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| Jung,
dynamisch und praktisch: Mazda 2 |
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Mazda hoch zwei
Mazda hat
es geschafft zumindest im ersten Schritt: Die Modellpalette
ist bereinigt von Altlasten. Seit Einführung der neuen
Nomenklatur hat man ganze Arbeit geleistet. Nach Mazda 6 und
2 erstahlen nun auch 3 und RX-8 in frischem Glanze, was dem
Ansehen des Herstellers gut tut. In der folgenden Abhandlung
soll der kleinste Markenvertreter Nummer zwei zeigen, wohin
die Reise geht.
Wenn nicht glücklos,
dann zumindest einfallslos wie sonst sollte man das
Kooperationsprojekt Ford Fiesta und Mazda 121 in den Neunzigerjahren
bezeichnen? Das gleiche Auto mit einem anderen Namen und vielleicht
noch etwas günstiger, damit kommt man in Zeiten immer
bunter und vielfältiger werdender Automärkte nicht
mehr weit. Insofern ist die Plattformstrategie eine feine
Erfindung, die es erlaubt, mit möglichst vielen Gleichteilen
gänzlich verschiedene Autos herzustellen. Man betrachte
und vergleiche hierzu nur einmal den Mazda 3, den neuen Volvo
S 40 und den Ford Focus, den uns der Konzern bald bescheren
wird, miteinander, um das Phänomen zu begreifen, das
der Autor anspricht.
Just in diesen Zeiten bekommt Mazda endlich wieder einen Kleinwagen
mit eigenem Gesicht. Und zwar mit einem Gesicht, das sich
sehen lassen kann.
Klare Scheinwerfer und ein markanter Gitterkühlergrill
mit den Mazda-typischen fünf Kerben prägen die Front
und verhindern jegliche Missverständnisse bezüglich
der Markenidentität. Die Hülle dieses Kompakten
lebt ferner von der Vielseitigkeit: Vorne rundlich, die Seite
knackig-muskulös, und der Abschluss hinterlässt
mit einprägsamen Stilelementen deutliche Spuren in den
Köpfen der Betrachter. Demnach erinnert jene Partie mit
ihrer Einheit aus Rückleuchten und Heckscheibe an italienisches
Flair aus einer Mischung zwischen Alfa 145 und 147.
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Peppiges Interieur im
kleinsten Markenvertreter |
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Da ist das Interieur erfrischend anders.
Während der kleine Zweier äußerlich erwachsen
und seriös auftritt, zeigt er innen seine zweite, peppig-junge
Persönlichkeit. Silberfarbene Applikationen verleihen
der Wohnstube den nötigen Schuss Frische. Diese Einschätzung
hat auch und gerade Bestand, wenn Konservative den Innenarchitekten
vorwerfen, verschwenderisch mit Plastik umzugehen der
Trend weist schlicht in diese Richtung.
Und selbst Kritiker jener Mode werden in diesem Fall durch
exzellente Funktionalität und Übersichtlichkeit
belohnt. Letzteres betrifft insbesondere Tacho und Drehzahlmesser,
deren Ziffern in klarer und großer Schrift auch Weitsichtige
problemlos erkennen dürften.
Das Punktekonto fütternd wirkt sich letztlich auch das
gewählte Karosserie-Format aus. Welch Glück, dass
es gerade angesagt ist, auch im Kleinwagenbereich Autos nach
dem Vorbild stattlicher Großraumlimousinen zu kreieren:
Wenngleich hoch bauende Fahrzeuge keine Asse bezüglich
der Fahrdynamik darstellen, was hier übrigens nicht gefragt
ist, gestehen sie den Passagieren selbst in ultrakompakter
Ausführung einen Mindestanspruch in Sachen Raumangebot
zu auch der kleine Japaner kann hier überzeugen.
Im Fond geht es naturgemäß enger zu, aber mehr
darf man kaum verlangen, schließlich misst der kleinste
Mazda keine vier Längenmeter. Dafür sitzt es sich
schön: Straffe Polster versprechen durchaus Sitzkomfort
und tatsächlich fühlt man sich im Zweier
auch nach mehreren hundert Kilometern Wegstrecke noch wohl.
Dazu trägt gleichermaßen das
Fahrwerk bei, welches mit langen Autobahnwellen prima klarkommt
und erst von kurzwelligen Querfugen aus der Fassung geworfen
wird; auf schlechter Piste neigt speziell der Vorderwagen
zum Stuckern. Entschädigt wird dies durch den munteren
Antritt des 1,6-Liters, dessen Performance allerdings maßgeblich
der kurzen Gesamtauslegung zu verdanken ist. Kultiviert, doch
vernehmlich arbeitet das Vierzylinder-Triebwerk, aber stört
die akustische Befindlichkeit erst kurz vor Drehzahlende.
Dann wird es Zeit für Übersetzungswechsel. Fünf
davon lässt die manuelle Box zu; sie gehen dank angenehm
führbarem Schalthebel sauber über die Bühne.
Genauso tadellos zieht der Zweier seine Bahnen auf freier
Piste und läuft dabei ohne besondere Korrekturen am Volant
brav geradeaus.
Ähnliche Problemlos flutschen größere Einkäufe
von der Hand: Bei Transporten zeigt sich nämlich die
praktische Seite, da wird Mazdas kleinster plötzlich
ganz groß. Zu den umklappbaren Elementen gehören
selbstverständlich Rücksitzbank und Beifahrersitzlehne.
Dann schluckt der Kompakte über 1.000 Liter Gepäck.
Mindestens sind es aber 268 Liter allemal genug für
den täglichen Gebrauch.
Gibts denn überhaupt was zu meckern?
Kopfairbags schlagen mit zusätzlichen 290 Euro (serie
bei der Top-Ausstattung) zu Buche, und ein elektronisches
Stabilitätsprogramm kostet in jedem Falle 520 Euro. Über
Sicherheitsstandards sollte nicht das Portemonnaie entscheiden.
Mindestens 14.390 Euro werden für den Mazda 2 1,6 fällig.
Er bietet immerhin Antiblockiersystem mit elektronischer Bremskraftverteilung,
Bremsassistent, Front- und Seitenairbags, elektrische Fensterheber
vorn, Radioanlage, Servolenkung sowie Zentralverriegelung
inklusive Funkfernbedienung. Die 1.400 Euro teurere Top-Variante
verfügt darüber hinaus über elektrisch einstell-
und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber
auch hinten, Leichtmetallräder und Nebelscheinwerfer.
Eine Klimaanlage kostet für alle Modelle 980 Euro Aufpreis,
außerdem verlangt der Hersteller 400 Euro für Metallic-Lack.
Dennoch, unterm Strich handelt Mazda seinen Kleinen zum fairen
Kurs, zumal der Japaner durchaus ohne Abstriche als vollwertiges
Alltags-Auto eingesetzt werden kann. Von ökonomischer
Natur sind denn auch die Verbrauchswerte: Zwischen sieben
und neun Liter Super fließen laut Werksangabe durch
die Leitungen des 100 PS-Benziners. Damit kann man leben.
Fazit:
Der Mazda 2 1,6 bestätigt den anhaltenden Trend: Auch
Kleinwagen dürfen inzwischen als erwachsene Vollwertlösungen
angesehen werden, die mehr können als Einkäufe im
nächsten Supermarkt erledigen. Akzeptables Platzangebot,
ein bisschen Komfort und vor allem der bezahlbare Preis lauten
die schlagkräftigen Argumente für den Baby-Mazda.
Und das schönste daran: Er hat endlich wieder ein eigenes
Gesicht.
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