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Fahrberichte & Tests
 
Kia Sportage Innenraum, USB, AUX, iPod, Frontansicht
Kia Sportage Heckansicht

1. Aufgeräumtes und schnörkelloses Cockpit gibt keine Rätsel auf...

2. In sattem Blau macht der Koreaner einen guten Eindruck...

3. Musikfans können aufatmen: Der ipod darf getrost mitgenommen werden...

4. Unauffälliger Abschluss für den koreanischen Allrounder...

 

Der Kia Sportage im Test
Alle Räder wieder
Der Kia Sportage ist ein vielseitiger Allrounder mit gesunder Preisvorstellung, viel Platz innen trotz kompakter Außenabmessungen und auf Wunsch sogar Allradantrieb. Im Folgenden geht es um die im Zuge des Facelifts auf 150 PS erstarkte Dieselversion.
I

n der automobilen Werbewelt werden häufig unsinnige Dinge erzählt, um die Produkte möglichst interessant erscheinen zu lassen. Oft handelt es sich auch um Widersprüche. Beim Kia Sportage beispielsweise enthält schon der Name eine solch merkwürdige Botschaft. Denn ein kompaktes oder auch sehr kompaktes SUV mit kleinem Dieselmotor ist ja in der Regel nicht sportlich. Dafür ist das Fahrwerk zu kommod ausgelegt und der Motor nicht kräftig genug. Das kleine koreanische SUV will jedoch auch gar nicht sportlich sein. Das heißt aber keineswegs, dass man vor der Außenhaut davonrennen muss. Obwohl das Debüt des noch aktuellen Sportage bereits über ein halbes Jahrzehnt her ist und seine Tage inzwischen wohl gezählt sein dürften, macht er noch immer eine durchaus gute Figur. Die kleine Auffrischung im Jahre 2009 (modifizierte Sitze und Stoßfänger) bewahrt die Attraktivität und beschert zumindest Dieselkunden etwas mehr Power. Statt 140 zerren jetzt 150 Pferdchen an der Vorderachse oder wahlweise an sämtlichen Rädern, um die Fuhre angemessen und vor allem treibstoffsparend in Bewegung zu setzen. Mehr Leistung braucht man im Alltag eigentlich nicht, das beweist der praktische Versuch einmal mehr.

 

Nach dem Kaltstart verfällt der Vierzylinder mit Commonrail-Technik und Turbo samt variabler Ladergeometrie in einen zunächst leicht nagelnden Leerlauf, bevor er sich kurze Zeit später beruhigt. Denn sobald Wasser und etwas darauf auch Öl ihre Betriebstemperatur erreichen haben, überzeugt der ordentlich gekapselte Zweiliter mit zurückhaltenden Betriebstönen. Hohe Drehzahlen bei geringen Fahrtempi entlocken ihm zwar bauarttypische Lautäußerungen, aber in durchaus kultivierter Form. Diese Situation wird ohnehin selten vorkommen, denn das bevorzugt zu nutzende Drehzahlband beginnt bei 1.800 Touren und endet bei deren 2.500. Innerhalb dieser Markierungen liefert der Selbstzünder satte 305 Nm, was kräftigen Vortrieb garantiert. Zwölf Sekunden dauert der Sprint bis 100 km/h, und die Höchstgeschwindigkeit beziffert der Hersteller mit 177 Stundenkilometern – für die Fahrzeugkategorie angemessene Werte. Sechs Vorwärtsgänge sind Pflicht, wenn man sich mit vier angetriebenen Rädern bewegen will, ansonsten ist auch eine vierstufige Getriebeautomatik lieferbar. Allerdings lässt sich die manuelle Box leichtgängig schalten und zeigt sich sauber abgestuft. Um Kraftstoff zu sparen, wird der Koreaner auf griffigem Untergrund ausschließlich per Vorderachse vorangetrieben.

