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Für
einen Geländewagen nahezu sportlich
der
große Cherokee |
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Über land und Laufsteg
Ein Geländewagen
ist schön und gut, doch das Original heißt immer
noch Jeep. Kein Wunder, dass der Markenname im Volksmund häufig
als Synonym für Allrad-Fahrzeuge gebraucht wird. Doch
die folgende Abhandlung beschäftigt sich mit einem waschechten
Grand Cherokee mit V8-Motor.
Ein Jeep, das weiß
jedes Kind, ist ein Geländewagen. Aber noch lange nicht
jeder Geländewagen ist auch ein Jeep das wiederum
weiß nicht jeder. Verwechslungen dieser Art dienen als
Indikator für eine bemerkenswerte Markenpopularität;
der Hersteller behauptet sogar gestützt auf einer
in den USA und Japan durchgeführten Erhebung ,
dass Jeep in dieser Hinsicht mit Labels wie Coca Cola und
Micky Mouse konkurrieren könne.
Grund genug, einen Vertreter jener legendären Marke einmal
genauer unter die Lupe zu nehmen.
Und weil sich teure Offroader hierzulande auf den Boulevards
wohler fühlen als im Schlamm, eignet sich der elegant-luxuriöse
Grand Cherokee als wunderbares Fallbeispiel für automobile
Allrad-Kunst.
Mit 1,80 m Höhe niedriger und runden zwei Tonnen Leergewicht
leichter als die meisten Wettbewerber kommt dem großen
Jeep die Sportler-Rolle unter den noblen V8-Geländewagen
zu.
Auf Landstrassen lässt sich das sogar auskosten. Im Geschwindigkeitsbereich
bis 120 Stundenkilometer darf verhältnismäßig
sportlich gefahren werden; Kurven passiert der Bolide ohne
allzu starke Seitenneigung trotz moderat-weicher Abstimmung.
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Amerikanisches Flair
der Kenner lebt gut damit |
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Dennoch, das Attribut sportlich ist natürlich
in seiner relativen Bedeutung zu verstehen. Der große
Cherokee ist und bleibt ein Offroader, dafür sprechen
die indirekte Kugelumlauf-Servolenkung eine ehemalige
Mercedes-Spezialität ebenso wie das Fahrverhalten
in langen Autobahnkurven bei hohen Tempi: Sauberer Geradeauslauf
ist ebenso wenig die Stärke dieses Achtzylinders wie
das Durcheilen großer Biegungen. Muss es auch nicht,
dafür gibt es wahrlich geeignetere Fahrzeuge. Wer jedoch
unbedingt 200 km/h auf der Geraden fahren möchte, kann
es tun das Potenzial dafür bietet der Overland.
Und nicht nur dafür. Sein 4,7-Liter V8 ist ein Blubberer
alter Schule. Schon beim Starten legt er eine Tonart an den
Tag, die Fans großer Achtzylinder süchtig machen
könnte ein Beweis dafür, dass auch einfacher
Motorenbau seinen Reiz haben kann. Der Zweiventiler mit Gusskopf
muss nämlich ohne moderne Massenerscheinungen wie Aufladung,
Nockenwellenverstellung oder Schaltsaugrohr auskommen. Demnach
ist der Basis-V8 mit guten 35 Kilowatt pro Liter Hubraum kaum
belastet. Auf der Suche nach mehr Leistung verdichteten die
Ingenieure das Overland-Triebwerk 10,2 statt 9:1 und erreichten
immer noch moderate vierzigeinhalb KW pro 1000 ccm
gut für 258 Pferdchen.
In der Praxis stellt sich dann schnell
heraus, dass man auch jenseits Drehmoment-überschäumender
Selbstzünder ein zufriedenes Geländewagenleben führen
kann. Der Jeep zieht wie ein kleiner Bulle aus dem Stand weg
und bewegt denselben mit jener Souveränität, welche
man von großvolumigen Benzinern erwartet. Da darf es
den Kenner nicht stören, dass er trotz 78-Liter-Tank
nach rund 450 Kilometern wieder an der Tankstelle steht. Immerhin
der Ami begnügt sich mit preiswerterem Normalbenzin.
