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Fahrberichte & Tests
 
Honda Insight, Heck-Ansicht, Rückleuchten, Innnenraum
Honda Insight, Front-Ansicht, Scheinwerfer

1. Interessantes Insight-Cockpit mit vielen Ablagen und vielen Knöpfchen...

2. Das Insight-Heck hat einen futuristischen Touch...

3. Konventioneller Automatik-Wählhebel verhindert Verwirrung...

4. Der Honda Insight macht eine gute Figur...

 

Der Honda Insight im Test
Geschichtsmächtig
Der Honda Insight II tritt an, um zu zeigen, dass automobile Fortbewegung auch jenseits von Dieselantrieben genügsam vonstatten gehen kann – ohne technischen Overkill, nämlich in Form eines milden Hybriden. Sein Design trifft sicher nicht jeden Geschmack, es darf vielmehr als Botschaft des Umdenkens verstanden werden. Etwas häufiger als seinen Vorgänger dürfte man den aktuellen Honda-Sparer hierzulande allerdings schon treffen in Zukunft. Autotipp.
B

nde der Neunziger waren Hybride noch ziemlich exotische Angelegenheiten, und wenn man jemanden auf der Straße danach gefragt hätte – das ist wohl sicher –, wäre die Wahrscheinlichkeit gering gewesen, dass die betreffende Person in diesem Zusammenhang an Autos gedacht hätte. Dabei gab es damals schon Fahrzeuge mit kombiniertem Antrieb aus Elektro- und Verbrennungsmotor, freilich auch von Honda. Auf den Namen Insight hörte jener Hybrid, der seit 1999 vor allem in den USA für Freude am Sparen sorgte; nach Deutschland kam er lediglich in homöopathischen Dosen – manchmal kann man noch ein verirrtes Exemplar am Rande unserer Straßen beobachten. Heute, da Hybride hierzulande äußerst beliebte Kaufobjekte sind – schließlich schonen sie den Geldbeutel und beruhigen das Gewissen –, zögert der japanische Hersteller keine Sekunde mit dem Versuch, den hiesigen Markt damit zu erobern. Wird das mit der zweiten Auflage des Insight gelingen? Den ganzen Markt sicher nicht, aber die Herzen einer bestimmten Klientel vermutlich. Schon sein Blechkleid macht eine gewaltige Ansage: Hier rollt kein Normalo aus dem Showroom, sondern ein Typ mit Wiedererkennungswert, dem die Botschaft des Andersartigen förmlich aus den Scheinwerfern springt.

 

Zackig gezeichnet, aber vor allem blau schimmernd prägen diese sich ein und rufen Assoziationen an ressourcenschonende Fortbewegung wach. Das Heck mit seinen spitz zulaufenden Heckleuchten (natürlich inklusive LED-Technik) mutet unkonventionell an und erinnert selbstverständlich an einen Wettbewerber der gleichen Nation. Immerhin wird ja auch die gleiche Nachricht übertragen: Spritsparend an jegliche Ziele gelangen, ohne Verzicht üben zu müssen. Dabei bedient sich der Honda relativ simpler Hybridtechnik: Mit zehn Kilowatt Leistung fällt der E-Motor nicht überbordend aus, und die Kraftübertragung erfolgt per CVT-Getriebe, in dessen Einheit das E-Aggregat kompakterweise steckt. Okay, rein elektrisch fahren gelingt mit dieser Konfiguration zwar nicht, aber die 92 Nm Drehmoment sorgen für ordentlichen Boost beim Anfahren, schließlich handelt es sich um einen Wert, den nicht wenige Benziner mit kleinem Volumen unterbieten. Der 1,3-Liter-Otto des Insight überbietet ihn hingegen und stellt mit 121 Nm sowie 88 PS die Haupt-Antriebsquelle. Wie fährt sich der Kraftstoffknauserer denn nun in der Praxis? Gibt es fühlbare Unterschiede zu gewöhnlichen Verbrennungsmotor-Fahrzeugen?