 

Ab vierzig Sachen mutiert der handliche Soft-Geländewagen dann zum konsequenten Fronttriebler. Rasante Starts bei Nässe oder auf Geröll legt der Kia jederzeit souverän hin, von Schlupf nicht die leiseste Spur – was dem elektronischen Verteiler-System potente Reaktionsfähigkeit bescheinigt. Per Schalter kann der Fahrer anweisen, die Kraftverteilung auf 50:50 festzusetzen – diese Funktion könnte im unwahrscheinlichen Fall einer Geländerunde nützlich sein, ab 35 Stundenkilometern wird sie allerdings deaktiviert. Wahrscheinlicher hingegen ist der forcierte Einsatz auf der Landstraße mit matschigen Überbleibseln der Traktorenfraktion und vielen Windungen, die der Koreaner kraft seiner vier angetriebenen Räder sicher durchläuft. Dabei offenbaren Dämpfer wie Federn einen milden Eindruck, so dass Fahrbahnpatzer selbst der gröberen Art nur in entschärfter Ausgabe in die Fahrgastzelle dringen. Diese bietet übrigens eine entspannende Atmosphäre und viel Raum. Obwohl der Kia mit 4,35 Längenmetern eher kompakt ausfällt, zeigt er sich hier von der großzügigen Seite und lässt sogar Hinterbänklern mit langen Beinen genügend Freiheit, um weite Strecken in angenehmer Weise zurückzulegen.

 

Dazu tragen natürlich auch jene Sessel bei, die im Zuge der kleinen Überarbeitung breitere Sitzflächen erhielten; in der Praxis erweist sich der Handgriff als ausgesprochen komfortförderlich. Das Gestühl transportiert sämtliche Passagiere selbst ein paar hundert Kilometer völlig problemlos, was den Allradler auch für Fernreisen hervorragend einsetzbar macht. Um Richtgeschwindigkeit herum halten sich die Innengeräusche in Grenzen, so dass Konversationen während der Fahrt in Zimmerlautstärke kein Thema sind. Außerdem erhöhen zahlreiche Ablagemöglichkeiten die Praktikabilität – neben Flaschenhaltern, Cupholdern vorn und hinten sowie Kartentaschen bietet die Mittelkonsole ordentlich Stauraum für garantiert anfallenden Kleinkram: Ein verschließbares Fach sowie Ablagefläche zeigen sich großzügig. Diese Eigenschaft kann auch dem Heckabteil keinesfalls abgesprochen werden, schluckt es bei umgeklappter Rückbank immerhin 1.411 Liter. Mit diesem Wert liegt der Sportage auf Augenhöhe mit einem konventionellen Mittelklasse-Kombi. Zudem hinterlassen die asymmetrisch umgelegten Teilsitze eine völlig ebene Ladefläche, was der Variabilität nochmals entgegenkommt. Eine Strukturierte Schalterlandschaft übrigens macht die Lektüre der Bedienungsanleitung erfreulicherweise ziemlich überflüssig.

 

Bleibt die Preisfrage. Ab 25.840 Euro startet der Diesel in 4x4-Ausführung und bietet serienmäßig Antiblockiersystem, Front-, Kopf und Seitenairbags, elektrisch verstell- wie beheizbare Außenspiegel, Dachreling, Diesel-Partikelfilter, elektrische Fensterheber rundherum, Klimaanlage, Leichtmetallräder, Radio mit MP3-Funktion und RDS, elektronisches Stabilitätsprogramm, Tempomat sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Wer 1.400 Euro mehr bezahlt (EX), bekommt zusätzlich einen Bordcomputer, einen automatisch abblendenden Innenspiegel sowie Sitzheizung vorn. Metallic-Lackierungen kosten 410 Euro, und ein elektrisches Glasschiebedach ist für 665 Euro zu haben. Darüber hinaus lässt sich gegen 1.959 Euro ein von Clarion stammendes Navigationssystem ordern; das Gerät verfügt über einen Siebenzoll-Bildschirm und über die Straßendaten ganz Europas. Ferner können auf der 30 GB-Festplatte bis zu 4.000 Musiktitel abgespeichert werden. Obendrein beinhaltet es eine Bluetooth-Freisprechanlage sowie einen Anschluss für MP3-Player. Das automatische Getriebe kostet mit 1.310 Euro weniger als der Aufpreis (2.545 Euro) für den Allradantrieb.

 

Fazit: Der Kia Sportage ist auch gegen Ende seiner Laufbahn ein solider Allrounder mit handfesten Qualitäten. Ein perfekter Grat zwischen kompakten Außenabmessungen und geräumiger Erscheinung, zwischen Fahrkomfort und bewusster Preisgestaltung. Die Power des Commonrails reicht für den Alltag völlig aus.



 
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