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Fahrberichte & Tests
 
Mazda 5 Front, Innnenraum

Fünf auf einen Streich

Was mögen die Entwickler wohl dabei gedacht haben, dem Mazda 5 jene bezeichnende Kennziffer zu verleihen? Wie auch immer, jedenfalls drängt sich der EIndruck auf, hier werde sich besonders fürsorglich um fünf Personen gekümmert. Doch das ist nur die halbe Wahrheit – Ziel des folgenden Autotipps ist es, sich der ganzen anzunähern.

Raumkonzepte boomen. Schon vor über einem Jahrzehnt trat der Minivan den Siegeszug an und überzeugte immer mehr Autofahrer. Inzwischen ist das Segment vollständig etabliert, doch wer eine Großraumlimousine haben will, muss tief in die Tasche greifen: Unter 25.000 Euro in der Basis geht kaum etwas. Da sorgen die längst eingeführten und inzwischen sogar häufiger verkauften Kompaktvans für Lichtblicke, stehen sie ihren großen Brüdern in Sachen Flexibilität und Raum nur wenig nach, sind dafür aber deutlich erschwinglicher.
Mit einem Radstand von 2,75 m und einer Länge von 4,50 m gehört der Mazda 5 schon zu den geräumigen seiner Klasse. Platzprobleme im Innern kennt der Japaner wahrlich nicht – und er bietet sogar einen Produktvorteil. Als einziger Segmentvertreter nämlich lässt der Fünfer seine Fondpassagiere durch zwei Schiebetüren einsteigen. In engen Parklücken kann das ein richtiger Segen sein, nur leider wird die Besatzung dadurch in eine Zweiklassen-Gesellschaft verwandelt, denn aussteigende Vorderbänkler müssen weiterhin kraxeln und aufpassen, dass der Parkplatz-Nachbar keine Lackbeulen abbekommt.

Mazda 5 Heck, Rückleuchten
 
Kompakt, aber geräumig: Der Mazda 5
 

Wenn es weiter nichts ist. Die beiden Sitzmöglichkeiten vorn müssen sich keinesfalls verstecken. Sowohl das Mobiliar als auch die Atmosphäre drumherum stimmen. Straff gehaltene Polster verkürzen lange Sitzungen – letztere könnten bei einem Fahrzeug dieser Art ja durchaus mal vorkommen. Das Auge blickt auf klapperfreie Instrumente ohne Schnörkel. Aluoptik-Applikationen bringen eine frische Note ins Cockpit, die verschachtelten Tachoskalen könnten besser kaum abzulesen sein, und die Bedienung von Klima-Einheit sowie Radio fällt auf Anhieb leicht.
Und hinten? Jetzt kommt erst der interessante Teil; Knöpfe sind hier nicht viele zu beherrschen, dafür steht die Frage im Mittelpunkt, wie der Kompaktvan Menschen und Ladegut beherbergt, schließlich gehört dies ja zum zentralen Aufgabengebiet des Multifunktions-Vehikels.
Nun, das Gestühl entpuppt sich als ähnlich gemütlich wie vorn. Auch gibt es am Umfeld nichts auszusetzen, die Beine können genüsslich gen Vordersitzlehne gestreckt werden, und bis zum Dachhimmel haben selbst Mitfahrer mit langen Oberkörpern genügend Raum.

Und die berühmt-berüchtigte dritte Person? Vergessen Sie es, ohne Körperkontakt zum Nachbarn geht es nicht. Spannend wirds allerdings mit dem für die Grundausführungen 800 Euro teuren Travel-Paket, welches das abenteuerlich klingende „Karakuri“-Sitzsystem beinhaltet, was wiederum bedeutet, dass die Mitte der Sitzbank sowohl als Ablagebox wie auch als Sitzkissen herhalten muss. Beides kann mit wenigen Handgriffen installiert werden und verschwindet bei Nichtgebrauch unter die äußeren Sitzflächen. Freilich enthält das Board auch die geliebten Cupholder, damit ja genug Flüssigkeit mit auf Reisen darf. Etwaiges Proviant wie Bücher lassen sich übrigens bequem auf den Klapptischen, welche ebenfalls Bestandteil des Travel-Pakets sind und sogar über weitere Getränkehalter verfügen, ausbreiten. Zudem existiert in diesem Fall eine dritte Sitzreihe, die nötigenfalls zu versenken ist, um einen ebenen Boden für anderweitige Transportzwecke herzustellen. Bei dachhoher Beladung dürfen weit über 1.500 Liter Gepäck eingeladen werden, wenn das kein Wort ist.

Für den Antrieb des Testwagens war der 1,8-Liter-Basisbenziner mit 115 PS zuständig. Ein Quell sprudelnder Temperament-Schübe stellt diese Lösung angesichts zu bewegender 1,5 Tonnen Leermasse zwar nicht dar, wobei es dennoch recht munter zugeht. Ein bisschen Drehzahl – und schon zieht der zweitschwächste Fünfer seine Bahnen eifrig. Dabei bleibt der Vierzylinder für seine verhältnisse durchaus kultiviert.
Hinreichend kurze Übersetzungsstufen, deren fünf die Ingenieure vorgesehen haben, lassen Überholvorgänge auf steigungsintensiven Autobahnen unproblematisch vonstatten gehen.
Wellige dagegen passiert der Kompakt-Liner so, dass die Passagiere freundliche Mienen bewahren. Kurvige Landstrassen werden bei forcierter Fahrweise untersteuernd genommen; mit Seitenneigung hält sich der Van zurück, ist er doch eher straff in der Ausrichtung. Am kommoden Fortkommen ändert das allerdings nichts. Demnach werden die meisten Eigner sämtliche elektronischen Vortriebshelfer wie beispielsweise das Antiblockiersystem und elektronische Stabilitätsprogramm höchstens im Notfall würdigen, aber schön, dass sie mitfahren.

Mazda 5, Kofferraum, Rückbank, Ladefläche
 
Da geht was rein: Alle Sitze sind umgelegt
 

Und das tun sie für 19.700 Euro (Basispreis) nebst Airbag in sechsfacher Ausfertigung, Bremsassistenten sowie elektronischer Bremskraftverteilung. Zudem gibt es für diese Summe elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Außentemperaturanzeige, elektrische Fensterheber, Radio sowie eine fernbedienbare Zentralverriegelung. Für die Klimaanlage berechnet Mazda jedoch 1.100 Euro extra. Weitere 700 Euro bescheren dem Kunden denn Leichtmetallräder im 15-Zoll-Format.
Ebenfalls mehr Geld (1.900 Euro) bezahlt, wer die „Exclusive“-Version wählt. Dafür sind hier bereits Alufelgen, ein klimatisierter Innenraum und ein CD-Spieler enthalten, doch der Interessent erwirbt mit jener Linie vor allen Dingen die Möglichkeit, deutlich höher aufzurüsten: DVD-Navigation mit großem Farbbildschirm inklusive Rückfahrkamera (2.500 Euro), Glas-Schiebedach (770 Euro) sowie ein attraktives Paket mit Alarmanlage, 16-Zoll-Bereifung und Bordcomputer (900 Euro) gestalten das (Autofahrer-)Leben hier auf Wunsch schöner.

Fazit: Der Mazda 5 ist ein geräumiger Kompaktvan im hübschen und gleichermaßen schlichten Design. Er ist langstreckentauglich, aber auch für Transportzwecke gut einzusetzen. Mit dem Basisbenziner kann man sparsam über die Runden kommen – das Temperament des Vierzylinders reicht im Alltag vollends aus.

 



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