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So
müssen Sportwagen aussehen: Der Nissan
350 Z |
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Z ist Trumpf
Die Legende
ist zurück, ein neuer Nissan der Z-Reihe schickt sich
an, die Herzen ambitionierter Sportwagenfans zu erobern. Dabei
gibt es den aktuellen Z-Jahrgang ganz auf Performance
getrimmt zu einem Preis, welcher auch Durchschnittsverdiener
hellhörig werden lässt.
Wir erinnern uns noch
gut an die Neunzigerjahre der 300 ZX hatte mit dem
Twin Turbo seinen Zenit erreicht und brachte stolze 283 Pferdchen
auf den Leistungsprüfstand. Märchenhaft für
damalige verhältnisse. Und dieser Wagen sorgte für
Aufsehen, wo auch immer er auftrat, sowohl bei pubertierenden
Teenies, die seinerzeit noch üblich sämtliche
Autoquartetts rauf und runter auswendig konnten, als auch
betagteren Führerscheinbesitzern, für die jener
Wagen aber ein meist Traum blieb. Denn damals verlangte der
Importeur gute 100.000 DM für das schnelle Gefährt,
einen Haufen Geld also.
Und jetzt? Alles anders. Das Leistungswettrüsten hat
längt ein neues Gesicht erhalten, eine PS-Inflation ist
eingetreten die Maßstäbe von früher
gelten nicht mehr. Aber der Reiz eines Z 350, jener würdiger
Nachfolger des ZX und neues Rennpferd im Stall der japanischen
Automarke, ist selbst heute noch ungebrochen. Mit 280 PS unwesentlich
schwächer und 33.850 Euro erheblich preiswerter als damals
tritt er gegen eine Vielzahl von Wettbewerbern auf dem aktuellen
Markt an, doch im Grunde steht keiner von ihnen auf seiner
Augenhöhe.
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Orange ist die Farbe des
Z auch innen |
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Vom reinen Leistungsgewicht kommt es
ja hin, da steht er mit Konkurrenten wie Audi TT 3,2, Mazda
RX-8 und Chrysler Crossfire auf einer Ebene. Aber in Leistung
und Hubraum thront er eben doch über ihnen, und die Magie
der Zahl soll bekanntermaßen nicht in ihrem Attraktivitätsfaktor
unterschätzt werden.
Aber weg von der Zahl und flugs zu den Emotionen. Auch da
bietet der Japaner wahrlich viel. Die bullige Front mit den
ausgestellten Kotflügeln erinnert stark an das Auftreten
namhafter Supersportwagen, und so ein bisschen davon steckt
ja auch im 350er er ist so eine Art Vorstufe davon,
aber freilich für Normalsterbliche. Doch ist das auch
wirklich so? Kann es sein, dass man ohne privilegiert zu sein
in den Genuss eines solchen Fahrzeugs kommt? Nur bedingt.
Denn es fehlt an Alltagstauglichkeit. Dabei lässt es
sich mit dem Coupé durchaus gemütlich zur nächsten
Apotheke cruisen, aber Ablagen im Innenraum sind Mangelware;
es gibt ferner kein Handschuhfach, und der Kofferraum ist
wegen der berühmt-berüchtigten Strebe nur eingeschränkt
nutzbar. Mitfahren können ohnehin nur zwei Personen;
ein Kinderhaushalt käme da in Bedrängnis, außer,
man nutzt den Boliden als Zweitwagen.
