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Young & Old
 
Mercedes 123
Mercedes 123

1. Breitband-Scheinwerfer waren mal in

2. Familientreffen der W123-Varianten

3. Metall-Radkappen in Wagenfarbe sind fast schöner als Alus...

4. Das Stahl-Schiebedach konnte man auf Wunsch sogar elektrisch öffnen...

 

Die Baureihe W123 im Profil
Solide Kunst
Telegramm für einen nach menschlichen Maßstäben jungen Jubilaren: Die Mercedes Baureihe W123 – der legitime Vorgänger der heutigen E-Klasse – wird bald 30 Jahre alt. Erinnerung.

Im Jahr 1976 war die Welt noch in Ordnung, Qualitätsprobleme bei Mercedes waren so ungewöhnlich wie Eisbären in Südeuropa – damals allerdings hätte man sich eher mit mechanischen statt elektronischen Zicken rumschlagen müssen; verstellte Vergaser und winters streikende Diesel kennt die heutige Auto-Jugend allenfalls vom Hörensagen.

Wer heute in einen W123 einsteigt, ahnt, wie langsam die Welt damals gewesen sein muss. Schließlich begann die Palette mit dem 55 PS starken 200 D – auch jener Vertreter hatte bereits 1,4 Tonnen zu schleppen. Will heißen: Nach 31 Sekunden erreichte man 100 Stundenkilometer, und bei 130 km/h war Schluss.


Andererseits rannte ein sechszylindriger 280 E ganze zweihundert Sachen – wow! Die Tachoskala des Basismodell konnte deftige 160 Stundenkilometer anzeigen – mit atemberaubenden Abständen zwischen den Markierungen.

 

Und wie stand es um banale Dinge wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Servolenkung, Antiblockiersystem, Sitzheizung oder Zentralverriegelung? Gab es alles (ABS allerdings erst ende der Siebzigerjahre), jedoch ausschließlich in Verbindung mit saftigen Aufpreisen.


Kennt in unseren Zeiten denn noch jemand ein Fahrzeug ohne rechten Außenspiegel und Airbag? Sogar letzteren gab es für die hier behandelte Baureihe zu bestellen – eine halbe Dekade später.

Die Grundpreise der längst vergangenen oberen Mittelklasse lagen bei Einführung zwischen 20.000 und 30.000 D-Mark – auch bei dieser Aussage dürfte ein am Tisch seines Verkäufers und gerade bestellender Kunde der aktuellen E-Klasse ins Grübeln verfallen.


Und heute? Der W123 ist längst noch nicht ausgestorben, allerdings ist die erste Serie rar geworden. Sich freuen und in alten Erinnerungen schwelgen dürfen vor allem Eigner jener Semester mit dem schönen, dicken und feuerroten Warnblinkanlagen-Schalter. Gute Exemplare gibt es ab 3.000 Euro, schön zu wissen.



 
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