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Fahrberichte & Tests
 
Lexus RX 400h Front, Innenraum

SPAR-MONSTER

Hybrid ist in, Hybrid ist im Gespräch und inzwischen sogar in TV-Werbespots zu sehen. Vor allem Lexus klotzt statt kleckert bei diesem Zukunftsthema, das jedoch kontinuierlich die Gegenwart zu prägen beginnt. Fahrbericht vom RX 400h.

So langsam lernen auch weniger autointeressierte Menschen, dass die japanische Marke Lexus besonders edle Fahrzeuge zu produzieren weiß. Mit dieser Erkenntnis im Hinterkopf und dem Wissen, dass SUV zivile, meist luxuriöse Geländewagen für die Flaniermeile statt rauhe Gefilde sind sowie um die mittlerweile weit verbreitete Existenz dieser Gattung, dürfte der gemeine Autobild-Leser selbst mit Audi-Q7-Brille zu einer realistischen Einschätzung der RX-Reihe gekommen sein. Ganz Ohne sind diese Allradler durchaus nicht, sie können der SUV-Konkurrenz locker das Wasser reichen, wenngleich ihre Erscheinung geradezu zierlich anmutet. Kein Wunder, mit 1,845 m Breite fällt der Luxus-Japaner schmaler als sämtliche Kollegen aus, was der Optik gut tut und dem Platzangebot mitnichten schadet, denn man reist im RX alles andere als eingepfercht; viel Bein- und Kopffreiheit genießen die Passagiere stattdessen, vor allem hinten zieht man komfortabel durch die Lande, während die Blicke durch das getönte Glas in die Ferne schweifen.

Lexus RX 400h Heck, Rückleuchten
 
Etwas spacig wirkt der RX...
 

Derweil freut sich der Auserwählte vorne links, die Geschicke darüber in den Händen zu halten, wie er und seine Passagiere selbst den Weg in die Ferne finden. Mit zwei Elektromotoren und einem kräftigen V6 an Bord ist der RX 400h wahrlich gut gerüstet, um den täglichen Kampf gegen die Fahrwiderstände erfolgreich zu bestreiten.
Vorn ist es die Einheit aus 3,3-Liter Benziner mit 211 PS und dem 167 PS leistenden E-Motor, während die Hinterachse von einer 68 PS-E-Maschine separat angetrieben wird. Das spart Gewicht und Reibungsverluste, weil kein Mitteldifferenzial erforderlich ist, das die Kraft beim konventionellen Allradantrieb zwischen den beiden Achsen verteilt.
Dafür ist die Geländegängigkeit durchaus als begrenzt zu bezeichnen, doch ein Nobel-SUV gehört ja nicht in die Kiesgrube, sondern auf den urbanen Asphalt. Und dort glänzt das Hybrid-SUV mit ansehnlichen Fahrleistungen und günstigem Kraftstoffkonsum. Im Gegensatz zum Prius, der hauptsächlich Emissions- statt Verbrauchsvorteile bietet, punktet der RX 400h in dieser Disziplin kräftig.

So bietet der Wettbewerb tatsächlich kein einziges Auto dieser Klasse, das bei ähnlicher Fahr- und Motorleistung weniger oder gleich viel Kraftstoff benötigt – von den Emissionswerten der ansonsten sparsamen Dieselmodelle ganz zu schweigen. So nimmt ein potenter ML 320 CDI über einen Liter mehr zwar preiswerteren Diesel zu sich und lässt sich für den Sprint auf 100 Stundenkilometer aufs Zehntel genau eine Sekunde mehr Zeit: Beim Lexus vergehen 7,6 Sekunden, beim Mercedes sind es 8,6 Sekunden. Immerhin beherrscht der Fahrer des RX 400h ganze 272 PS, ML 320 CDI-Eigner müssen mit 224 PS auskommen. Freilich beschleunigten die inzwischen auch lieferbaren Großkolben-Selbstzünder à la Touareg V10 TDI oder ML 420 CDI dank enormer Leistungen einen in den Autobahnverkehr einfädelnden RX mit Hybrid in Grund und Boden, doch hier sind die Verbrauchswerte durch die Bank deutlich zweistellig, Regionen also, in die der hier behandelte Japaner nichtmal mit Walter Röhrl am Steuer geriete.

