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auf Kurvenfahrt |
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Mittlerer Landadel
Obwohl
der Discovery nicht die Spitze im Luxus-Geländewagen-Segment
markiert, hat der Hersteller mit der dritten Generation ganz
schön aufgefahren. Nicht zuletzt zeigt auch sein Preis,
woher der Wind weht.
Der Discovery ist ein Typ mit vielen Eigenschaften,
die im verborgenen blühen. Äußerlich gibt
er sich einfach-rustikal; hier wird Understatement größer
geschrieben als beim Bruder Range, der mit seinem majestätischen
Auftreten gänzlich in die Vollen greift. Doch schon seit
Einführung des ersten Discovery gibt es jenen luxuriös
angehauchten Geländewagen auch mit feinem V8-Motor. Für
die rauhe Arbeitswelt, in der automobile Leckerli nichts zu
suchen haben, steht ein Diesel zur Verfügung, welcher
das britische Vergnügen erheblich preiswerter gestaltet.
Das hat sich bis heute nicht geändert so gibt
es den TD V6 schon vergleichsweise günstig für 38.500
Euro (S-Version), während der V8-Benziner erst ab der
besser ausgestatteten SE-Version lieferbar ist und mit einem
Grundpreis von 52.300 Euro ein deutliches Zeichen setzt.
Not leiden indessen muss im Disco niemand, so bietet auch
die Basis schon Front-, Seiten- und Kopfairbags, Antiblockiersystem,
elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Bergabfahrkontrolle,
elektronisches Stabilitätsprogramm, elektrische Fensterheber
vorn und hinten, Klimaanlage, Leichtmetallräder, Radioanlage
mit CD-Player sowie Zentralverriegelung inklusive Funkfernbedienung.
Doch wahrer Luxus ist bekanntlich jener,
den man nicht sieht. Darum schließlich bemühten
sich die Designer bei der ersten kompletten Land Rover-Neuentwicklung,
seit die britische Traditionsmarke unter dem Zepter der Ford
Motor Company steht.
So stand Kontinuität auf der Tagesordnung; die Außenhaut
wurde merklich gestrafft, aber der Discovery III tritt in
die Fußstapfen seines Vorgängers. An der zweistufigen
Dachlinie wurde demnach nicht gerüttelt, an der markanten
Linienführung des Heckfensters ebenso wenig.
Eine kantige Erscheinung ist er außerdem nach wie vor,
wenngleich der aktuelle Jahrgang wesentlich konturierter und
daher letztlich auch moderner anmutet. Und moderner ist er
wahrlich geworden, vor allem unter dem Blech. Für eine
besonders steife Karosserie sorgt ein neues Konzept, welches
das altbewährte Rahmenprinzip mit Elementen aus dem Bereich
der selbsttragenden Lösungen kombiniert. Dem Ziel der
Gewichtsreduktion kommt zudem der Einsatz von Aluminium entgegen
leicht ist der Discovery mit 2,5 bis 2,7 Tonnen Leergewicht
dennoch kaum geworden.
Ebenfalls runderneuert zeigt sich das Fahrwerk; die einstigen
Starrachsen wichen vierfacher Einzelradaufhängung, was
auf der Strasse deutlich mehr Komfort für die Passagiere
bedeutet und natürlich im Gelände Fortschritte erzielt,
nicht zuletzt wegen der nun besseren Achsverschränkung.
Gedämpft wird entweder per Stahl oder Luft (ab SE-Ausführung).
Eine Vielzahl elektronischer Helferlein sorgen dafür,
dass der schwere Offroader möglichst flink über
Stock und Stein wandert. Erstmals neu im Einsatz ist das sogenannte
"Terrain Response"-System (ebenfalls ab SE), das
die ohnehin vorhandenen Regelsysteme wie ABS, ESP und HDC
nutzt, aber auch Einfluss auf die Kennlinie der Luftfederung,
das Automatikgetriebe (falls vorhanden) sowie das serienmäßige
sperrbare Mitteldifferenzial und den damit zusammenhängenden
Allradantrieb ausübt und die Komponenten an die jeweiligen
Fahrverhältnisse anpasst. Gegen 750 Euro Aufpreis lässt
sich auch das Hinterachs-Differenzial sperren die entsprechende
Steuerung wird ohne Frage auch in die Regelautomatik des Terrain-Response-Systems
eingebunden.
