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| Potente
Größe der LS zeigt Masse |
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Wolke Acht
Seidenweicher
Antrieb, die überkomplette Ausstattung sowie ein klarer
Preisvorteil gegenüber den deutschen Wettbewerbern sind
bereits seit ihrer Einführung im Jahre 1989 Merkmale
der großen japanischen Luxuslimousine von Lexus. Die
letzte Ausbaustufe des Flaggschiffs glänzt mit Sechsgangautomatik,
adaptivem Kurvenlicht und Rückfahrkamera.
Große Töne
gab der Lexus LS noch nie von sich. Vor fünfzehn Jahren,
als er die deutsche Bühne betrat, nicht und heute
ebenso wenig. Diese Eigenschaft ist durchaus von einer gewissen
Doppeldeutigkeit geprägt: Zum einen geht es um den äußeren
Auftritt; hier bemühen sich die hiesigen Mitstreiter
seit je her, mehr oder weniger dezent auf den gesellschaftlichen
wie finanziellen Status des Oberklassen-Eigners aufmerksam
zu machen, was ihnen ja mit Hilfe des Images gelingt
schließlich sollen die anderen Verkehrsteilnehmer ja
merken, mit wem man es zu tun hat. Beim LS leiten aufmerksame
Naturen die Fahrzeugklasse allenfalls von den geschätzten
Abmessungen und der häufig zum Kritikpunkt gemachten
optischen Nähe zur Mercedes S-Klasse der Baureihe W 140
ab wirklich bekannt ist der Gleiter nur eingefleischten
Autokennern. Die damit verbundene Image-Schwäche avanciert
so zur Stärke des Luxusliners.
Zum anderen darf man die obige Aussage getrost wörtlich
nehmen. Jenes urspezifische Feld einer großen Limousine,
nämlich der Fahrkomfort und das damit zusammenhängende
Geräuschniveau, beherrschen die Japaner mit ihren Flaggschiff
so virtuos, dass unsere heimischen Ingenieure den Hut ziehen.
Denn die japanischen Kollegen haben gezeigt: Sie kopieren
nicht, sondern verbessern bereits bestehende Lösungen.
Groß dimensionierte Fauteuils in
weich gehaltenem Leder erwarten den Passagier beim Einstieg
in das Fünfmeter-Schiff. Bei Laune halten ihn mit Schaltern
nicht zu knapp ausstaffierte Konsolen sowie ein dank Wurzelholz-Einlagen
luxuriöses, aber doch sachliches Flair ein bisschen
Schwaben kann die japanische Nobel-Limousine dann doch nicht
verleugnen. Das befürchtete Szenario der Bedienungsproblematik
bleibt so zeigt die Praxis aus. Nach kurzer
Eingewöhnung hat man den wichtigsten Teil jener geheimnisvoll
scheinenden Taster, welche Klimaautomatik, Radioanlage und
weitere Funktionen wie beispielsweise das elektrische Heckscheibenrollo
oder die Fahrwerkcharakteristik ansteuern, durchdrungen.
Platz ist in Hülle und Fülle vorhanden vorne
wie hinten. Wahrer Sitzkomfort endet hier jedoch noch lange
nicht. Demnach sind von Sitzheizung über Sitzbelüftung
vorn bis hin zur Massagefunktion im Fond (President-Line,
8.300 Euro Aufpreis) alle Schikanen an Bord, die man sich
für die entspannte Fortbewegung nur wünschen kann.
Das Qualitätsbild macht überdies einen tadellosen
Eindruck sowohl haptisch als optisch.
Glanznummer des Lexus LS war und ist
das Kapitel Antrieb. Zentrale Rolle spielt hierbei das seidenweich
und äußerst leise laufende Aggregat. Wird der 4,3-Liter-Vierventiler-V8
zum Leben erweckt, schadet ein Blick auf den Drehzahlmesser
nicht, um zu kontrollieren, ob das Triebwerk seine Arbeit
auch wirklich aufgenommen hat. Große Laute gibt der
Motor auch unter Last nicht von sich. Beim Ausdrehen wummert
es gut gedämpft aus Richtung Haube. Windgeräusche
sind der Luxuskarosse ebenso fremd wie Maschinenlärm,
wozu die klassenbeste Aerodynamik ihren guten Teil beiträgt.
So stehen Fahrleistung und Akustik in einem befremdlichen
Unverhältnis zueinander; die kräftige Beschleunigung
immerhin erreicht der LS einhundert Stundenkilometer
deutlich unter sieben Sekunden will man ob des leisen
Motors gar nicht so recht wahrnehmen, und hohe Tempi setzt
der größte Lexus zumindest gefühlsmäßig
spielend herab wer die Oberklasse als Ruhetempel bezeichnet,
übertreibt keineswegs. Besonders geringe Abrollgeräusche
krönen das wie auf Samtpfoten daherschleichende Topmodell.
So gut brachte schon die erste Ausbaustufe des LS 430 seine
Reisegäste von Ort zu Ort.
