebe.

 

Fazit: Endlich ist der Cube auch hierzulande lieferbar. Der kultige Kleinvan hat das Zeug, auch in unseren Breiten eine Fangemeinde aufzubauen. Komfortabel und unkonventionell bringt der Nissan seine Passagiere an jegliche Ziele. Eine gehörige Portion Flexibilität sorgt für das richtige Maß an Alltagsfähigkeit.



 
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