Im griechischen wie im lateinischen Alphabet taucht der Buchstabe "y" fast zuletzt auf, doch letzte Plätze assoziiert man mit dem gleichnamigen Lancia keinesfalls. Wem automobile Alltagskost auf die Nerven geht, kommt im Kleinwagenbereich kaum um die Offerte aus Italien vorbei – in Kürze wird es eine Neuauflage geben. Es folgt ein kleiner Vorgeschmack.
twas traurig ist es ja schon, was derzeit mit Lancia passiert. Aber was hilft das Jammern, wenn die Kunden ausbleiben? Wer selbst keinen Mut aufbringt, ein Lancia-Produkt zu kaufen, darf sich nicht beschweren. Nun aber eine gute Nachricht: Der neue Ypsilon ist ein echter Lancia; das Design kann sich zeigen – im Vergleich zum Vorgänger präsentiert sich der deutlich unter vier Meter messende Kleinwagen moderat weiterentwickelt. Der Kühlergrill tendiert in jene neue Stilrichtung, die man auch bei den umgeflaggten Offerten Thesis und Voyager vorfindet, die Heckleuchten sind breiter angelegt, aber lassen Verwandtschaft durchblicken. Kräftige Flanken mit markanten Sicken sowie ein charakteristisches Dach untermauern Lancias Botschaft: Formensprache gehört hier zu den wichtigen Attributen – so weit, so gut. Im Gegensatz zu den übrigen Modellen stammen die Komponenten des Ypsilon aus den Fiat-Regalen. Dazu gehören freilich auch die Triebwerke: Vor allem der 95 PS-Commonrail-Diesel mit 1,3 Litern Hubraum (bekannt auch aus dem Punto) und der neue Twinair-Zweizylinder (bekannt aus dem 500) zählen zu den interessanten Triebwerken für den künftigen Ypsilon. Natürlich wird es auch so markentypische Dinge wie exklusiv anmutende Zweifarben-Lackierungen geben – keine Frage.
Exklusiv fällt ferner die Ausstattung aus – da müssen künftige Ypsilon-Fahrer keine Abstriche im Vergleich zu höheren Segmenten machen. Features wie Blue&Me-System, Glas-Schiebedach, Klimaautomatik, LED-Rückleuchten, Navigationssystem, Park- wie Regensensor, Tempomat oder Xenonlicht sind kein Thema. Außerdem stehen dem Ypsilon die verfügbaren Lederpolster ausgezeichnet zu Gesicht. Wer das Schalten lieber anderen überlässt, ist mit der automatisierten Box sicher ganz gut bedient – ansonsten tun die bekannten manuellen Getriebe gute Dienste. Zur Preisgestaltung gibt es derzeit noch keinerlei Informationen – dafür enthüllt der Hersteller schonmal einen klitzekleinen Teil des Farbprogramms (die Rede ist von Blau, Violett und Bronze sowie einigen Effekten), um Appetit auf den kleinen Fronttriebler zu machen, schließlich dauert es ja noch eine Weile, bis der vielleicht letzte echte Lancia in die Schauräume fährt. Im Juni soll es laut Presseberichten so weit sein, in Großbritannien und Irland soll der kleine Stadtfloh sogar als Chrysler vertrieben werden. Hoffentlich vertreibt das nicht die letzten verbliebenen, treuen Kunden. Aber zwischen diesen und der großen Insel liegt schließlich jede Menge Meerwasser.
Fazit: Auch der künftige Lancia Ypsilon wird eine Sonderrolle auf dem Kleinwagen-Sektor spielen, das ist sicher. Außergewöhnliche Farben, edle Polster und interessante Ausstattungsmerkmale lassen ihn zur attraktiven Alternative avancieren.