 

Im Gegensatz zu Toyota verzichtet Honda auf spacige Joysticks und kredenzt den Insassen einen ganz normalen Automatik-Wählhebel. Also Fahrstufe D eingelegt – schon es kann losgehen: Der Insight beginnt zu kriechen, reagiert prompt auf Gaspedalbefehle und zeigt dabei die typischen CVT-Symptome des schnellen Hochdrehens und gerne auch mal Verharrens der Tourenzahl. Da hilft nur Gaswegnahme – und das rechte Pedal dann wieder behutsam anfassen. Von exotischer Verhaltensweise keine Spur. Lahm fühlt sich der Insight keinesfalls an; auch auf der schnellen Piste ist er durchaus in der Lage, zügige Runden zu drehen, wenngleich Steigungen wieder zu rascher Erhöhung der Kurbelwellenrotationen führen. Im Alltag gibt sich der kleine Vierzylinder zahm und unauffällig in den Lautäußerungen. So recht fordern will man ihn auch gar nicht oft, denn das kann die Ökobilanz verhageln, die dem Fahrer auf spielerische Weise vor Augen geführt wird: Mit elektronisch dargestellten Blumen im Zentraldisplay. Forcierte Gaseinsätze lässt die beliebten Pflanzen verschwinden, sparsame Fahrweise dagegen erhöht die botanische Aktivität. Demnach bleibt es meist bei Richtgeschwindigkeit statt Vmax, die zumindest laut Tacho mit viel Anlauf nah an zweihundert Sachen heranreicht.

 

Innen gibt es dafür gefühlte 200 Knöpfchen – wie gemacht für Technik-Freaks und eben typisch für japanische Wohnkultur auf dem Automobil-Sektor. Doch die entscheidende Frage lautet ja bekanntlich: Braucht man eine Bedienungsanleitung oder nicht? Nach kurzer Eingewöhnung lassen sich sämtliche Funktionen problemlos beherrschen, zumal die Anordnung der Tasten logisch erscheint. Vor allem die Steller für Klima- und Radiosteuerung liegen gut zur Hand auf dem Armaturenbrett. Ein großer Drehzahlmesser in der Instrumentenmitte erlaubt auch eine visuelle Vorstellung dessen, was mit den vier Kolben unter der Haube gerade passiert, und das aktuelle Tempo erfahren alle Fahrgäste von der großen, leuchtenden Zahl hoch oben auf dem Kombianzeiger. Die Passagiere übrigens verfügen über reichlich Platz, was lange Fahrten deutlich entspannt. Darüber hinaus existiert eine Fülle verschiedener Ablagen von Cupholdern bis hin zu diversen Fächern. Milde abgestimmte Dämpfer und eine elektrische Servolenkung mit viel Unterstützung geben die Richtung vor: Ein Performance-Kracher steht hier nicht auf Rädern, daher fallen die Sitze konsequenterweise wenig drahtig aus mit einem Hauch von Seitenhalt – weite Reisen indes lassen sich recht kommod bestreiten.

 

Schon ab 19.950 Euro ist der Insight zu haben – das ist günstig angesichts einer ordentlichen Basisausstattung, die Antiblockiersystem, Front-, Kopf- wie Seitenairbags, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Bordcomputer, Bremsassistent, Colorverglasung, elektrische Fensterheber rundherum, Klimaautomatik, elektronisches Stabilitätsprogramm sowie Zentralverriegelung mit Fernbedienung enthält. Für einen Tausender mehr (Comfort) gibt es darüber hinaus ein CD-Radio sowie Leichtmetallräder. Weitere 1.650 Euro bescheren dem Kunden opulentere 16-Zoll-Felgen, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Park- und Regensensor, Sitzheizung wie Tempomat. Außerdem lassen sich für den "Elegance" ein DVD-Navigationssystem mit großem Touchscreen (2.400 Euro) sowie Xenonlicht (750 Euro) ordern. Für sämtliche Modelle gibt es dagegen Sonderlacke – 480 Euro machen es möglich. Ebenso standardmäßig wird die Getriebeautomatik ausgeliefert. Für die beiden preiswerteren Ausstattungslinien kann der Parksensor gegen 380 Euro bestellt werden – auf einen integrierten Lotsen müssen jene Käufer leider verzichten.

 

Fazit: Der Honda Insight ist ein preisgünstiger Allrounder, der einerseits sparsam mit Benzin umgeht, andererseits jedoch kaum Verzicht in puncto Fahrkomfort einfordert. Schickes, wenngleich auch polarisierendes Design macht ihn außerdem zum Hingucker, der gut und gerne auch mal ein paar hundert Kilometer am Stück abreißt.



 
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