Der Mazda CX-7 ist die heimliche Allzweckwaffe des japanischen Konzerns: Geräumig, komfortabel, souverän und dank Allradantrieb auch auf vielen verschiedenen Straßentypen zu Hause. Obendrein führt er hierzulande ein Exotendasein, was den einen oder anderen potenziellen Kunden freuen dürfte. Im Folgenden geht es um die 2,3-Liter-Benzinervariante.
ndlich mal eine gute Nachricht: Die Tatsache, dass Mazda seinen CX-7 inzwischen auch mit dem 173 PS starken und 2,2 Liter großen Selbstzünder anbietet, könnte den 4,7 Meter langen Tourer etwas populärer machen. Andererseits wird der CX-7 gerade dadurch interessant, dass man ihn nicht an jeder Ecke sieht – es gibt in Deutschland kaum ein SUV mit vergleichbarem Exklusivitätsfaktor. Gute Nachricht Nummer Zwei – der 2,3-Liter-Turbobenziner ist ebenso noch im Programm. Er leistet mit 260 PS nicht nur 87 Pferdchen mehr als der Diesel, sondern verwöhnt obendrein mit dezent-leidenschaftlichem Sound. Schließlich entstammt das Triebwerk der heißen MPS-Familie und ist demnach auf Performance getrimmt. Okay, ganz so rebellisch wie beispielsweise im kompakten 3er klingt der Vierzylinder hier nicht – schließlich geht es um komfortbetonte Fortbewegung. Da muss der Sportgeist etwas zurücktreten, zumal auch das Leergewicht des Allradlers dem Direkteinspritzer ordentlich zu tun gibt. Mit runden 1,8 Tonnen muss er sich herumschlagen, was auf das Beschleunigungsvermögen drückt. Dennoch nennt das Werk realistische 8,2 Sekunden für den Standardsprint auf Tempo 100.
Und der CX-7 setzt sich druckvoll in Bewegung – freilich ohne Traktionsverluste. Dafür müssen höhere Schleppmomente in Kauf genommen werden, die den 4x4 insgesamt merklich einbremsen im Vergleich zu den hauseigenen Performance-Limousinen. Im oberen Geschwindigkeitsbereich kommt der Luftwiderstand hinzu; all diese bösen Gegenkräfte zeigen Zähne und machen es schwer, einem eilenden BMW 530d Touring auf limitfreier Autobahn zu folgen – wie eine kurze Ausfahrt beweist. Da kann das knackige Sechsgang-Getriebe mit den kurzen Schaltwegen noch so flink bedient werden, jenseits der 160 Stundenkilometer lässt der Vorwärtsdrang nach. Dann bewegt sich der wuchtige Mazda zwar langsamer, aber immerhin sicher auf die 200 km/h-Marke zu, die er auch erreicht. Er geht sogar drüber und legt nach langem Anlauf bis zu 211 Kilometer in der Stunde zurück. Wenn er schon kein Spezialist für Autobahnrennen ist, dann aber doch sicher für weite Strecken, nicht wahr? Die Voraussetzungen sind jedenfalls ideal: Passagierverträgliche Dämpfer mit milder Abstimmung bewahren vor allzu intensivem Kontakt mit schlechten Straßen. Lange Autobahnwellen eliminieren sie jedenfalls in gekonnter Weise, während Querfugen aufdecken, dass der CX-7 durchaus sportliche Gene trägt.
Daher bloß keine Angst vor windungsreichen Landstraßen – aber bitte das Lenkrad fest in den Händen halten. Denn die klassische Servolenkung mit hydraulischer Regelung geht straff und verhältnismäßig direkt, so dass der beinahe mannhohe Alleskönner halbwegs flink um die Ecken wetzt. Dabei passt diese Gangart nicht wirklich zu den komfortablen Sitzen mit einer Spur zu wenig Seitenhalt. Tagesreisen indessen machen sie nicht nur problemlos mit, sondern die Besatzung ist dankbar über exakt abgestimmte Polster, die weder zu hart noch besonders nachgiebig ausfallen. Und über Platzfragen besteht nicht wirklich Diskussionsbedarf – außen schmal, innen breit, so kredenzt der Mazda ein feines Örtchen auch für großgewachsene Menschen, die keineswegs befürchten müssen, sich gegenseitig in die Quere zu kommen. Vorn trennt der massive Mitteltunnel Fahrer und Beifahrer, um die Sitzgelegenheiten zur gemütlichen Nische zu machen. Hinten gibt es eine satte Portion Knie- und Kopffreiheit; Kleinkram würdigt der CX-7 mit Hilfe diverser Ablagen samt Cupholder – das muss er auch, schließlich will man auch in den USA gut verkaufen.
Und weil der ausladende Japaner in Nordamerika das Zeug zum Star hat, muss man bei der Innenraumgestaltung Kompromisse eingehen. Heißt im Klartext: Während Europäer in diesem Segment mindestens holzgetäfelte Oberflächen verlangen, genügt den Geschmäckern anderer Autovölker durchaus Kunststoff. Gar nicht verkehrt – zumal der CX-7-Innenraum durch ordentliche Materialverarbeitung und haptisch wie optisch ansprechenden Oberflächen auffällt. Mehrfarbigkeit, Aluminium- und Hochglanz-Look taugen als probates Mittel gegen Tristesse, und dem Technikfreak werden die Knöpfchenmengen gefallen – immerhin, sämtliche Taster präsentieren sich in einer wohlgeordneten Form; das Multifunktionslenkrad meint es möglicherweise eine Spur zu gut, dürfte seinem Namen allerdings zur Ehre gereichen, denn von hier aus wird auch das inzwischen lieferbare Navigationssystem mit Informationen gefüttert, dessen Farbbildschirm allerdings nicht gerade der größte ist. Dafür ist der Preis von 720 Euro mehr als wohlfeil, rufen andere Hersteller doch selbst heutzutage noch deutlich vierstellige Beträge für einen integrierten Elektronik-Lotsen auf.
Übrigens ist die Preisfrage beim CX-7 ein besonders erfreuliches Thema. Den Benziner gibt es für 36.990 Euro – nicht viel Geld für einen großen Allrounder mit satter Motorisierung und praller Ausstattung. Serienmäßig sind nämlich Antiblockiersystem, Alarmanlage, Front-, Kopf- sowie Seitenairbags, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, CD-Wechsler (6-fach), elektrische Fensterheber rundherum, Freisprechanlage mit Bluetooth-Technik, automatisch abblendender Innenspiegel, Lederpolster, Leichtmetallräder, Klimaautomatik, Radioanlage inklusive Soundsystem, Regensensor, Reifendruck-Kontrollsystem, Rückfahrkamera, schlüsselloses Schließsystem, Sitzheizung, elektrisch verstellbare Vordersitze, Spurwechsel-Assistent, elektronisches Stabilitätsprogramm, Tempomat und Xenonlicht. Zu den weiteren Positionen auf der übersichtlichen Extra-Liste zählen Metallic-Lackierung (580 Euro) sowie elektrisches Glas-Schiebedach (850 Euro). Den Basis-Selbstzünder dagegen bekommt der Kunde bereits ab 29.900 Euro. Somit gehört der große Mazda definitiv zu den erschwinglichen Offerten des SUV-Marktes.
Fazit: Der rare CX-7 gehört zu den allroundfähigen Geheimtipps, bietet er viel Auto für verhältnismäßig wenig Geld. Mit dem 260 PS starken Benziner stimmt das Antriebskapitel. Schade allein, dass ein Automatikgetriebe nicht geliefert werden kann.