Der Hyundai Veloster pustet ordentlich Frischluft in die Palette: Mit emotionalem Design und frischen Lacktönen wollen die Koreaner im wahren Sinne des Wortes einen Klecks Farbe in ihr Modellprogramm bringen, während die Motoren einen gesunden Kompromiss zwischen Fahrspaß und Sparsamkeit darstellen. Erstmals zu sehen ist der untere Mittelklässler auf der NAIAS in Detroit.
oment mal, was kommt denn da von Hyundai? Ein ziemlich progressiv gestyltes Coupé mit drei – ja, tatsächlich drei, Türen und verdächtigen Abmessungen. So beträgt der Radstand 2,65 Meter, was exakt jenem des Kompaktklässlers i30 entspricht. Und die Länge von 4,22 m entlarvt den aus der Regelmäßigkeit der Hyundai-Nomenklatur fallenden Athlet. Athletisch nämlich gestaltet sich das Blech des Kompakten, mit einer Vielzahl an wilden Sicken, mit unkonventioneller Fensterlinie. Okay, einen Schuss Mégane Coupé kann der Asiate nicht verleugnen, von Kopie kann jedoch keine Rede sein. An einem Clou fehlt es dem jüngsten Hyundai ebenso wenig: Er verfügt rechts über zwei Türen, und links findet der Betrachter nur ein einziges Portal – so etwas ist wirklich neu. Markant ausgestellte Radhäuser schreien nach dem 1,6-Liter-Turbo mit 208 Pferdchen, der indes erst nächstes Jahr in Erscheinung treten soll. Zunächst fängt man sparsam an mit einem ebenfalls 1,6-Liter großen Vierzylinder ohne Aufladung. Direkteinspritzung ist kein Thema, auf Wunsch gibt es auch eine "blue"-Variante mit Start-Stopp-Anlage. Die Power von 140 PS soll den Koreaner binnen weniger als zehn Sekunden auf 100 km/h treiben – damit kann man ausgezeichnet leben.
Für Schaltfaule wird das Label ein Doppelkupplungsgetriebe anbieten, ansonsten gibt es sechs manuelle Vorwärtsgänge. Lieferbare 18-Zöller sowie Sportsitze bekunden dezent Sportlichkeit. Ein erster, vorsichtiger Blick in den Innenraum lässt auf Anhieb erkennen, dass der Veloster alles andere als langweilig sein will. V-förmig zulaufende Lüftungsdüsen bilden die Grenzen der mit Knöpfchen gefütterten Mittelkonsole samt sauber integriertem Farbbildschirm. Tiefe Rundskalen unterstützen den drahtigen Einschlag der Fuhre; die zum Einsatz kommenden Materialien machen einen wertigen Eindruck. Das große Panoramadach dürfte für einen lichtdurchfluteten Innenraum auch an dunklen Herbst- und Wintertagen sorgen. Mit einem CO2-Ausstoß von 129 g/km (blue) zählt der Neuzugang aus Fernost zu den umweltbewussten Offerten. Im Frühjahr kommt er nach Deutschland und wird garantiert eine ausgefallene Alternative zu den beiden Funktionsmodellen i30 wie i30cw. Mit dem Veloster geht Hyundai einen interessanten, neuen Weg: Zeichnet sich das aktuelle Hyundai-Programm im Gegensatz zu den Angeboten der Schwestermarke Kia hauptsächlich durch sachlich gestaltete Vehikel aus, wird der kommende Kompaktklässler die Markenanhänger kräftig aufrütteln, das ist sicher.
Fazit: Mit dem Hyundai Veloster bringt die Marke einen Designkracher in die bisher eher zurückhaltend dreinschauende Modell-Palette. Interessante Motoren und Spritspartechnik dürften die Neugier an dieser auffälligen Kreation wecken – die Wahrheit werden wir hoffentlich bald erfahren.