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Minivans
haben es heute schwer. Viele Kunden steigen um
oder vielmehr eine Klasse ab auf den beliebter
werdenden Kompaktvan. Nicht, dass Kia solche Wünsche
unerfüllt ließe schließlich
leistet der Carens ausgezeichnete Dienste, aber
klassische Van-Liebhaber mögen es eben groß
und ausladend. Bei der Außenlänge reduzierte
Kia jedoch auf ein stadtfreundlicheres Maß
4,81 statt 4,925 Längenmeter sind
es nun. Es gibt zwar eine 5,10 m messende Langversion
des Carnival, welche allerdings auf dem deutschen
Markt nicht verfügbar ist. In Höhe (plus
8,5 cm) und Breite (plus 8 cm) legte indes auch
die kurze Version zu. In erster Linie aber ist
der Carnival ein äußerst gewichtiger
Brocken. Satte 2,2 Tonnen Leermasse bringt der
Reisekünstler auf die Waage und konkurriert
so mit namhaften Geländewagen. Hier allerdings
werden ausschließlich die Vorderräder
angetrieben, und das reicht ja auch, denn das
schwierigste Gelände für den großen
Van dürfte wohl grüne Wiese heißen.
Aber wer weiß schon, wohin ausgiebige Freizeitaktivitäten
so führen. Für Kilometerfresser hält
Kia den 2,9 Liter großen Diesel nach wie
vor bereit.
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| Schlicht,
aber schwer: Der Carnival CRDi |
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Nach umfangreichen Modifikationen
steigt die Leistung des Common-Rail nun um 41
Pferdestärken auf stattliche 185 PS und mithin
endlich auf eine dem Hubraum angemessene Power.
Wird aus dem Siebensitzer jetzt eine Rennsemmel?
Alles, nur das nicht. Um den Schwergewichtler
in Schwung zu bringen, braucht es ordentlich Schubkraft.
Wenn diese dann auch noch den Wandler der aufpreispflichtigen
Fünfgangautomatik passieren muss, geht es
naturgemäß eher gemächlich zu.
Jetzt ergibt auch die deutlich indirekt ausgelegte
Lenkung Sinn der Carnival erinnert an einen
Dampfer auf rauher See. Man thront zudem hoch
auf dem Sitz und kann das Verkehrsgeschehen auf
diese Weise besonders gut im Auge halten.
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass
starkes Herunterbremsen den Vorderwagen des schweren
koreanischen Vans tief eintauchen lässt
ein kleiner Hinweis auf das hohe Wagengewicht.
Im Alltag verzögert der Allrounder aber tadellos
und erfreut durch ein gut dosierbares Pedal. Ähnlich
stark aus den Federn bringen den Carnival zügig
gefahrene Kurven.
Schließlich legten die Ingenieure das Fahrwerk
äußerst weich aus; ein sehr kommoder
Gleiter wurde hier geschaffen, der lange Bodenwellen
mit dem für große Limousinen typischen
Nachschwung erledigt. Verkehrsberuhigende Hubbel?
Beeindrucken den Carnival in keiner Weise. Selbst
aggressive, kurze, Frost-verschuldete Aufbrüche
überrollt er gelassen, ohne seine Passagiere
über Gebühr zu strapazieren.
Aber wehe, wenn sportliche Qualitäten gefordert
werden. Der Kickdown scheint nur widerwillig agieren
zu wollen, das Großkolbenaggregat mag überdies
ganz offensichtlich keine hohen Drehzahlen. Dennoch
legt der Kampfgewichtler ordentlich Tempo vor
200 km/h laut Tacho schafft er durchaus,
dann allerdings sollte der Volant gut festgehalten
werden. Windempfindlichkeit und Fahrwerkcharakteristik
sind der Stabilität des Geradeauslaufs nicht
eben förderlich. Aber wer wagt mit einem
Van schon den Höllentrip? Im normalen Fahrbetrieb
verhält sich der Kia völlig brav, und
wer es übertreibt, wird vom Stabilitätsprogramm
wieder auf den rechten Kurs gebracht.
Nun aber ans Eingemachte. Das ist beim Minivan
freilich der Innenraum da spielen Vokabeln
wie variabel, komfortabel und geräumig eine
bedeutende Rolle, denn wenn man schon geballte
Fläche kauft, dann sollte sie auch sinnvoll
genutzt werden.
Der Carnival verfügt obligatorischerweise
über sieben Sessel; fünf davon befinden
sich in Einzelausführung auf zwei
Reihen verteilt (in 3+2-Anordnung) im Fond-Bereich
und können umgeklappt, längs verschoben
oder kurzerhand herausgenommen werden. Dann ist
der Weg frei für 3.050 Liter Gepäck.
In der zweiten Sitzreihe gibt es viel Platz für
Beine, Kopf und Schultern, während in Kofferraum-Nähe
Abstriche gemacht werden müssen. Fahrer und
Beifahrer dürften sich dagegen weniger über
Raumfragen als vielmehr über die Beschaffenheit
des Interieurs unterhalten. Solider ist der Raumgleiter
geworden als sein Vorgänger, keine Frage.
Klappern und Knarren auf schlechten Pisten gehören
der Vergangenheit an, allein der Optik könnte
etwas gestalterische Farbe eingehaucht werden,
hier überwiegen derzeit doch triste Landschaften.
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| Platz
für 3.050 Liter Gepäck... |
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Dafür entschädigen
elektrische Schiebetüren sowie eine elektrische
Heckklappe (bieten nur der Carnival und Chrysler
Voyager), welche im Paket mit Lederpolsterung,
Sitzheizung sowie elektrischer Sitzverstellung
3.400 Euro Aufpreis kosten, aber nur für
die EX-Version lieferbar sind.
Die auf LX getaufte Basis-Version kommt jedoch
nicht gerade ärmlich daher: ABS, Fahrer-,
Kopf- und Seitenairbags, elektrische Fensterheber
rundherum, Klimaanlage, Radio samt CD-Wechsler,
elektronisches Stabilitätsprogramm sowie
Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung gibt
es frei Haus. Für 28.205 Euro ist sie zu
haben. Ganze 3.795 Euro mehr berechnet Kia für
die EX-Linie dafür gibt es zusätzlich
Bordcomputer, einen automatisch abblendenden Innenspiegel,
17-Zoll-Leichtmetallräder, Regensensor, Parksensor,
elektrisch ausstellbare Seitenfenster und Tempomat.
Metallic-Lack kostet 465 Euro, und für 595
Euro gibt es einen nachrüstbaren Partikelfilter
hier sollte nachgebessert werden und eine
Werkslösung her; gleichermaßen wird
klar, dass Kias Hauptmärkte offenbar keine
Diesel-Modelle nachfragen. Beim Navigationssystem
kann der Kunde zwischen einer einfachen Becker-Ausführung
für 411 Euro und einer 2.051 Euro teuren
Festplatten-Navigation mit Farbmonitor wählen.
Fazit: Der
Kia Carnival ist eine attraktive Minivan-Alternative
zum hiesigen Standard mit dem einen oder anderen
interessanten Merkmal wie beispielsweise der elektrischen
Kofferraumtür. Preiswert ist er nicht, auch
im Unterhalt nicht über zwei Tonnen
Masse fordern ihren Tribut, neun bis zehn Liter
Dieselkraftstoff pro hundert Kilometer verbrennt
der 2,9-Liter-Motor ohne Mühe.
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