Neu hingegen ist das Automatikgetriebe,
welches jetzt über sechs Fahrstufen verfügt, der
alten Box in Sachen Schaltkomfort weder nachsteht noch überlegen
ist. Marketingtechnisch wurde die Aufrüstung nötig;
schließlich will man sich nicht nachsagen lassen, der
Konkurrenz, die durchweg ebenso viele Gänge aufzubieten
hat, hinterherzuhinken. Aber sie hilft auch, strengere Abgashürden
zu nehmen und den Benzinverbrauch geringfügig zu senken.
Denn je mehr Gänge zur wahl stehen, desto häufiger
bewegt man sich naturgemäß in günstigen Drehzahlbereichen.
Übersetzungswechsel erfolgen selbst unter vollem Leistungseinsatz
mit vorbildlicher Sänfte. Überhaupt ist Hektik nicht
das Thema dieses Automaten; er beherrscht es vielmehr, spontan
und vor allem zum richtigen Zeitpunkt die passenden Gänge
bereitzustellen.
Die serienmäßige Luftfederung rundet den Bereich
Fahrkomfort positiv ab. Sie schluckt sowohl lange Bodenwellen
als auch kurze Querfugen mit souveräner Gelassenheit.
Mittels Knopfdruck lässt sich der Dämpfung einen
sportlichen Touch verpassen. Zwar wird der LS so merklich
straffer, allerdings steht ihm die komfortable Auslegung besser
zu Gesicht für schnelle Kurvenjagden gibt es gewiss
geeignetere Autos.
Äußerlich gibt sich das Modelljahr
2004 durch leichte Retuschen zu erkennen: Zweifarbig gehaltene
Rückleuchten sorgen in Verbindung mit den nun sichtbaren
Auspuffendrohren für mehr Jugendlichkeit, und weit bis
in die Kotflügel reichende Scheinwerfer verleihen der
Limousine einen dynamischen Auftritt. Diese scheinen jetzt
übrigens auch in die Kurve hinein sogar frei Haus.
Ebenfalls Einzug hielt die bei anderen Produkten des Herstellers
längst zum Einsatz kommende Rückfahrkamera. Ferner
dürfen noch nicht Autotelefon-Erprobte ihre Twincard
getrost liegen lassen. Denn über die serienmäßige
Blue-Tooth-Schnittstelle kommuniziert das Handy mit der eingebauten
Freisprecheinrichtung vorausgesetzt, man verfügt
über frische Mobilfunk-Technik.
Nach wie vor aktuell ist die Tatsache, dass der LS-Kunde für
viel Geld noch mehr Auto bekommt und zwar hängt
der Japaner in dieser Disziplin alle Mitbewerber locker ab.
Platz für Individualisierung bleibt kaum noch. Ganze
drei Sonderausstattungen stehen dem Interessenten zur Auswahl.
Hierzu zählen das elektrische Schiebedach (1.300 Euro),
DVD-Navigationssystem inklusive Soundsystem und Heckkamera
für 4.700 Euro und die sogenannte President-Line, welche
elektrisch einstellbare Fondsitze mit Massagefunktion und
ein Kühlfach in der Rückenlehne für satte 8.300
Euro enthält.
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Zwei Auspuffrohre
für dezente Sportlich-
keit |
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Ansonsten ist alles drin, drum und dran.
Da muss über Antiblockiersystem und Fahrdynamikregelung
kaum diskutiert werden; ebenso wenig fehlen Kopf-, Seiten-
sowie Frontairbags, und natürlich ist der Knieairbag
an Bord. Elektromotoren verstellen alles, was nicht niet-
und nagelfest ist das betrifft Spiegel, Sitze, Lenkrad,
Heckscheibenrollo und die Fensterheber vorne wie hinten. Daneben
gibt es Sensoren für Licht, Regen und Reifenluftdruck.
Selbstverständlich sind sämtliche Spiegelflächen
abblendbar; außerdem verfügt der LS über Alarmanlage,
Bordcomputer, Klimaautomatik, vorn und hinten beheizte sowie
vorn belüftete Ledersitze, Leichtmetallräder, Radioanlage
inklusive CD-Wechsler, Tempomat und Xenonlicht.
Wünsche nach mehr Luxus kommen demnach selten auf. Ein
grundausgestatteter Lexus LS 430 kostet 72.000 Euro, besser
könnte das Preis-Leistungsverhältnis gar nicht ausfallen.
Dennoch seien Schnäppchenjäger gewarnt ein
billiges Vergnügen ist der Luxusliner keineswegs. Allein
der Spritverbrauch (8,5 bis 16,3 Liter auf 100 km) dürfte
Knausern Tränen in die Augentreiben, wobei der Wert angesichts
Leistung und Gewicht überaus angemessen erscheint.
Fazit:
Der aktualisierte Lexus LS 430 wird dem Ruf und dem
Prospekt gerecht; in ihm herrscht Ruhe, unabhängig von
der Lebenslage. Dabei spielt er preislich gesehen eine ganze
Liga tiefer nur in Sachen Image kann er es mit den
Wettbewerbern aus Stuttgart, München und Ingolstadt nicht
aufnehmen, so sehen es zumindest die meisten Autofahrer, welche
nicht zur Zielgruppe gehören. Damit muss man wohl leben.
Januar 2004
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