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So
langsam lernen auch weniger autointeressierte
Menschen, dass die japanische Marke Lexus besonders
edle Fahrzeuge zu produzieren weiß. Mit
dieser Erkenntnis im Hinterkopf und dem Wissen,
dass SUV zivile, meist luxuriöse Geländewagen
für die Flaniermeile statt rauhe Gefilde
sind sowie um die mittlerweile weit verbreitete
Existenz dieser Gattung, dürfte der gemeine
Autobild-Leser selbst mit Audi-Q7-Brille zu einer
realistischen Einschätzung der RX-Reihe gekommen
sein. Ganz Ohne sind diese Allradler durchaus
nicht, sie können der SUV-Konkurrenz locker
das Wasser reichen, wenngleich ihre Erscheinung
geradezu zierlich anmutet. Kein Wunder, mit 1,845
m Breite fällt der Luxus-Japaner schmaler
als sämtliche Kollegen aus, was der Optik
gut tut und dem Platzangebot mitnichten schadet,
denn man reist im RX alles andere als eingepfercht;
viel Bein- und Kopffreiheit genießen die
Passagiere stattdessen, vor allem hinten zieht
man komfortabel durch die Lande, während
die Blicke durch das getönte Glas in die
Ferne schweifen.
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| Etwas
spacig wirkt der RX... |
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Derweil freut sich der Auserwählte
vorne links, die Geschicke darüber in den
Händen zu halten, wie er und seine Passagiere
selbst den Weg in die Ferne finden. Mit zwei Elektromotoren
und einem kräftigen V6 an Bord ist der RX
400h wahrlich gut gerüstet, um den täglichen
Kampf gegen die Fahrwiderstände erfolgreich
zu bestreiten.
Vorn ist es die Einheit aus 3,3-Liter Benziner
mit 211 PS und dem 167 PS leistenden E-Motor,
während die Hinterachse von einer 68 PS-E-Maschine
separat angetrieben wird. Das spart Gewicht und
Reibungsverluste, weil kein Mitteldifferenzial
erforderlich ist, das die Kraft beim konventionellen
Allradantrieb zwischen den beiden Achsen verteilt.
Dafür ist die Geländegängigkeit
durchaus als begrenzt zu bezeichnen, doch ein
Nobel-SUV gehört ja nicht in die Kiesgrube,
sondern auf den urbanen Asphalt. Und dort glänzt
das Hybrid-SUV mit ansehnlichen Fahrleistungen
und günstigem Kraftstoffkonsum. Im Gegensatz
zum Prius, der hauptsächlich Emissions- statt
Verbrauchsvorteile bietet, punktet der RX 400h
in dieser Disziplin kräftig.
So bietet der Wettbewerb tatsächlich kein
einziges Auto dieser Klasse, das bei ähnlicher
Fahr- und Motorleistung weniger oder gleich viel
Kraftstoff benötigt von den Emissionswerten
der ansonsten sparsamen Dieselmodelle ganz zu
schweigen. So nimmt ein potenter ML 320 CDI über
einen Liter mehr zwar preiswerteren Diesel zu
sich und lässt sich für den Sprint auf
100 Stundenkilometer aufs Zehntel genau eine Sekunde
mehr Zeit: Beim Lexus vergehen 7,6 Sekunden, beim
Mercedes sind es 8,6 Sekunden. Immerhin beherrscht
der Fahrer des RX 400h ganze 272 PS, ML 320 CDI-Eigner
müssen mit 224 PS auskommen. Freilich beschleunigten
die inzwischen auch lieferbaren Großkolben-Selbstzünder
à la Touareg V10 TDI oder ML 420 CDI dank
enormer Leistungen einen in den Autobahnverkehr
einfädelnden RX mit Hybrid in Grund und Boden,
doch hier sind die Verbrauchswerte durch die Bank
deutlich zweistellig, Regionen also, in die der
hier behandelte Japaner nichtmal mit Walter Röhrl
am Steuer geriete.
Nun genug der Theorie, wie fährt das exotische
SUV tatsächlich? Hybrid-Skeptikern sei gesagt,
dass es konventionell zugeht. Hier gestaltet sich
die Autorealität sogar noch etwas gewöhnlicher
als im Prius, wo der Getriebewählhebel längst
einem Joystick wich. Kleine Besonderheit: Nach
dem Start herrscht erst Ruhe; auch, wenn der mittig
angebrachte Hebel in Position "D" geschoben
wird, bleibt es still. Lautlos rollt der Geländewagen
an, kurz danach aber meldet sich der V6 gut vernehmlich
zu Wort unbedarfte werden kaum mitbekommen,
dass es sich um einen Hybriden handelt. Dieser
RX ist stets flink dabei, besonders zwischen 80
und 120 km/h prescht das Schiff unter niedergetretenem
Gaspedal mächtig gen Himmel. Die Übersetzungen
ändern sich stufenlos, hier kommt das gleiche
System zum Einsatz, welches auch im Prius zu finden
ist. Der Wandler entfällt, das Planetengetriebe
wird einerseits vom E-Motor, andererseits durch
den Verbrenner bedient. Kleiner Wermutstropfen:
Die begrenzte Rotationsgeschwindigkeit des Drehstromtriebwerks
erlaubt nicht mehr als 200 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit.
Das Problem ist längst gelöst, der GS
450h schafft 250 km/h, doch 200 Sachen sollten
für diese Fahrzeugkategorie mehr als genügen.
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| Leistungs-
statt Drehzahlskala im 400h |
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Und der Preis? Moderat wäre
übertrieben, doch man bemühte sich offensichtlich,
unterhalb der magischen 50.000 Euro-Grenze zu
bleiben. Demnach startet die Basis mit exakt 49.750
Euro und ist bereits weitgehend komplett ausgerüstet.
Front-, Kopf- und Seitenairbags zählen ebenso
wie Antiblockiersystem, elektronisches Stabilitätsprogramm
und Knieairbag für den Fahrer zur obligaten
Sicherheitsausstattung. Darüber hinaus wirkt
das neuartige und beim 400h serienmäßige
Dynamik-Management (VDIM) auf die Lenkung, falls
das Fahrzeug einmal auszubrechen droht.
Desweiteren erwarten den Eigner sämtliche
Spiegel mit automatischer Abblendung, elektrische
Fensterheber rundherum, Klimaautomatik, Leichtmetallräder,
Radioanlage inklusive CD-Wechsler, Regensensor,
elektrisch verstellbare Sitze, Tempomat, Xenonscheinwerfer
sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.
Die 4.550 Euro teurere Executive-Line enthält
überdies eine elektrische Heckklappe, Kurvenlicht
und Ledersitze inklusive Sitzheizung sowie Memory-Speicher
für die Verstellung. In den Genuss einer
DVD-Navigation kommt der Käufer gegen weitere
4.450 Euro; dann allerdings gibt es auch eine
Heckkamera und das bekannte Soundsystem des amerikanischen
Herstellers Mark-Levinson.
Fazit: Der
Lexus RX 400h ist eine erfrischende Alternative
im SUV-Segment zum fairen Kurs. Wer Technik liebt,
ordentliche Performance mag und nicht zuletzt
die Ressourcen der Umwelt und jene seines eigenen
Geldbeutels schonen möchte, liegt mit dem
Hybrid-Geländewagen goldrichtig. Allein im
Gelände gibt es härtere Burschen, doch
diese Disziplin kann hier ruhigen Gewissens ausgeklammert
werden.
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