Nun genug der Theorie, wie fährt das exotische SUV tatsächlich? Hybrid-Skeptikern sei gesagt, dass es konventionell zugeht. Hier gestaltet sich die Autorealität sogar noch etwas gewöhnlicher als im Prius, wo der Getriebewählhebel längst einem Joystick wich. Kleine Besonderheit: Nach dem Start herrscht erst Ruhe; auch, wenn der mittig angebrachte Hebel in Position "D" geschoben wird, bleibt es still. Lautlos rollt der Geländewagen an, kurz danach aber meldet sich der V6 gut vernehmlich zu Wort – unbedarfte werden kaum mitbekommen, dass es sich um einen Hybriden handelt. Dieser RX ist stets flink dabei, besonders zwischen 80 und 120 km/h prescht das Schiff unter niedergetretenem Gaspedal mächtig gen Himmel. Die Übersetzungen ändern sich stufenlos, hier kommt das gleiche System zum Einsatz, welches auch im Prius zu finden ist. Der Wandler entfällt, das Planetengetriebe wird einerseits vom E-Motor, andererseits durch den Verbrenner bedient. Kleiner Wermutstropfen: Die begrenzte Rotationsgeschwindigkeit des Drehstromtriebwerks erlaubt nicht mehr als 200 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit. Das Problem ist längst gelöst, der GS 450h schafft 250 km/h, doch 200 Sachen sollten für diese Fahrzeugkategorie mehr als genügen.

Lexus RX 400h Innenraum
 
Leistungs- statt Drehzahlskala im 400h
 

Und der Preis? Moderat wäre übertrieben, doch man bemühte sich offensichtlich, unterhalb der magischen 50.000 Euro-Grenze zu bleiben. Demnach startet die Basis mit exakt 49.750 Euro und ist bereits weitgehend komplett ausgerüstet. Front-, Kopf- und Seitenairbags zählen ebenso wie Antiblockiersystem, elektronisches Stabilitätsprogramm und Knieairbag für den Fahrer zur obligaten Sicherheitsausstattung. Darüber hinaus wirkt das neuartige und beim 400h serienmäßige Dynamik-Management (VDIM) auf die Lenkung, falls das Fahrzeug einmal auszubrechen droht.
Desweiteren erwarten den Eigner sämtliche Spiegel mit automatischer Abblendung, elektrische Fensterheber rundherum, Klimaautomatik, Leichtmetallräder, Radioanlage inklusive CD-Wechsler, Regensensor, elektrisch verstellbare Sitze, Tempomat, Xenonscheinwerfer sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.
Die 4.550 Euro teurere Executive-Line enthält überdies eine elektrische Heckklappe, Kurvenlicht und Ledersitze inklusive Sitzheizung sowie Memory-Speicher für die Verstellung. In den Genuss einer DVD-Navigation kommt der Käufer gegen weitere 4.450 Euro; dann allerdings gibt es auch eine Heckkamera und das bekannte Soundsystem des amerikanischen Herstellers Mark-Levinson.

Fazit: Der Lexus RX 400h ist eine erfrischende Alternative im SUV-Segment zum fairen Kurs. Wer Technik liebt, ordentliche Performance mag und nicht zuletzt die Ressourcen der Umwelt und jene seines eigenen Geldbeutels schonen möchte, liegt mit dem Hybrid-Geländewagen goldrichtig. Allein im Gelände gibt es härtere Burschen, doch diese Disziplin kann hier ruhigen Gewissens ausgeklammert werden.

 



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