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Fahrberichte & Tests
 
Mitsubishi Colt Front, Innenraum

Generationen-Vertrag

Der aktuelle Mitsubishi Colt verkörpert mehr Buntheit als je zuvor, was ihn auch für junge, die Pop-Kultur liebende, Kunden attraktiv macht. Schon ab 9.900 Euro gibt es den quirligen Kleinwagen. Autotipp.

Japaner sind biedere Kisten für spießige Knauserer? Von wegen. Der Colt von Mitsubishi – hierzulande derzeit Mauerblümchen-Marke – zeigt, dass es auch anders geht. Modern, jung und stylish kommt er an, hat das Potenzial, die gerade den Führerschein erwerbende Jugend zu überzeugen. Doch auch der trendige Single mit knapperem Budget könnte sich durchaus für einen dreitürigen Colt entscheiden. Mit etwas A-Klasse vorn und einem guten Schuss Alfa 147 hinten verkörpert dieser asiatische Stadtflitzer eine Mischung aus fröhlicher Verspieltheit sowie elegant-italienischer Grazie. Jetzt noch die richtige Farbe gewählt – am besten ein frisches Grün oder peppiges Rot –, dann darf man sich zu den Eignern eines perfekt abgestimmten Fahrzeugs zählen.
So verspielt der Colt auch wirken mag, ist er doch ein gelungener Allrounder mit festen Tugenden, die ihn fit fürs harte Tagesgeschäft machen. Und wer eine Reise plant, muss vor der Mitnahme dieses Mitsubishi keinesfalls zurückschrecken, denn seine Stube empfängt die Fahrgäste mit freundlicher Gesinnung.

Mitsubishi Colt, Heck, Rückleuchten
 
Alfa 147? Nein, ein Mitsubishi Colt!
 

Bei deren Gestaltung blieben die Designer konsequent in der Sache – indes ändert sich die Stilrichtung im Vergleich zu außen. Von der modisch-kühlen Partei nämlich ist die Innenarchitektur, klar in ihren Funktionen, sehenswert ihr Layout. Zwischen Mittelkonsole und Boden leuchtet nachts ein Steg, offensichtlich wollte man die Unkonventionalität. Im Dunkeln wird aus den klaren Linien übrigens ein buntes Lichtspiel – so ändern sich Gesichter.
Die drei Rundinstrumente des Tachos bleiben in der Wirkung dagegen gleich; frei von jeglichem Schnörkel weisen sie Parameter wie Drehzahl, Tankfüllstand und Geschwindigkeit unmissverständlich aus.
Ähnlich unproblematisch verläuft die Bedienung von Radio- und Klimaeinheit. Allerdings wird hier schlichte Kost geboten – eben pragmatisch, aber dafür höchst funktional: Die Heizung wird mit klassischen Drehschaltern gesteuert, und das Radio samt RDS wie CD-Spieler hinterlässt als sauber integrierte DIN-Lösung einen schicken Eindruck. Zudem macht das gesamte Cockpit einen klapperfreien und angemessen verarbeiteten Eindruck.

Mit der Fahrzeug-Kategorie „Kleinwagen“ nimmt man es bei Mitsubishi noch etwas genauer als beim Wettbewerb. So liegt seine Länge mit exakt 3,81 m deutlich unter der Viermeter-Marke. Der Radstand von 2,50 m indessen kann sich sehen lassen. Demnach darben die Passagiere keine Sitznot, vorn ohnehin kaum, dort kann man sich kommod niederlassen. Im Fond geht es naturgemäß nicht ganz so luftig zu – durchschnittlich große Personen können ihre Extremitäten aber durchaus ausstrecken und finden in der zweiten Reihe ein gemütliches Plätzchen.
Die Sitzmöbel sind straff gehalten; lange Distanzen werden darauf mühelos und vor allem ermüdungsfrei abgerissen. Sämtliche Spuren alter japanischer Autositz-Tradition plüschiger Teddy-Felle scheinen ein für alle Mal verwischt.
Selbst ein moderates Maß an Seitenhalt garantieren diese Stühle, wenngleich die sportliche Fortbewegung kaum Sache dieser Colt-Version mit 95 Pferdchen und 1,3-Liter Hubraum ist.

Zwar bietet der Vierzylinder ordentliche Fahrleistungen – das Werk gibt elf Sekunden für den Standard-Sprint von 0 auf einhundert Kilometer pro Stunde an, doch es handelt sich um ein Brot-und-Butter-Triebwerk mit bürgerlichen Qualitäten statt Performance-Anflügen. Hemdsärmelig in der Akustik treibt er den Kleinwagen fleißig voran. Tacho 200 sind machbar, dann ist aber wirklich Ende. Mit Richtgeschwindigkeit und etwas darüber lässt sich bequem durch die Lande kurven, der Geradeauslauf bleibt stabil, und Fahrbahn-Verwerfungen werden standesgemäß gefiltert.
Wahre Glanznummern legt der Colt aber in der Großstadt hin; dort sorgen nicht nur kompakte Abmessungen für ausgezeichnete Manövrierfähigkeit, sondern auch jene leichtgängige Servolenkung, welche in schnellen Biegungen allerdings etwas mehr Kontakt zur Straße vermitteln könnte.
Beim Thema Spritverbrauch stehen die Zeichen auf Sparen, solange ein ruhiger Gasfuß regiert. Unter sechs Liter Super pro 100 Kilometer sind drin, forcierte Fahrten können den Konsum auch auf runde acht Liter treiben.

Mitsubishi Colt, Innenraum
 
Auch Kleinwagen können geräumig sein..
 

Während die Grundversion mit 75 PS schon ab 9.990 Euro zu haben ist, bekommt der Kunde das hier getestete Modell nicht unter 11.990 Euro. Darin enthalten sind Front- und Seitenairbags, Antiblockiersystem, elektrische Fensterheber vorn, Klimaanlage sowie eine fernbedienbare Zentralverriegelung.
Aufpreise erfordern das elektronische Stabilitätsprogramm (820 Euro) sowie Sonder-Lackierungen (390 Euro).
Die teuerste Ausstattungslinie (Invite) kostet 13.090 Euro, liefert allerdings elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, 15-Zoll-Leichtmetallfelgen wie Radioanlage frei Haus.
Außerdem darf der Interessent hier auf ein automatisiertes Schaltgetriebe (820 Euro) zurückgreifen.
Luxuriöse Zugaben wie Ledersitze oder optische Gimmicks – dazu zählen beispielsweise 16-Zoll-Räder – bleiben den höher motorisierten Ausführungen vorbehalten.

Fazit: Der Mitsubishi Colt ist ein chic gezeichneter Kleinwagen zum günstigen Kurs. Dabei bietet er ordentlichen Fahrkomfort einerseits und eine kompakte Figur andererseits, was ihn zum idealen Stadtvehikel macht. Längere Reisen lassen sich mit ihm aber ebenso gut bestreiten – das Allrounder-Prädikat darf er sich also getrost abholen.

 



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