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In
der Mercedes-Tonleiter ist der erste Ton nicht
das C, sondern seit einiger Zeit das A. Das C
wurde in letzter Zeit seltener gespielt, was in
Deutschland die Zulassungszahlen des Vorgängers
dokumentieren: Im letzten vollen Produktionsjahr
2006 kamen auf eine C-Klasse fast doppelt so viele
Dreier vom Erzrivalen BMW. Trotzdem ist die alte
C-Klasse weltweit betrachtet die bisher erfolgreichste.
Mit der nun präsentierten Generation sollen
nicht nur Umsteiger gewonnen, sondern zugleich
die Stammklientel gehalten werden. Hierzu bediente
man sich unter anderem eines kleinen Kunstgriffs:
Die Designabteilung verpasste dem Wagen einfach
zwei verschiedene Frontdesigns. Steht der Stern
bei den Linien Classic und Elegance
noch auf der Haube und thront über dem typisch
geformten Grill, so prangt er bei Avantgarde
in einer Maske mit drei mächtigen Chromlamellen.
Der typische Mercedeskäufer greift zu einen
der beiden ersten Varianten, der sportlich ambitionierte
Umsteiger zur letzten, so das Kalkül der
Macher. Bei Mercedes-Traditionalisten löst
dieser Trick Unbehagen bis leichtes Entsetzen
aus, weicht man damit doch von der sonst lupenreinen
Sterne-Ordnung ab: Bei Limousinen steht der Stern
auf der Haube, Punkt! Zudem kommen Erinnerungen
an unselige SEC-Umbauten in den Achtzigern auf,
vor denen damals keine Mercedes-Limousine sicher
war. Insbesondere dann nicht, wenn sie in den
Besitz zottelhaariger Goldkettchenträger
übergegangen ist. Aber keine Bange, das Design
des neuen C kann in beiden Varianten als äußerst
gelungen und stimmig bezeichnet werden. Mehr noch:
Niemals zuvor kam die kleine Baureihe derart dynamisch
und zugleich elegant daher.
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| Elegantes
Heck die neue C-Klasse |
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Neben den beiden Grillvarianten
wird die Front durch kantig gezeichnete Scheinwerfer
geprägt, in der Seitenansicht fällt
die deutliche Keilform ins Auge, die durch eine
nach hinten ansteigende Linienführung unterstrichen
wird. Bei allen Linien sind die Fenster chromumrandet,
bei Elegance und Avantgarde
sind zusätzliche Chromverzierungen an der
Bordkante, an der oberhalb des Schwellers verlaufenden
Sicke, an den Stoßfängern und am Heckdeckel
zu finden. Auch etwas S-Klasse ist mit von der
Partie, die Heckgestaltung und die leicht ausgestellten
Radhäusern erinnern etwas an die Oberklasse.
Im Innenraum ist die Erneuerung konsequent weitergeführt
worden und überall sicht- wie fühlbar.
Neben den Schaltern in der Mittelkonsole werden
künftig nun auch in der C-Klasse viele Funktionen
über den Command-Drehsteller ausgeführt.
Durch das neue Bediensystem ist die Beherrschung
der vielen Funktionen geradezu spielend einfach
zweifellos maßstabtauglich für
die Klasse. Der Command-Monitor wird nur im Bedarfsfalle
ausgefahren und versteckt sich sonst unter einer
Abdeckung oberhalb der Mittelkonsole. Beim Betrachten
des Kombiinstrumentes werden Erinnerungen an frühere
Mercedes-Zeiten wach: Die schönen Rundinstrumente
sind mercedestypisch skaliert und beschriftet.
Kenner vermissen höchstens noch die früher
bei allen Modellen obligatorische Analoguhr und
den Öldruckmesser. Je nach Ausstattungsvariante
zieren Hölzer, Aluminium oder Klavierlack
die hochwertig verarbeiteten Oberflächen.
Besonders wichtig war den Ingenieuren das Thema
Komfort, einer klassischen Mercedes-Tugend. Dieses
manifestiert sich nicht nur in einer narrensicheren
Bedienung, sondern auch einer entsprechenden Abstimmung
des Fahrwerks. Um keine Kompromisse zu Ungunsten
der Agilität hinnehmen zu müssen, ist
viel Entwicklungsarbeit in die Dämpfungstechnik
investiert worden. Mit dem Agility Control genannten
System ist es gelungen, erstklassigen Komfort
mit hoher Fahrsicherheit und Dynamik zu vereinen.
