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Fahrberichte & Tests
 
Lexus IS 250C, Front, Innenraum, Scheinwerfer
Lexus LS 600h Frontansicht

1. Luxuriöse Wohnstube mit allerhand Knöpfchen...

2. So ein bisschen SC kann der IS 250 C nicht leugnen...

3. Feine Ledersessel garantieren für Sitzkomfort...

4. Klappe auf: Per Schalter öffnet sich der Lexus vollautomatisch

 

Der Lexus IS 250C im Test
Brisenfest
Der Lexus IS 250 C ist ein feiner Vertreter der offenen Mittelklasse mit überaus kultiviertem Antrieb und satter Ausstattung. Wer schon immer nach einer exotischen Alternative zum Dreier oder A5 Cabrio gesucht hat, liegt mit dem Japaner goldrichtig. Autotipp.

Wer hierzulande Produkte des Toyota Konzerns erwerben will – jedenfalls gilt das für Autos –, sollte sich eher auf funktionsorientierte Ware gefasst machen. Oder doch nicht? Moment, ein Cabrio zumindest gibt es im Programm, wenngleich der schöne Lexus SC mit dem sahnigen V8 inzwischen auslief. Nachgerückt ist dafür der IS C, der zwar zwei Stufen unter jenem Klassiker liegt und auch nicht mit nahezu 300 PS baggert, aber doch zweifellos eine feine Wahl darstellt. Optisch trifft das Blechdach-Cabrio die typische Lexus-Designsprache punktgenau; gediegen-luxuriös rollt der Mittelklässler aus dem Showroom und sieht einerseits locker nach einem Segment höher aus, während er andererseits keineswegs protzt und eher den unauffälligen Gentlemen gibt. Das Hinterteil darf als gelungen bezeichnet werden, was ja bei den offenen Fahrzeugen mit Metallverdeck durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. Ein charakteristisch geprägter Kofferraumdeckel lässt die Heckpartie graziler und den luftigen IS alles andere als klobig wirken. Aus den beiden Sicken am Rande der Klappe entspringt eine durch zwei Falzen begrenzte, abgeflachte Linie, die sich auf Höhe der konturierten Motorhaube wieder verliert. Die hohe Gürtellinie sowie schmale Fenster verleihen der Fuhre eine gewisse Solidität.

 

Hier spielt Komfort die größere Rolle als beispielsweise Sportlichkeit. Diesen Eindruck vermittelt auch der flüsterleise agierende Sechszylinder. Es dürfte schwierig sein, einen Benziner dieser Rangordnung mit besserer Laufkultur zu finden. In Sachen Performance allerdings übt sich der 2,5-Liter ebenfalls in Zurückhaltung. Ganze 208 Pferdchen notiert das Papier – ein Wert, den man allenfalls spürt, wenn die Nadel des Drehzahlmessers dem Skalenende entgegenstrebt. Im unteren Bereich geht es eher gemütlich zu, wobei der Japaner nicht als untermotorisiert durchgeht. Zum Cruisen reicht es allemal, und bei schwerem Gasfuß erreicht die Tachoanzeige auch locker die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 210 Sachen. Mit einer werksseitig bezifferten Beschleunigung von 9,3 Sekunden für den Standard-Sprint auf 100 km/h bestätigt die Datenkarte das Fahrgefühl. Für kräftige Zwischenspurts muss man die weich arbeitende Sechsgang-Wandlerautomatik eben mal einen oder notfalls auch zwei Gänge zurückschalten lassen, was sie bei entsprechender Pedalbewegung auch prompt tut. Sobald man zum milden Fahrstil zurückkehrt, bekennt sich die Box wieder zu den großen Gängen, die sie in der Regel früh aufsucht.

