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Fahrberichte & Tests
 
Honda Jazz, Front, Innenraum

Jazz'n'Swing

Der Honda Jazz scheint als frech gestylter Kleinwagen ideal für Städter mit Hang zu Trend-Produkten. Aber auch auf längeren Strecken gibt er eine gute Figur ab. Im folgenden Autotipp geht es um die 1,4-Liter-Version mit CVT-Getriebe.

Er schaut seine Klientel aus funkelnden Klarglas-Scheinwerfern an. Doch wer kommt als Jazz-Fahrer überhaupt in Frage? Die Antwort könnte seine Außenlänge von deutlich unter vier Metern geben – daran wird vor allem der Großstadt-Bewohner angesichts knapper Parkfläche Freude haben.
Doch als reine Einkaufskiste finden ihn offensichtlich selbst die hohen Herren von Honda zu schade, denn mit ihm erkauft man sich zwangsläufig fünf Türen. Das muss wohl einen Grund haben. Denn so muss ein dritter oder vierter Fahrgast nicht umständlich die zweite Sitzreihe erklimmen, sondern erreicht sie kommod. Und dabei bleibt es keineswegs, auch das Sitzen klappt gut. Völlig klar, der kleine Japaner ist gewiss kein Raumriese, doch Passagiere diesseits der 1,95 m Körperlänge wissen ihre Knie gut unterzubringen. Das gilt selbstverständlich auch für die restlichen Extremitäten. Allein der in die Mitte verbannte Mitreisende könnte seinen Aufenthalt als Strafe empfinden, sofern er über das Maß der Kurzstrecke hinausgeht.

Honda Jazz, Heck, Rückleuchten
 
Den Jazz gibt es nur mit fünf Türen
 

Vorn diskutiert man das Thema Platzangebot erst gar nicht. Dort wirkt der Jazz locker-luftig, frei von Enge. Die Sitzanlage macht einen ordentlichen Eindruck; straffe Polster beugen jeglicher Ermüdung vor und verleihen dem Kleinwagen einen sportlichen Touch, ohne unkomfortabel zu wirken. Und während man gemütlich durch die Strassen schlendert, schweift der Blick umher und erhascht solide Materialien mit einem Hauch von Pop-Kultur. Das strahlen zumindest die Schalter der Klima-Regelung im jugendlichen Plastik-Look aus.
Dem steht der auf Wunsch lieferbare Navi-Farbmonitor, welcher fast überdimensioniert anmutet und den automobilen Floh ein wenig erwachsen aus der Wäsche schauen lässt, konträr gegenüber.
Tiefe Rundinstrumente bringen wiederum eine Sportliche Note in den gekonnt installierten Stilmix. Freilich bereiten weder Bedienung noch Ablesbarkeit der Skalen ernsthafte Probleme – im kleinen Honda geht es eben auch konventionell sowie übersichtlich zu, eine weitere Facette des Stadtvehikels.

Keineswegs vorenthalten werden soll dem Leser die praktische Komponente. Schon in der Grundkonfiguration fasst der Kofferraum satte 380 Liter – so viel schlucken manche Kompaktklassen nicht. Bei umgeklappter Rücksitzbank lassen sich gar über 1.300 Liter Gepäck mitnehmen, was in diesem Segment ein durchaus beeindruckender Wert ist. Beeindruckend sind auch die vielseitigen Verstellmöglichkeiten der Rückbank; diese reichen von bloßem Umlegen über Hochklappen bis zum Versenken des Sitzkissens im Boden. Bei so viel Variabilität muss man selbst vor größeren Baumarkt-Einkäufen durchaus nicht zurückschrecken.
Im Gegenzug genießt der potenzielle Besitzer vor allem in verkehrsreichen Gegenden die Vorteile eines Kleinwagens. Rangieren und Parken geht leicht von der Hand; die elektrische Servolenkung arbeitet zwar mit einer straffen Note, doch tadellose Übersichtlichkeit und Kompaktheit machen den Mini-Japaner flink. Das gilt übrigens nicht nur in der Welt der Schrittgeschwindigkeiten, sondern auch außerhalb urbaner Ortschaften, deren windungsreiche Landstrassen das kleine Gefährt in zügiger Manier zu nehmen weiß und dabei dennoch ein ordentliches Maß an Komfort wahrt. Der Langstreckenfähigkeit kommt in diesem Fall insbesondere der Antrieb entgegen: Das Testfahrzeug war mit der optionalen CVT-Automatik ausgestattet.

Honda Jazz, Rückbank, Stauraum, Fond
 
Ein Kleinwagen muss nicht unflexibel sein
 

Innerhalb eines zur Verfügung stehenden Übersetzungsbandes schaltet dieses Getriebe je nach Bedarf völlig variabel und vor allem stufenlos. Der von älteren Systemen jener Machart bekannte und gleichermaßen gefürchtete Gummibandeffekt, welcher entsteht, wenn das Übersetzungsverhältnis bei steigender Drehzahl länger wird, bleibt dank geschickter elektronischer Steuerung aus. Die Box ist in der Lage, in einer vorher definierten Übersetzung zu verharren und nach dem Anfahren stufenweise hochzuschalten. Dann fällt die Drehzahl ab und es scheint tatsächlich, als habe die Automatik in einen größeren Gang geschaltet. Auf Wunsch können sieben simulierte Fahrstufen manuell gewählt werden.
Die muntere, 86 Pferdchen leistende Antriebsquelle gibt stets eine gute Figur ab; mit dem Vierzylinder ist man behände unterwegs und von Leistungsmangel weit entfernt. Obendrein läuft der 1,4-Liter kultiviert, was dem Antriebskapitel einen runden Schliff gibt.

Preislich startet der 1,4-Liter-Jazz (LS) mit 14.690 Euro. Darin enthalten sind ABS, Front- und Seitenairbags, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, Klimaautomatik, Radio sowie eine fernbedienbare Zentralverriegelung. Etwas teurer ist die ES-Linie (16.140 Euro), welche elektrische Fensterheber auch hinten sowie Leichtmetallräder ab Werk bietet.
Außerdem kann der noble Jazz gegen 2.455 Euro Aufpreis mit einer zuverlässigen DVD-Navigation ausgerüstet werden, desweiteren gibt es ein 770 Euro teures elektrisches Glas-Schiebe-Hebe-Dach. Das elektronische Stabilitätsprogramm kostet für den LS 650 Euro, die ES-Versien bietet es serienmäßig. Schade nur, dass es in Verbindung mit dem CVT-Getriebe gar nicht erst zu haben ist. Wer das Schalten dennoch dem Fahrzeug überlassen will, muss 750 Euro tiefer in die Tasche greifen. Interessenten der LS-Ausführung zahlen sogar 1.250 Euro mehr.
Gefreut werden darf sich über vier Sterne im NCAP-Crashtest; außerdem können Jazz-Besitzer mit einem wirtschaftlichem Fortkommen rechnen, denn der Verbrauch liegt nach Werksangabe zwischen 4,7 und 6,8 Litern auf 100 Kilometer. Deutlich mehr als sechs Liter Super waren im gemischten Testbetrieb tatsächlich selten.

Fazit: Der Honda Jazz entpuppt sich als äußerst vielseitig und komfortabel, was ihn zum idealen Allrounder für preisbewusste Kunden macht. In der Stadt glänzt er mit kompakten Abmessungen, ohne im Innenraum eng zu wirken. So gibt er auch beim einen oder anderen Ausflug stets den angenehmen Reisepartner.

 



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