Sowohl Komfortliebhaber als auch sportlichere
Fahrer, die bisher zu Fremdmarken gegriffen haben,
werden es dankend zur Kenntnis nehmen. Wer es
noch etwas sportlicher mag, wird zum aufpreispflichtigen
Advanced Agility-Paket greifen, hier kann der
Fahrer zwischen Komfort und Sport
wählen. Auch im Geräuschkapitel werden
nur leise Töne gespielt, zusammen mit den
vielfach verstellbaren und gut konturierten Sitzen
fährt die C-Klasse im Komfortbereich auf
höchstem Niveau. Weiterhin wurde viel für
die Sicherheit getan: Serienmäßig sind
sieben Airbags, NECK-PRO-Kopfstützen und
die PRE- und PRO-SAFE genannten Insassenschutzsysteme
an Bord. Das Adaptive Brake-System ermöglicht
nahezu alle Bremsfunktionen, über die auch
die umstrittene SBC-Bremse verfügte. Hierzu
gehören Hillhold, Trockenbremsfunktionen
und eine verbesserte Wirkung des Bremsassistenten.
Zur guten Sicht bei Nacht trägt das aufpreispflichtige
Intelligent Light System bei, welches über
fünf verschiedene Lichtfunktionen verfügt.
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| Einst
und heute Mercedes-Mittelklasse |
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Auf der Motorenseite wird
eine reichhaltige Auswahl geboten, die größtenteils
durch den Vorgänger bekannt ist. Umfassende
Überarbeitungen der Triebwerke führten
bei den Vierzylindern zur Anhebung der Leistung
bei gesenkten Verbrauchswerten. Insgesamt stehen
bereits zum Start acht verschiedene Motorisierungen
zur Auswahl. Die Basis der fünf Benziner
bildet der C 180 K mit 156 PS und 230 Nm, er verhilft
der kleinen Limousine binnen 9,5 Sekunden auf
100 km/h und zu einer Spitze von immerhin 223
km/h. Vor 20 Jahren hätte man sich wohl angesichts
dieser Werte eines Basismodells verwundert die
Augen gerieben. Der Verbrauch liegt bei moderaten
7,8 Liter je 100 km. Es folgen der C 200 K mit
183 PS sowie die drei Sechszylinder C 230 (204
PS), C 280 (231 PS) und C 350 mit 272 PS, das
vorläufige Spitzenmodell. Der Sprint auf
Einhundert gelingt beim C 350 in nur 6,4 Sekunden,
die Endgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt.
Bei den Vierzylinder-Dieseln C 200 CDI und C 220
CDI mit 136 PS bzw. 170 PS geht es da schon etwas
ruhiger zu, aber auch sie erreichen Höchstgeschwindigkeiten
von deutlich über 200 km/h. Beide begnügen
sich mit 6,1 Litern Diesel. Der C 320 CDI leistet
224 PS und bietet mit 510 Nm ein gehöriges
Drehmoment, das schon bei 1.600 U/min anliegt.
Für die Kraftübertragung sorgen sowohl
Sechsgangschaltgetriebe als auch aufpreispflichtige
Automatikgetriebe mit fünf (Vierzylinder)
und sieben Stufen (Sechszylinder), wobei der C
350 als einziger serienmäßig über
die 7G-Tronic verfügt. Der preisliche Einstand
beginnt mit dem C 180 K, mindestens 29.988 Euro
sind zu überweisen, um C-Klasse-Fahrer werden
zu können. Der C 350 belastet das Konto da
schon mit 44.328 Euro. In der Grundausführung
versteht sich, denn auch eine andere Mercedes-Tradition
wurde beibehalten: Die lange Aufpreisliste.
Fazit: Mit
der neuen C-Klasse hat Mercedes den richtigen
Ton getroffen und schickt eine viel versprechende
Neuentwicklung in den harten Konkurrenzkampf der
Premiumhersteller, mit der verlorene Marktanteile
sicher wieder zurückerobert werden können.
Typische Mercedes-Tugenden wie Komfort, Sicherheit
und Qualität wurden konsequent umgesetzt.
Durch die unterschiedlich akzentuierte Gestaltung
leistet sich die C-Klasse eine Besonderheit, die
sonst keiner bietet.
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