 

Und wie macht sich der Lexus so als Frischluft-Spender? Er polarisiert die Cabrio-Freaks, denn die Brise bleibt eher mild. Man muss schon zügig und vor allem mit heruntergelassenen Seitenscheiben fahren, damit die Köpfe den Wind erleben. Demnach mimt der Edel-Asiate den vornehmen Partner im rauen Äther – komplizierte Frisuren bleiben garantiert erhalten, zumindest bei Tempi diesseits der 120 Stundenkilometer. Dazu trägt insbesondere die weit vorgezogene Frontscheibe bei. Auf den Fondplätzen geht es freilich turbulenter zu, aber die eignen sich naturgemäß nicht so gut für lange Strecken – die Kniefreiheit ist hier nämlich begrenzt. Und weil das noble Cabrio die Insassen vorn auch bei offener Fahrt so gut schützt, kann man locker weite Reisen ohne Dach bestreiten. Könnte man, muss es eher heißen, denn Touren oben ohne setzen eine bestimmte Sparsamkeit bei der Gepäckmitnahme voraus, weil das Ladeabteil in diesem Fall weitgehend von der Verdeckkonstruktion in Beschlag genommen wird. Also erst geschlossen ins Hotel, Auto ausladen und dann auf Entdeckungsreise gehen. Letzteres gilt auch für den Innenraum und die Armaturen, die sich – typisch für japanische Verhältnisse – gespickt mit Knöpfchen und Schaltern präsentieren.

 

Nach kurzer Eingewöhnung indes bedient man alles recht treffsicher; das Prinzip (dass es eigentlich keines gibt) der Anordnung sämtlicher Taster zeigt dem Europäer auf sympathische Weise, dass auch noch andere Kulturen existieren als die deutsche Ordnung. Natürlich bleibt dem Interessenten die typische Digitaluhr nicht vorenthalten – und deren LED-Segmente erstrahlen auch im 21. Jahrhundert noch in einem frischen Grün. Gestartet wird per Knopfdruck – aha, also doch in der Jetzt-Zeit angekommen. Freilich lächelt die Passagiere bei Bedarf ein großer Touchscreen an, der den Bedienungskomfort erhöht. Komfort – sogar eine ganze Menge davon – spenden auch die besonders anschmiegsamen Ledersitze; und die passen wunderbar zum gediegenen Interieur mit dezenter Holztäfelung. Schnörkellose Rundinstrumente nach klassischer Manier informieren ohne Schnickschnack über Drehzahl und Tempo. Beim Volant sparten die Verantwortlichen sich das Holz, dafür bekommt es die eine oder andere Taste ab und ist schön griffig. Einige Ablagen samt Cupholder vorn und großem Fach in der Armlehme untermauern den Eindruck: Dieser Hecktriebler ist in vollem Maße alltagstauglich. Dabei denkt man beim Studium der Preisliste, er sei nur etwas für besondere Tage.

 

Schließlich sind 49.650 Euro nicht gerade ein Pappenstiel – allerdings hat es die Serienausstattung in sich, wie sollte es bei Lexus auch anders sein. Alarmanlage, Antiblockiersystem, Front-, Knie-, Kopf- und Seitenairbags, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel mit automatischer Abblendung, Bordcomputer, elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Leichtmetallräder, Radioanlage mit CD-Wechsler, Parksensor, schlüsselloses Schließsystem, elektrisch verstellbare Sitze, Sitzheizung, elektronisches Stabilitätsprogramm, Tempomat sowie vollautomatisches Verdeck sind nur ein Auszug. Die 3.700 Euro teurere "Luxury Line" bringt darüber hinaus Kurvenlicht, Sitzbelüftung und Xenonlicht mit, während das Navigationssystem für weitere 2.900 Euro bestellt werden muss. Zu dessen Funktionsumfang gehören eine große Festplatte, Parkassistent sowie Rückfahrkamera. Wer Sonderlacke möchte, muss 720 Euro extra berappen, und Luxury Line-Kunden können auch eine aktive Geschwindigkeitsregelung inklusive Pre-Crash-System bestellen – hier werden noch einmal 3.500 Euro fällig. Bleibt allein der digitale Radioempfang: Gibt es für vergleichsweise moderate 420 Euro. Lexus hat eben doch seinen Preis – aber er ist ihn wert.

 

Fazit: Ein mildes Gefährt in allen Hinsichten – der Lexus IS 250 C verfügt über einen seidenweichen Antrieb; der moderne 2,5-Liter-Direkteinspritzer ist weniger auf Performance ausgerichtet, was schon auf den ersten Metern offenbar wird. Fahrkultur steht hier an erster Stelle, weshalb auch der Wind selbst bei zügiger und offener Fortbewegung nur schwer Zugang in das Innenleben des Japaners findet. So lässt es sich selbst im Sturm bei einem innen lauen Lüftchen aushalten.



 
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