Und gerade dann macht es möglicherweise
noch mehr Spaß, den Hecktriebler durch die Lande zu
bewegen, weil Vergnügungsfahrten ja in der Regel über
ausgewählte Strecken führen. Kurvige Landstrassen
liegen dem Z ganz gut, denn hier kann er seine dominierende
Fähigkeit, nämlich hohe Querbeschleunigung
ausleben. Er flutscht durch die Kurve wie das Wiesel durchs
Gebüsch und bleibt dabei so gelassen wie eine Katze auf
dem Baum, vor dem ein Kampfhund wartet. Treibt das Heck im
Eifer des Strassengefechts mal zu weit nach außen, bringt
die serienmäßige Stabilitätskontrolle das
Coupé zwar etwas forsch, aber wirkungsvoll wieder auf
Position. Freude bringt denn auch die gerade Piste. Aus allen
Lebenslagen heraus tritt der V6 bullig an und beschleunigt
den Zweitürer mit ordentlichem Nachdruck. Dabei klingt
das Aggregat mächtig tönend aus den beiden dicken
Endrohren. Es geht auf Wunsch hoch bis 250 km/h, und Geschwindigkeitszuwächse
aus mittleren Tempi heraus vollziehen sich derart mühelos,
dass man von einem Suchtfaktor sprechen kann.
Von knackiger Sorte ist wie sollte es anders sein
auch die manuelle, sechsstufige Schaltbox. Fahrtechnisch ist
also alles in bester Ordnung, und das allein macht diesen
Nissan zu einem der begehrtesten überhaupt.
Da stört es kaum, dass der Innenraum keine Designpreise
abräumen wird. Vielmehr geht es funktional zu, und die
Verarbeitung ist eher durchschnittlich. Aber der sportlich
orientierte Kunde dürfte sich trotzdem wohl fühlen,
die in orange gehaltenen Instrumente versprühen den Scharm
jugendlich-verspielter Japan-Sportwagenkultur. Der große
Drehzahlmesser in der Mitte gibt unmissverständlich Aufschluss
über die gerade abrufbaren Kraftreserven jenes Triebwerks,
das in braverer Ausführung auch stattliche Limousinen
und Vans französischer Herkunft antreibt.
Vorzüglich präsentieren sich die beiden Sitze
jedenfalls gilt das für ihre spezifische Aufgabe, den
Passagier bei Annäherung an die physikalischen Grenzen
fest in den Grifft zu nehmen. Und selbst unter dieser Voraussetzung
kann man auch ohne Beschwerden ein paar Stündchen auf
ihnen verweilen.
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Bulliger Rücken, und
aus
den Endrohen erschallt
Musik |
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Also doch auf in den Urlaub? Warum nicht,
denn wer damit leben kann, dass die eine oder andere Strassenwelle
nicht ganz so abgemildert in die Fahrgastzelle schwappt und
seine Reiseklamotten untergebracht bekommt, wird zweifelsohne
glücklich.
Hinzuzufügen ist, dass der 350 Z fast luxuriös vom
Band rollt: Denn schon in der Grundkonfiguration, welche für
erschwingliche 33.850 Euro erhältlich ist, gibt es neben
der kompletten Sicherheitsausstattung, die ABS, Front-, Kopf-
und Seitenairbags sowie ein elektronisches Stabilitätsprogramm
umfasst, auch elektrische Fensterheber vorne, Klimaautomatik,
Leichtmetallräder, Radioanlage mit CD-Wechsler, eine
fernbedienbare Zentralverriegelung sowie Xenonlicht. Das 2.400
Euro treue Premium-Paket beinhaltet ferner beheiz- und elektrisch
verstellbare Ledersitze, Soundsystem und Tempomat.
Nur als Sonderzubehör ist dagegen ein DVD-Navigationssystem
(2.298 Euro) zu haben, welches dennoch recht gut in die Mittelkonsole
integriert werden kann. Am Ende dann noch der Hinweis darauf,
dass der Vierventiler nicht zu den sparsamsten Automobilen
des Landes gehört und bei forcierter Fahrweise auch mal
14 Liter auf einhundert Kilometern schluckt aber wer
einmal 350 Z gefahren hat, kann darüber nur lächeln.
Fazit:
Der Nissan 350 Z ist der beste und schnellste Z, den es je
gab, und dieses Auto kommt im Gegenzug erschwinglich wie nie
zuvor daher. Eine glückliche Kombination, die zum Denken
anregt und möglicherweise so manchen Autofahrer zum Kauf
bewegen wird, der bisher von schnellen und teuren Sportwagen
geträumt hat. Da dürfte sich auch der auch Hersteller
freuen wie schön, dass es noch gute Nachrichten
gibt.
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