All das hat den Charme einer gewissen Urtümlichkeit und
Einfachheit. Und so spiegelt es auch das Cockpit wider. Amerikanisch,
einfach und funktionell lautet die Devise, so ist es denn
auch. Einen Schönheitswettbewerb gewinnt man mit diesem
Interieur sicherlich nicht, aber Gemütlichkeit kommt
auf. Viel Kunststoff, im Layout eher kantig-gerade als stylischer
Neuzeit-Schnickschnack; etwas Alibi-Holz und fertig
ist die Wohnstube.
Dazu gesellen sich schnörklige Tachoziffern in grün
beleuchteter Schrift wie der Einsatz grüner LED-Anzeigen:
Alle gennanten Optik-Eigenschaften weisen diesen Geländewagen
stilsicher als amerikanischen aus. Platz ist in Hülle
und Fülle vorhanden, die Sitzposition gefällt
man schaut über seine Verkehrsteilnehmer hinweg und genießt
die Aus- und Übersicht.
Mangelnde Technik lässt sich dem Schiff nur partiell
ankreiden: Auf das elektronische Stabilitätsprogramm
müssen sich die Kunden wohl noch etwas gedulden. Starrachsen
gehören zum Grand Cherokee wie die Butter aufs Brot;
dafür gibt es ausgeklügelte 4x4-Technik mit permanentem
Allradantrieb.
Letzteres ist jedoch nur die halbe Wahrheit: Spritsparenderweise
sind bei griffiger Fahrbahn nur die Hinterräder aktiv.
Traktionsabhängig wird der Vorderachse per Öldruck-gesteuerter
Lamellenkupplung bis zu einhundert Prozent des Antriebsmoments
zugewiesen. Daneben verfügen beide Achsen zusätzlich
über sogenannte Vari-Lok-Sperren, so dass der Jeep auch
dann noch beweglich ist, wenn nur ein Rad Kraft überträgt.
Das Ganze funktioniert vollautomatisch ohne Einfluss
des Fahrers.
Auf winterlich-glatten Strassen empfiehlt sich indessen, die
reduzierte Getriebestufe einzusetzen, denn in diesem Fall
wird das Mitteldifferenzial dauerhaft zu 100 Prozent gesperrt,
was ein Fortkommen auf rutschigem Untergrund erleichtert.
Im allgemeinen Fahrmodus kann das Heck nämlich aufgrund
erhöhten Schlupfes schon ausbrechen, bevor die Vorderräder
mit Antriebsmoment versorgt werden.
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Auch von hinten eine
schöne Partie |
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Ansonsten macht der stärkste Jeep
einen rundherum guten Eindruck und ist verhältnismäßig
günstig zu kaufen. Als Overland steht er mit 53.200 Euro
in der Liste und bietet alles, was das Herz begehrt. Dazu
zählen Alarmanlage, Frontairbags, Windowbags, Antiblockiersystem,
elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Audiosystem
inklusive 10-fach-CD-Wechsler, Bordcomputer, elektrische Fensterheber
vorn und hinten, einen automatisch abblendbaren Innenspiegel,
Klimaautomatik, Lederpolster, Leichtmetallräder, Navigationssystem,
Regensensor, elektrisches Glas-Schiebe-Hebe-Dach, elektrisch
verstell- und beheizbare Vordersitze, Tempomat wie Zentralverriegelung
mit Funkfernbedienung.
Sonderausstattungen sind schlichtweg nicht lieferbar. Schade
ist die Abwesenheit von Xenonscheinwerfern, aber man kann
eben nicht alles haben.
Dafür erfreut der Grand Cherokee durch enorme Vielseitigkeit
nicht zuletzt wegen seiner äußerst großzügig
bemessenen Kofferraumkapazität von über 2000 Litern
bei umgeklappten Rücksitzen. Zudem eignet er sich hervorragend
für schweren Zugbetrieb, darf der Offroader doch stattliche
3.360 Kilogramm hinter sich herschleppen.
Fazit: Der Grand Cherokee 4,7 Overland ist sicher der
angenehmste Jeep für Luxusverwöhnte. Er bietet jede
Menge Platz und ordentlichen Fahrkomfort, ist vielseitig einsetzbar
sowohl auf dem Boulevard als auch im Gelände.
Sein brabbelnder V8 lässt die Herzen aller Fans dieser
Motorgattung höher schlagen. Der absolut betrachtet hohe
Grundpreis geht angesichts üppiger Serienausstattung
in Ordnung.
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