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Auch
der kleinste Lancia gibt sich qua Kühlergrill
eindeutig zu erkennen |
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Edel-Klein
Luxusliebhaber,
die allerdings weder ausladende Karossen bewegen noch horrende
Preise zahlen möchten, sind bei Lancia der Edelmarke
des Fiat-Konzerns schon seit Mitte der Achtzigerjahre
gut aufgehoben: Einst war es der Y10, welcher Anspruchsvolle
Kleinwagenfahrer begeisterte, später der Y, und nun heißt
jener Edelmini Ypsilon, befindet sich auf dem aktuellen Stand
der Technik, sieht chic aus und sorgt hoffentlich für
viele Verträge. Der erste Eindruck zumindest fällt
erfreulich aus.
Wer sagt denn, dass Luxus
immer groß und teuer sein muss? Jene, die es bisher
geglaubt haben, sollen nun eines Besseren belehrt werden.
Zwar jährt sich das Phänomen der kleinen Nobel-Lancias
mit dem Y schon bald zum zwanzigsten Mal, doch so richtig
bekannt ist es nicht. Da bietet sich der noch recht junge
Modellwechsel geradezu an, abermals hinzuschauen: Und so entpuppt
der neue Lancia sich schon äußerlich als ein wahrlich
gelungenes Werk automobiler Designkunst. Tropfenförmige
Scheinwerfer samt markentypischem Chrom-Kühlergrill sorgen
für wohl dosierte Herstelleridentität und verströmen
ein wenig Noblesse. Markant auch die Heckpartie mit ihren
grazilen zum Teil von der Kofferraumklappe gebildeten
C-Säulen, welche von beiden Schlussleuchten als
zurückspringende, schräggesetzte Elemente nach unten
abgeschlossen werden. Die Seitenlinie ist geprägt von
einer nahezu durchgängigen, mittig angeordneten Sicke;
ferner stehen ihr die massiv anmutenden Bügeltürgriffe
gut zu Gesicht.
Selbstverständlich steht das Thema Luxus auch im Innenraum
mehr oder weniger auf der Tagesordnung. So glänzt speziell
die Topausstattungslinie "Platino" mit exklusiv
wirkenden Ledersitzen auf Wunsch zweifarbig gehalten.
Daneben gesellen sich zur ohnehin reichhaltigen Ausstattung
Features wie Tempomat, Zweizonen-Klimaautomatik und sogar
ein hochwertiges Soundsystem der Firma Bose.
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Edles
Ambiente im
Innenraum |
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Interessenten für das Basismodell
mögen sich dadurch nicht abgeschreckt fühlen. Auch
sie reisen in einer durchaus attraktiv ausstaffierten Fahrgastzelle;
hochwertige Materialien, welche zudem ordentlich verarbeitet
wurden, dominieren das Bild. Wer sich über das zentral
angeordnete Instrumentarium wundert, ist Neuling schon
der Vorgänger teilte sich Tacho und Drehzahlmesser mit
dem Beifahrer. Das Gute daran: Tadellos ablesbare Zahlen,
die allenfalls durch eine enge und Retro-angehauchte Schrift
verschleiert werden könnten.
Erfreulich auch: Der Ypsilon vermittelt ein angenehmes Raumgefühl,
und die gut konturierte Sitzanlage nimmt ihre Passagiere in
ganz gleich welcher Polsterung bequemer Weise
auf. So muss der Italiener keinesfalls als Notstopfen herhalten,
wenn das Fahrziel einmal weiter entfernt liegt.
Abgesehen von den ergonomischen Qualitäten macht das
Gestühl auch optisch einen guten Eindruck. Vertikale
Nähte innerhalb eines breiten, abgesetzten Saums sehen
chic aus am besten natürlich in Verbindung mit
Lederbezügen. Im Falle des Grundmodells ist allerdings
mit Stoff Vorlieb zu nehmen, und "Argento"-Kunden
dürfen sich über Velours-Polster freuen. Als Option
bietet der Hersteller Alcantara-Bezüge an, die mit zusätzlichen
550 Euro ("Platino" ohne Aufpreis) verbunden sind.
Bei der hinteren Bestuhlung folgt man einem offenbar neuen
Trend im Kleinwagenbereich: Werksseitig dürfen zwei Personen
ins Heckabteil, auf Wunsch aber auch drei. Abgesehen von der
Tatsache, dass zwei Insassen auch in der zweiten Reihe ganz
passabel gastieren, während es für eine dritte schon
eng wird, argumentiert der Hersteller damit, dass Kleinwagen
ohnehin selten als Fünfsitzer unterwegs seien
da mag etwas dran sein.