Doch angesichts der Tatsache, dass selbst leistungsfähige
Geländewagen eine gute Figur auf der Flaniermeile sowie
im Langstreckeneinsatz abgeben, gehören natürlich
auch Fahrkomfort und Interieur-Anmutung zu einem der hier
behandelten Schwerpunkte.
Die vorzüglichen Reisequalitäten dieses Land Rover
werden übrigens schnell offenbar, da muss man nicht erst
eine Marathon-Tour absolviert haben. Das wuchtige Cockpit
der soliden Machart empfängt den 4x4-verwöhnten
Einzelkämpfer ebenso willkommen wie die Karrierefrau
mit Hang zum Lifestyle. Vorn bietet der Disco die Aussicht
eines Jäger-Hochsitzes gepaart mit der Raumfreiheit der
Business-Klasse. Fürstliche Platzverhältnisse jedoch
herrschen keinesfalls nur vorn, sondern auch im Fond vor;
demnach dürften sich zwei Personen nicht lange bitten
lassen, falls sie einmal zur Mitnahme eingeladen werden sollten.
Allein der dritte Fahrgast muss diesbezüglich mit Abstrichen
leben, was wohl in der Natur der Sache liegt. Gegen 1.400
Euro Aufpreis verwandelt sich der Discovery gar in einen Siebensitzer
allerdings geht es auf den zwei zusätzlichen Sitzen
samt Kopfairbags etwas enger zu.
Das Gestühl selbst gehört zur
besseren Sorte mit angemessener Konturierung und komfortabler
Polsterung. Besonderen Langstrecken-Spaß verspricht
neben der Fahrgastzelle insbesondere auch der von Jaguar beigesteuerte
und für den Discovery modifizierte V8 mit 4,4 Litern.
Neben dem Hubraumplus von 200 Kubikzentimetern weist das Triebwerk
auch einen veränderten Drehmomentverlauf sowie ein geringfügig
höheres Spitzendrehmoment als der Basismotor auf.
Zusammen mit der Sechsgangautomatik sorgt die Antriebseinheit
für behändes, aber keineswegs hektisches Fortkommen.
Schließlich wollen runde zweieinhalb Tonnen erstmal
in die Vertikale geschoben werden.
Hemdsärmeliger in den Manieren gibt sich der wesentlich
preiswertere Diesel ebenfalls eine Anleihe; jenes 2,7-Liter-V6-Triebwerk
entstammt der Zusammenarbeit von Ford und PSA.
Wer den TD V6 bestellt, erntet statt feinem Säuseln leises
Diesel-Schnarren, und der Vortrieb geht gemächlicher
vonstatten. An der Tankstelle versaut der Selbstzünder
dem Kraftbolzen aus dem Otto-Lager dann wieder den Schnitt,
denn bei runden elf Litern Verbrauch im Mittel muss der V6
erst nach rund 800 Kilometern an die Zapfsäule, während
der V8 gute 200 km früher Energie-Nachschub benötigt.
Fazit: Der aktuelle Discovery
ist ein nobler Allround-Begleiter für schweres Gelände,
für die Langstrecke, aber auch für Spaß und
Freizeit nahe der Einkaufstrasse. Er ist der Range für
den kleinen Mann, aber keineswegs ein billiges Vergnügen.
Für seinen Preis indessen bekommt der Kunde wahrlich
viel geboten. Die erste völlige Neuentwicklung von Land
Rover unter Ford-Regie jedenfalls darf einen gelungenen Einstand
feiern.
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