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Fahrberichte & Tests
 
Nissan Almera Front
Der Almera schaut aus klaren Scheinwerfern:
Doch nicht nur diese sind up to date
 
 

Classic Stars

Mit dem Almera und dem kaum verwüstlichen Terrano stellt der folgende Fahrbericht zwei nicht mehr ganz taufrische, aber dennoch attraktive Nissan-Modelle vor. Letzterer darf inzwischen durchaus als Klassiker betrachtet werden – hier ist er als 3,0 Di Gesprächsthema.

Wer am Kauf einer Kompaktklasse interessiert ist, sollte den Weg zu Nissan nicht scheuen, denn der aktuelle Markenvertreter namens Almera weilt zwar schon seit fünf Jahren auf dem Markt, kann sich aber durchaus noch sehen lassen. Zwar entstammt jenes Mitglied der Nissan-Palette noch nicht der neuen, mit viel frischer Energie ausgestatteten Renault-Nissan-Alianz, aber umfangreiche Modifikationen haben die Limousine up to date gehalten und dafür gesorgt, dass die für den im Umbruch begriffenen japanischen Hersteller angepeilten Maßstäbe erreicht werden.
Dezente Retuschen an der Außenhaut beschränken sich weitgehend auf Klarglasscheinwerfer wie leicht veränderte Schlussleuchten.
Dafür können sich die inneren Werte der letzten Almera-Generation sehen lassen.
So kommen nicht nur Primera-Kunden in den Genuss des modernen N-Form-Bedienersystems, über das man mit der Hilfe zahlreicher Menüs verschiedene Komponenten wie beispielsweise Klimaanlage, Audiosystem und Bordcomputer ansteuern kann.

Nissan Almera und Terrano Innenraum
 
Modernisiertes
Interieur mit N-Form und
Navigationssystem
 

Außerdem verfügt der Almera über zwei hochmoderne, aus dem Renault Megane bestens bekannte Commonrail-Triebwerke. Sie bieten 1,5-Liter oder 2,2-Liter Hubraum und treiben die japanische Kompaktklasse mit 82 bis 136 Pferdestärken an. Schon der Basis-Diesel stellt hinreichende Kraftreserven bereit und lässt antriebstechnisch kaum Wünsche offen.
Ferner dürfen sich dCi-Eigner über die Kultiviertheit dieser Maschine freuen. Rauhes Nageln ist allenfalls nach kalter Nachtruhe zu vernehmen, danach geht es mit ohrenfreundlichen Manieren voran.
Schade, dass der Hersteller den kleinen Selbstzünder nicht in Verbindung mit ESP ausliefert. Jenes – heute auch in der unteren Mittelklasse – übliche Sicherheitsmerkmal erfordert entweder das 116 PS leistende 1,8-Liter-Otto-Triebwerk oder einen der stärkeren Diesel mit 112 beziehungsweise 136 PS sowie 520 Euro Mehrpreis.
Dennoch rollt der Kompakte samt reichhaltiger Sicherheitsausstattung vom Band: Alle Modelle verfügen über Antiblockiersystem, Bremsassistent, Front-, Seiten- wie Kopfairbags vorn, Gurtstraffer und aktive Kopfstützen vorn.

Sämtliche Komfortansprüche werden mit elektrischen Fensterhebern, Servolenkung und einer fernbedienbaren Zentralverriegelung befriedigt (Visia, ab 14.190 Euro). Etwas luxuriöser kommt der ab 15.130 Euro lieferbare Acenta daher. Dieser bietet zusätzlich eine Außentemperaturanzeige, einen Bordcomputer, Lederlenkrad sowie eine Radioanlage mit CD-Player.
Für einen klimatisierten Innenraum sind 1.100 respektive 1.350 Euro (Acenta, Klimaautomatik) extra fällig. Ganze 2.000 Euro kostet das DVD-Navi und ist ausschließlich für die Plus-Versionen zu haben. Natürlich gibt es auch ein automatisches Getriebe – wer es bestellen will, muss zum 1,8-Liter greifen und 1.200 Euro Mehrpreis in Kauf nehmen. Last but not least gibt es eine 500 Euro teure Metallic-Lackierung – viele Posten weist die Liste zwar nicht aus, aber alle sinnvolle Features, die das Fahren angenehm machen, sind vorhanden. Im Gegenzug haben Almera-Kunden leichtes Spiel bei der Konfiguration ihres Wunschfahrzeugs und müssen sich nicht durch komplexe Ausstattungsprogramme kämpfen.

Dies ist auch beim Terrano kein Thema – wer sich für den hier relevanten 3,0 DI entscheidet, findet nur drei Sonderausstattungen: Nämlich Automatik (1.490 Euro), Metallic (490 Euro) und Stylepaket (2.000 Euro, Fünftürer), das immerhin mit einem CD-Wechsler, einem elektrischen Glas-Schiebedach, Ledersitzen, Scheinwerferreinigungsanlage und Sitzheizung verbunden ist.
Obligatorisch sind ABS, Front-, Kopf- und Seitenairbags, elektrische Fensterheber rundrum, Klimaanlage, Leichtmetallräder sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.
Damit erfüllt der gerne für rustikale Zwecke eingesetzte Offroader inzwischen einen recht kommoden Standard.
Und den vermag auch der unmittelbar nach dem Kaltstart streng klingende Vierzylinder-Diesel nicht zu zerstören. Denn der direkt einspritzende Selbstzünder hat Charakter, wenngleich er nicht im Flüsterton agiert. Vielmehr passt das robuste, mit Verteiler-Einspritzpumpe ausgerüstete Aggregat zum jenem volksnahen 4x4. Mit einsetzender Betriebstemperatur verliert das Triebwerk denn an Rauheit und stellt ordentliche Kraftreserven zur Verfügung. Ganze 304 Nm Drehmoment mobilisiert der 154 PS starke Dreiliter bei 1.600 Umdrehungen pro Minute.

Nissan Terrano Front
 
Der Terrano ist eine
wuchtige Erscheinung
 

Weitergegeben wird die Zugkraft zunächst an die Hinterachse, die mit einem selbstsperrenden Differenzial ausgestattet ist – der Antrieb aller vier Räder erfolgt erst nach Aktivierung. Offroad-Fähigkeit bekundet der Terrano ferner mit der Anwesenheit einer Geländereduktion.
Satte 3.000 kg gebremste Anhängelast prädestinieren den Terrano 3,0 DI außerdem für schweren Hängerbetrieb. Ohnehin taugt der Geländewagen als ausgesprochen vielfältiger Allrounder. Er schluckt bis zu 1.995 Liter Gepäck (Fünftürer) und erlaubt die Mitnahme von rund 600 Kilogramm Ladegut.
Die Fahrgäste finden nach einem bequemen Einstieg ordentliche Platzverhältnisse vor, welche auch längere Fahrten angenehm von Statten gehen lassen. Bequemes Gestühl fördert das Wohl der Mitfahrenden zusätzlich – allein von der Rücksitzbank wünschte man sich eine etwas deutlicher konturierte Ausprägung.
Mit 34.480 Euro geht der fünftürige Terrano 3,0 DI als wohlfeiles Angebot durch, welches mittels hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis überzeugen kann. Überzeugen kann auch der Kraftstoffverbrauch des Vierzylinders, den der Hersteller mit 7,6 bis 11,8 Liter Diesel pro einhundert Kilometer beziffert. Schade: ESP ist selbst gegen Aufpreis nicht lieferbar..

 



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