Die Frage des Antriebs wird auf vier
verschiedene Weisen beantwortet. Zwei 1,2-Liter Vierzylinder
ein Achtventiler und ein Sechzehnventiler als
Basistriebwerke leisten 60 sowie 80 PS. Hubraum- und zugleich
leistungsstärkste Version ist der Ypsilon 1,4 16V mit
95 PS. Dieselfreunde dürfen auf den inzwischen bekannten
1,3-Liter-Multijet zurückgreifen, der sich durch gleichmäßige
Leistungsabgabe auszeichnet und außerdem eine gute Laufkultur
an den Tag legt. Mit seinen 70 PS verwandelt er den kleinsten
Lancia keinesfalls in einen Sportwagen, wobei das Aggregat
nicht zuletzt dank großzügigem Drehmoment eine
überaus attraktive Antriebsquelle darstellt.
Stadtbewohner mit häufigen Kurzstrecken werden auch am
Einstiegsbenziner ihre Freude haben; dieser läuft doch
immerhin kultiviert, wenngleich seine dynamischen Fähigkeiten
begrenzt sind. Etwas kräftiger geht der 20 PS stärkere
Vierventiler zu Werke. Allerdings braucht dieser Drehzahlen,
wenn es flott nach vorn gehen soll.
Von der spritzigen Seite zeigt sich das Topmodell, dessen
Fahrdynamik von der Mehrleistung und dem Hubraumplus seines
16-Ventilers lebt. Wenn auch die Unterschiede vom kleineren
zum nächstgrößeren Motor nur marginal ausfallen,
so geht die potenteste Variante im Vergleich zur Basis doch
willig in die Vertikale. Mit ihr lässt sich schon gut
auskommen, egal, welche Art von Strecke auf dem Plan steht.
Somit eignet sich jene Ausführung am besten für
den Allroundbetrieb.
Alle Modelle rollen mit einer geschwindigkeitsabhängigen,
elektrischen Servolenkung vom Band, die zudem zwei Modi bereithält.
In der City-Funktion arbeitet die Lenkung extrem leichtgängig,
was dem Rangieren zwar entgegenkommt, aber den Kontakt zur
Fahrbahn vermindert. Ein merklich strafferes Gefühl am
Volant stellt sich unter Verwendung des "normalen"
Modus ein, wobei das Lenkgefühl um die Mittellage dennoch
ein wenig synthetisch wirkt letztlich eine Marotte
der noch jungen, aber zuletzt doch stark aufkommenden elektrischen
Lenkhilfen. Hier liegt noch viel Potenzial brach, das innerhalb
der nächsten Jahren zu aktivieren sein wird.
Fahrwerksseitig macht der Nobelmini eine gute Figur; so bleiben
Unebenheiten förmlich auf der Strasse. Dabei bestraft
der Ypsilon seine Fahrgäste andererseits auch nicht mit
übermäßig weichem Einfedern; hier fanden die
Ingenieure einen guten Kompromiss zwischen gut portionierter
Straffheit und einem Schuss Sänfte.
Ebenso erfreulich: Auch die Basisversionen verfügen über
Antiblockiersystem inklusive elektronischer Bremskraftverteilung
sowie Front-, Kopf- und Seitenairbags. Ein elektronisches
Stabilitätsprogramm ist zumindest gegen Aufpreis (500
Euro) lieferbar.
Um der praktischen Seite gerecht zu werden, spendiert Lancia
seinem kleinsten (ab Argento) eine verschieb- wie umklappbare
Rücksitzbank. Auf diese Weise kann entweder der Beinraum
im Fond oder aber das Kofferraumvolumen an die jeweiligen
Lade-Bedürfnisse angepasst werden.
Die Preise für den Luxus-Kleinwagen bewegen sich zwischen
11.500 Euro und 17.300 Euro also unterm Strich durchaus
in einem erschwinglichen Bereich. Für den Diesel gibt
es auf Wunsch dem Langstreckencharakter entsprechend
ein automatisiertes Schaltgetriebe. Ansonsten wird
die Antriebskraft über eine manuelle Fünfgangbox
übertragen, welche sich leichtgängig bedienen lässt.
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Schöner
Rücken das
Ypsilon-Heck |
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Fazit:
Der neue Lancia Ypsilon ist im besten Sinne zu dem geworden,
was er darstellen soll: Ein fahrendes Accessoire. Das Design
ist stimmig, die Innenraum-Materialien edel, und die Verarbeitung
geht in Ordnung.
Zudem befindet sich die dritte Generation des kleinsten Lancia
auf der technischen Höhe: Sicherheit, Komfort sowie Technik
sind reichlich vorhanden nicht zuletzt wurde auch an
die Umwelt gedacht. Alle Motoren, samt Selbstzünder,
erfüllen die Euro 4 Abgasnorm.
Jetzt sind die Kunden an der Reihe nach eigenen Angaben
zu einem großen Teil Frauen. Warum eigentlich? Beim
Vorgänger lag der weibliche Kundenanteil gar bei 80 Prozent
nun ist es an der Zeit, dass ein Ruck durch die Männerwelt
geht.
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