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Fahrberichte & Tests
 
Hyundai Getz Front, Innenraum

DARFS ETWAS MODERNER SEIN?

Außen moderner und innen kräftiger präsentiert sich der Hyundai Getz seit einiger Zeit dem Kunden. Dabei blieb sein Grundcharakter erhalten – der Koreaner ist ein preiswerter und durchaus allroundfähiger Kleinwagen. Autotipp.

Der Hyundai Getz gehört neben Tucson und Santa Fe zu den am häufigsten zugelassenen Hyundai-Modellen auf dem deutschen Markt. Nicht ohne Grund, denn der Kleinwagen ist keineswegs nur preiswert, sondern auch recht praxistauglich. Doch das reicht noch nicht ganz, um den Autofahrer in seinen Bann zu ziehen, denn er will auch etwas fürs Auge.
Diesem Umstand wurde der Hersteller mit dem letzten Facelift gerecht; so zeigt sich das Interieur auf Wunsch nun flippig-bunt, dadurch wirkt der Asiate deutlich jünger und weniger altbacken.
Währenddessen wurde die Außenhaut glattflächiger, insbesondere der Front tat die kleine Frischzellenkur gut: Das grobschnitzige Gesicht mit den kantigen Scheinwerfern mutierte zum filigranen Vorderteil mit sympathischem Blick. Andererseits müssen sich auch frühere Getz-Kunden keine Sorgen darüber machen, inzwischen ein veraltetes Auto zu fahren, schließlich hat sich in den Grundzügen nichts geändert. Gleichwohl gibt es auch unterm Blech ein paar Neuigkeiten.

Hyundai Getz Heck, Rückleuchten
 
Auch von hinten schön anzusehen
 

Beispielsweise kann der kleine Stadtflitzer jetzt auch mit einem elektronischen Stabilitätsprogramm ausgerüstet werden, und die Triebwerke erfuhren teilweise eine Kraftkur – der 1,4-Liter gar stellt eine völlige Neuentwicklung dar und löst den 1,3-Liter-Vierzylinder ab.
Leider gibt es ESP erst ab der Ausstattungslinie „GLS“, mit welcher der Basis-Benziner nicht kombinierbar ist. Insofern müssen sich die Kunden der hier behandelten Grundversion mit einer Leistungssteigerung von drei Kilowatt zufriedengeben – ansonsten blieb es, von der modifizierten Optik einmal abgesehen, beim Alten.
Und gut zurechtzukommen war auch schon mit dem früheren Einstiegsmodell. Es reichte, um ordentlich im Verkehr mitzuschwimmen. Große Sprünge können angesichts der Leistung kaum erwartet werden, auch nicht mit 67 Pferdestärken. Immerhin rennt der schwächste Getz bis zu 150 Stundenkilometer und beschleunigt binnen 15,6 Sekunden auf einhundert km/h.

Dabei handelt es sich um ein für die Hubraumklasse durchaus kultiviertes Triebwerk, das lediglich hohen Drehzahlen abgeneigt ist. Jene lässt es nur widerwillig zu und gibt durch dissonante Frequenzen zu verstehen, dass man besser den nächsten Gang einlegt.
Letzteres funktioniert dank exakter Schaltführung ganz passabel. Klar ist natürlich: Der kleine Getz ist weder scharfe Rennsemmel noch ein komfortabler Luxusliner, doch er stellt ein solides Stückchen Automobil dar, mit dem man den Strassenalltag durchaus angenehm bestreiten kann.
Dazu trägt auch das Fahrwerk bei: Es vermag die ruppige Pistenrealität hinreichend zu verschleiern, und Kurven werden untersteuernd, also in gutmütiger Art und Weise umrundet, wenn der Wagenlenker mal einen Zacken zuviel auf dem Tacho hat.
Ferner hält der Arbeitsplatz vorne links eine leichtgängige Servolenkung bereit, mit deren Hilfe das knapp geschnittene Vehikel (3,83 m Außenlänge) flink in Parklücken dirigiert werden kann.

Hyundai Getz, Kofferraum, Stauraum, Ladefläche, Rückbank
 
Kleine Klappe, aber viel dahinter
 

Der Innenraum vermittelt hingegen alles andere als Knappheit. Selbst längere Distanzen werden im kleinen Koreaner keinesfalls zur Qual. Vorn sitzt man ohnehin nicht zu eng, doch selbst im Fond kommt der Durchschnittsbürger unter, ohne seinen Knien Schaden zuzufügen.
Ordentliches Gestühl fördert die Reisefähigkeit zudem; die Sitze könnten zwar eine Spur konturierter ausfallen, doch zu großartiger Querbeschleunigung wird das Stadtgefährt sowieso nicht kommen.
Dafür avanciert der kleine Wagen zum Lademeister, falls gewünscht. Bei umgeklappter Rücksitzbank schluckt er nämlich nahezu tausend Liter Gepäck – das ist Schon ein Wort.
Somit ist der Großeinkauf im Baumarkt gerettet. Außerdem sorgen bis zu 390 kg Zuladung dafür, dass die Raumkapazität auch genutzt werden kann.
Und das, ohne die monetären Kapazitäten der Eigner zu erschöpfen. Zwischen 4,7 und 6,9 Liter Normalbenzin sollen dem Einstiegs-Getz laut Werk genügen, was der gemischte Testbetrieb mit kaum mehr als sechs Litern bestätigte.

Doch auch die Anschaffung reißt keine großen Löcher in die Wand. Als Dreitürer kostet der Getz 1,1 Basis 10.390 Euro. Darin sind ABS, Front- und Seitenairbags, elektrische Fensterheber vorn, Servolenkung sowie Zentralverriegelung enthalten. Der Aufpreis für den Fünftürer beträgt 500 Euro.
Weitere 800 Euro (GL-Ausstattung) bescheren dem Kunden elektrisch verstellbare Außenspiegel, die außerdem (ebenso wie die Türgriffe) in Wagenfarbe lackiert sind. Desweiteren gibt es einen höhenverstellbaren Fahrersitz, elektrische Fensterheber auch hinten (im Falle des Fünftürers) und Nebelscheinwerfer.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das Klima-Paket zu ordern – es beinhaltet eine manuelle Klimaanlage sowie eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung. Warum letztere Position ausgerechnet im Klima-Paket inbegriffen ist, stimmt nachdenklich. Für eine Sonderlackierung berechnet Hyundai 340 Euro.

Fazit:
Der Hyundai Getz 1,1 stellt eine wohlfeile Möglichkeit dar, die automobilen Grundbedürfnisse in angemessener Weise zu befriedigen. Der Kleinwagen erfreut durch seine hübsche Optik und den kultivierten Vierzylinder; ferner kann sich das Platzangebot durchaus sehen lassen, und das Portemonnaie des Besitzers wird nur gering belastet. Da bleiben keine Wünsche mehr.

 



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